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Startreihenfolge und Einschätzung

ESC-Songs 2023: Unsere Ranking-Einschätzung

(Geschätzte Lesezeit: 4 - 8 Minuten)

Eurovision Song ContestUnsere ESC-Klugscheißer Liste.

Am Samstag, 13.05.2023 ist es um 21 Uhr wieder so weit. Der größte Songwriter Wettstreit der Welt findet in diesem Jahr in Liverpool statt. Wir sind aus ESC-Sicht schon lange an der “heißen Phase“ vorbei gerutscht, denn es steht nur noch das Grand Final auf dem Spielplan.

Und dazu kommen selbst die jungen und alten Leute aus den Löchern gekrochen, die sonst nichts mit ESC am Hut haben, um doch einmal reinzuklicken, wie 200 Millionen anderer Leute auf der Welt. Wer vielleicht eine kleine Platzierungswette unter Freunden starten will oder einfach nur ein bisschen „kloogschietern“ möchte, dem sei diese Liste ans Herz gelegt. Sie stellt auch gleichzeitig die Startreihenfolge des ESC-Abends dar. Viel Spaß.


Grand Final Running Order

1. Austria | Teya & Salena - Who The Hell Is Edgar? (Mittelfeld 11-20)

Poe, Poe, Poe, Poe - Nicht der lustigste Witz der Welt: „Wenn ist das Nunstuck git und Schlotermeyer? Ja!“ Aber ähnlich tiefgründige Songtexte machen das Duo vielleicht reich, zumindest singen sie davon.

2. Portugal | Mimicat - Ai Coração (Bottom-End 21-25)

Verrückte Kleider, schnelle Beats auf Fado-Harmonien und portugiesische Gesangsprache. „Oh, Herz“, könnte man sagen. Gut, dass es solche Nummern gibt, trotzdem reicht das nicht für das Mittelfeld.

3. Switzerland | Remo Forrer - Watergun (Mittelfeld 11-20)

„Zeig uns deine Stimme“ machte Remo Forrer auch schon in Deutschland bekannt. Und sonst so? Balladige Euro-Ballade, gut choreographierte Parts, nette Stimme - also, Mainstream, langweilig, aber solide.

4. Poland | Blanka - Solo (Mittelfeld 11-20)

Yeah! Ju! Ro! Dänz! - Euro-Dance Back-Beat, es gibt dich noch. Und endlich mal mit einer nicht so guten Stimme. Man bekommt ja sonst auch Komplexe beim Zugucken und mag gar nicht mehr in der Dusche singen. Knapp das Bottom-End verpasst.

5. Serbia | Luke Black - Samo Mi Se Spava (Bottom-End 21-25)

Utza-Beat mit Synthi-Melodien, wie ein 8-Bit Videospiel der 80er Jahren. Schräges Zeug. Irgendwie mag ich es. Aber ich zähl‘ ja nicht. Beim ESC wird es nichts.

6. France: La Zarra - Évidemment (Top-End 4-10)

Da passt schon viel zusammen. Sehr chanson-lastige Stimme, die sehr voll und wertig klingt und zum Song passt. Mit großem Theater zu Beginn und zwischenzeitlich und Euro-EDM-Anleihen zu anderen Zeiten. 

7. Cyprus | Andrew Lambrou - Break A Broken Heart (Mittelfeld 11-20)

Stimme, gut, aber so schmalzig, wie die ganze Performance. Rasierte Brust, Kreuz-Ohrring und Schnurrbart. Damit kann es beim ESC nicht ins Bottom-End gehen.

8. Spain: Blanca Paloma - Eaea (Top-End 4-10)

Die “Big Five” sind die Länder, die am meisten in den Topf der EBU zahlen. Deshalb müssen sie sich nicht durch Halbfinals qualifizieren. Dazu kommt das Land, das gewonnen hat und in diesem Jahr zusätzlich das austragende Land (da in der Ukraine der ESC wegen des Krieges nicht stattfinden kann, ist der ESC in Großbritannien). Spanien ist ein „Big Five“ Land. Dies ist der einzige Song, der sehr weit von meinem Geschmack abweicht. Bei mir wäre er im 20er Bereich. Er wird aber mit seinen Ethno-Folk-Klängen hoch gehandelt. Da schließe ich mich dann einmal den Wettbüros an und bleibe nicht beim eigenen Gefühl.

9. Sweden | Loreen - Tattoo (Platz 1)

Als einer der besten Siegertitel wird Loreens „Euphoria“ (2012) häufig beschrieben. Auch in diesem Jahr hat sie mit großem Abstand den Vorentscheid (Schweden hat wohl den aufwändigsten Vorentscheid aller ESC-Länder) für den ESC 2023 in Schweden gewonnen. Nun tritt Loreen mit „Tattoo“ an und wird wieder gewinnen. Beim ESC gibt es nur eine Regel: Hochgelobte fallen tief, denn der ESC-Algorithmus geht oft nicht auf. Trotzdem gibt es von mir das klare Votum: Schweden siegt 2023.

10. Albania | Albina & Familja Kelmendi - Duje (Platz 26)

Die Sängerin Albina mit Ethno-Folk-Pop singt von Traditionen und Familie. Die weiteren Mitmusiker sind dann auch aus der Familie. Super Konzept. Aber einer muss ja die Rote Laterne bekommen.

11. Italy: Marco Mengoni - Due Vite (Top-End 4-10)

Der ESC steht auf italienische Schnulzen. Ein Mann, ein Mikro, ein bisschen 70er Jahre Battisti mit 80er Jahre Gianna Nannini, kräftig geschüttelt. Ein bisschen zu kreischig, aber old schoool.

12. Estonia | Alika - Bridges (Bottom-End 21-25)

Grand Piano her, klassisches Kleid mit viel Ausschnitt, kein Schnickschnack (nur eine Ausdruckstänzerin), super für den Schulabschluss. Beim ESC nicht so.

13. Finland | Käärijä - Cha Cha Cha (Platz 2)

Auf der Brust fast Rammstein gepikert, die Bässe auch deutsche-härte-verdächtig. Ein viel zu lautes Synthi-Riff. Das ist gut. Mit eingemeißeltem Lächeln bringen die Tänzer die Wende im Song. Käärijä schafft mit „Cha Cha Cha“ für Finnland den Spagat zwischen ESC und harten Klängen. Könnte der Überraschungssieger werden. Ich bleibe konservativ in der Einschätzung.

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14. Czechia | Vesna - My Sister's Crown (Mittelfeld 11-20)

Sechs Frauen und Electro-Pop. Keine Lust mehr darüber zu schreiben. Nicht mein Fall, aber sowas kommt irgendwie immer im Mittelfeld an. Klar, unfair von mir. Hinter jedem Land steht ein langer Auswahlprozess, meist sehr gute Musikerinnen und gute Produzenten. Das Spiel ist aber auch, das man auf „nicht mein Fall“ reduziert werden kann.

15. Australia | Voyager - Promise (Mittelfeld 11-20)

Die Australier sind ESC-verrückt. Deshalb (und weil sie sicherlich gutes Geld an die EBU [European Broadcasting Union] zahlen) sind sie mittlerweile volle Mitglieder beim ESC. In diesem Jahr erstmalig als Band. Progressiver-Glam-Rock oder so. Beim Halbfinale bekamen sie den meisten Applaus.

16. Belgium | Gustaph - Because Of You (Mittelfeld 11-20)

Stimme wie Mick Hucknall (Simply Red), sieht aus wie Boy George und die Mukke klingt wie M-People. Pfff. Aber hier wieder: sowas mag der ESC.

17.  Armenia | Brunette - Future Lover (Mittelfeld 11-20)

Ziemlich gut arrangierte Ballade, mit sehr guter Stimme und Spannung. Der Song geht dann in einen Sprachgesangteil über, ohne störend abzubrechen. Im diesjährigen Feld bleibt Brunette trotzdem im Mittelfeld.

18. Moldova | Pasha Parfeni - Soarele şi Luna (Bottom-End 21-25)

2012 war der Sänger bereits im Finale des ESC. Ethno-Pop mit Euro-EDM-Beats und Drops. Tja.

19. Ukraine: TVORCHI - Heart of Steel (Top-End 4-10)

Der Song klingt wie ein britischer Beitrag eines schlechten Jahres. Der Text ist passend, doch der Song und die Produktion sind echt nicht knackig. Trotzdem wird die Ukraine „Kriegspunkte“ erhalten. Der Song wäre im unteren Mittelfeld untergegangen, doch mit der politischen Aufmerksamkeit wird es eine hohe Platzierung. Ich hoffe sehr, dass dieser Song nicht gewinnt, da es den ESC unglaubwürdig machen und schwächen würde. Im letzten Jahr war der Erfolg für die Ukraine ein positives Politikum, doch ein zweites Jahr, mit einem unterdurchschnittlichen Song, würde es niemanden nützen.

20. Norway | Alessandra - Queen of Kings (Platz 3)

In dem Song „Queen of Kings“ erzählt Alessandra von ihrer Bisexualität im konservativen Umfeld und die damit verbundenen Schwierigkeiten ein freies Leben zu führen. Top-Thema im ESC, der seit jeher die Stimme der LGBTQ ist und eine lebendige Community darstellt. Der Song ist nicht sonderlich einfallsreich, aber dynamisch arrangiert. Hat Anleihen vom Rock-Shanty. Das es in der größten norwegischen Zeitung als „Techno-Hexenkessel“ beschrieben wurde, na ja. Aber der Song startet beim ESC durch. Befreiend, energetisch, zum Mitschunkeln.

21. Germany: Lord of the Lost - Blood & Glitter (Mittelfeld 11-20)

Sie werden nicht das gläserne Mikrofon abräumen, aber im Mittelfeld mitkämpfen. So gescholten, wie in Deutschland werden LOTL als guter Akt im übrigen Europa gewürdigt. Wer mehr lesen möchte: https://www.dance-charts.de/2023030516059/esc-und-wacken-lord-of-the-lost

22. Lithuania | Monika Linkytė - Stay (Bottom-End 21-25)

2015 trat sie (als Duo) bereits beim ESC auf und kam auf den 18. Platz. Dieses Mal steht wohl eine „2“ davor. Zu träge für Pop, zu schnell für eine Ballade. Aber hey, alle, die im Finale des ESC auftreten sind Gewinner, da sie in einem langen Auswahlprozess ihr Land vertreten.

23. Israel | Noa Kirel - Unicorn (Top-End 4-10)

Die Sängerin setzte sich bei einer Konkurrenz bestehend aus 78 möglichen Teilnehmern durch. Das ist der Shit, der im ESC ganz weit vorne liegt. In der ganzen Bandbreite des tanzbaren Chart-Pop geklaut, mit Euro-EDM-Beats angereichert, dazu ein paar Ethno-Klänge, damit es von überall Punkte gibt. Trotzdem irgendwie eigen, radiotauglich, Teenie-Disco floor-filler.

24. Slovenia | Joker Out - Carpe Diem (Mittelfeld 11-20)

Schön handgemachter Rock-Pop mit dem besten Bass-Lauf des ESC, echtem Schlagzeug und Marshall-Sound der Gitarren.

25. Croatia | Let 3 - Mama ŠČ! (Mittelfeld 11-20)

Mama hat sich einen Traktor gekauft. Da freut sich der Sänger, der das Kind von Marylin Manson und Adolf Hitler zu sein scheint. Neben Raketen und weiteren Diktatoren auf der Bühne ist das so eine herrlich schräge Nummer, wie es sie nur beim ESC geben kann. Und sie wird dabei erfolgreich sein. TOP 10 knapp verpasst, aber Mittelfeld.

26. United Kingdom: Mae Muller - I Wrote A Song (Top-End 4-10)

Starkes “Big Five” Feld in diesem Jahr. Sogar die Briten hauen ein Brett raus. Aus.

Fazit: Der ESC findet im nächsten Jahr in Schweden statt, da Loreen doch knapp vor Finnland gewinnt. Deutschland erzielt einen Achtungserfolg mit einer Platzierung im Mittelfeld. Aus Finnland erhält Deutschland sogar 10 Punkte. … So könnte die kurze Zusammenfassung am Sonntag aussehen - oder eben ganz anders.

 

 

Über den Autor
Marco Boehm

Musik begleitet mich im Leben. Als Musiker, Songwriter und DJ sind Beats und Rhythmus die Grundlagen für das Musikgefühl. In Kombination mit musiktheoretischem Hintergrund wird daraus ein ganzheitliches Musikverständnis. Elektronische Clubmusik kann mich dabei genauso beeindrucken wie Pop, Rock oder Chartmusik. Selbst der Eurovision Song Contest fasziniert mich. Aus diesem Grund lasse ich mich auf keine Musikrichtung festlegen.

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