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Saturday, 10. December 2016

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13
Feb
2016

Star Wars goes EDM

EDM-Sampler: Star Wars Headspace [Album Tracklist + Review]

Keine zwei Monate ist es her, dass Star Wars abermals die Kinos eroberte und in Form von „Episode VII – Das Erwachen der Macht“ die Kinos dieser Welt heimsuchte. Was danach kam, wissen wir: Der drittgrößte Erfolg der Kinogeschichte (mit Ambitionen auf Platz 2). Über die Einordnung des von vielen als Neuinszenierung des Ersten Films „Krieg der Sterne“ gesehenen Films scheiden sich die Geister, manch einer konnte die BluRay-Release nicht abwarten und sah sich den Film infolge dessen achtmal oder sogar noch häufiger an, andere wiederum ertrugen nicht einmal die erste Vorführung, ohne sich über den übertriebenen Fan-Service zu ärgern. Der Schnittmenge der Fans, die die BluRay gar nicht mehr abwarten können, und der EDM-Fans unter ihnen versüßt Disney nun die Wartezeit mit etwas bislang undenkbarem: Einem Star-Wars-EDM-Album!


Star Wars goes EDM

Was erwarten wir, wenn Star Wars mit EDM kombiniert werden soll? Das Ergebnis haben wir kurz vor Filmstart in einem Top-10-Ranking für euch zusammengestellt. Zusätzlich gibt es noch nette Ideen wie den Cantina-Band-Remix von Matt Vegas und Manuel Ramirez oder auch einen sehr netten Versuch von ElecticMethod, Chewbaccas Brüllen (Funfact: Das Original von Chewbaccas Stimme wurde von dem Schwarzbären Tarik... eingeknurrt) in einen Bigroom-Track namens „Chewie Tune“ zu pressen – just get this big walking carpet out of my way! Was für perfide Ideen man auch haben kann, wenn es um die Synthese von Pop und einem der Meilensteine der Popkultur geht, zeigt auch die durchaus amüsante Sektion „Galactic Dance Blast“ in dem X-Box-Spiel „Kinect Star Wars“: Darf es Boba Fett in „YMCA“ sein? Oder doch lieber „We No Speak Huttese“? EDM-Fans werden wohl am ehesten über einen zu deadmau5' „Ghosts 'n' Stuff“ abtanzenden Imperator amüsiert sein. Keine Sorge, nichts dergleichen wird euch in Disneys Star-Wars-Album erwarten.


Head Space

Nun zur Sache! Vor wenigen Tagen, am 8. Februar, um genau zu sein, stellte die offizielle Star-Wars-Webseite starwars.com wie aus dem Nichts das Cover für das Compilation-Album „Star Wars: Headspace“ vor. Ab dem 19. Februar wird das Album über die Labels Hollywood Records und American Recordings auf allen digitalen Downloadplattformen freigeschaltet, am 18. März gibt es die Platte auch physisch zu kaufen. Wer sich nun fragt „Was hat Disney nun schon wieder angerichtet?“, der wird rein nominell erfreut sein, denn „Star Wars: Headspace“ ist mehr als hochkarätig besetzt. Tracks von Kaskade, Baauer, GTA, Galantis und sogar dem Großmeister A-Trak machen durchaus Laune – bis man das Album dann hört, aber dazu später mehr. Ernüchterung kommt dann auf, wenn man im Text weitergeht und feststellt, dass für Star Wars typische Soundelemente wie Blasterschüsse, Wookieebrüllen und Weiteres Eingang in das Album gefunden haben. Können wir uns wirklich einen Trap-Song mit Blasterschüssen als Claps vorstellen?


Tracklist: Star Wars Headspace

01. Kaskade – C-3P0’s Plight
02. GTA – Help Me!
03. TroyBoi – Force
04. Baauer – Cantina Boys
05. Shag Kava – Jabba Flow: Rick Rubin Re-Work (feat. A-Trak)
06. Claude VonStroke – R2 Knows (feat. Barry Drift)
07. Rick Rubin – NR-G7
08. Bonobo – Ghomrassen
09. Röyksopp – Bounty Hunters
10. ATTLAS – Sunset Over Manaan
11. Flying Lotus – R2 Where R U?
12. Shlohomo – Druid Caravan of Smoke
13. Rustie – EWOK PUMPP
14. Galantis – Scruffy-Looking Nerfherder
15. Breakbot – Star Tripper

Was fällt uns bei der Lektüre der Tracklist auf? Genau! Keine EDM-Neuauflagen von Film-Soundtracks, sondern von Details aus der Saga und den Geschichten rundherum inspirierte, neue Tracks. „Sunset Over Manaan“ klingt – ohne es gehört zu haben – beispielsweise wie ein Tropcal-House-Track, wenn man den Wasserplaneten Manaan aus dem Videospiel „The Old Republic“ kennt. Was fällt noch auf? DJ Snake fehlt! DJ Snake? Achja richtig, da war ja was... Mitte November 2015 brachte HP einen Werbespot für seine Notebooks heraus, in dem DJ Snake live einen Trap-Remix des Imperialen Marsches produziert – und ja, der ist mehr als nur fett! Eigentlich sehr schade, dass dieser Track auf dem Album fehlt. Ob der Rest der Compilation etwas kann, erfahrt ihr im Folgenden:


Album-Review

Wir haben uns einmal durchgehört durch die bereits hörbaren Songs und berichten im Folgenden über unser Urteil:

 

GTA – Help Me

Wer die zwei Produzenten von GTA kennt, der weiß, dass sie sich nicht weiter um Genres scheren. Das hören wir auch in ihrem Beitrag zu der Star-Wars-Compilation. Der Trap-Track ist um den Vocal-Cut „Help me, Obi-Wan“ – eine Hommage an „Episode IV – Eine Neue Hoffnung“ – herum aufgebaut und nutzt im instrumental eine auf exakt zwei Töne heruntergebrochene Version des Imperialen Marsches. Kreativität ist da, aber klanglich verdient der Track maximal ein „Mangelhaft“. Nichts, was man gern häufiger hören möchte.

 

Baauer – Cantina Boys

Auch Baauer scheint nichts eingefallen zu sein. Sogar sein Ohrwurm-Track „Harlem Shake“, der die ganze Welt zu Hobbytänzern machte. Cantina Boys klingt wie ein mit seltsamen Star-Wars-Sounds eingefärbtes Follow-Up zu „Harlem Shake“ – drei Jahre später. An diesem Track der Compilation ist nicht wirklich etwas zu retten. Die ersten zwei Akkorde der legendären „Cantina Band“ auf einen seltsamen Trapbeat zu legen, dürfte wahrscheinlich jeder Bedroom-Producer besser hinkriegen. Die Todesstern-Sirenen, die sich durch den ganzen Track – oder besser „Dreck“? – ziehen, verbessern das desolate Gesamtbild auch nicht.

 

Rick Rubin – NR-G7

Der Titel dieses Tracks ist gleichermaßen eine Anspielung auf die oftmals in der EDM-Szene zu findende Abkürzung „NRG“ für „Energy“, wie auch die Benennung für die Droiden in Star Wars. Wer Rick Rubin nicht kennt, sollte dringend Bekanntschaft schließen. Als einer der wichtigsten Produzenten aller Zeiten ist er aktuell CEO von Sonys Sublabel Columbia Records und mitverantwortlich für das aktuell boomende abonnementpflichtige Streaming-Geschäftsmodell. Sein Beitrag zu diesem Album rechtfertigt seinen Legenden-Status leider in keiner Weise, er klingt eher wie eine missglückte, aufgezeichnete Studio-Session, in der zwei Laienproduzenten erstmals FL Studio ausprobieren.

 

Röyksopp – Bounty Hunters

Ob ihr es glaubt oder nicht: Es wird besser! Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, musste der Autor dieses Artikels den achtminütigen (!) Track zwar ganze zwei Male durchhören, aber letztendlich hat es sich dann doch gelohnt. Eine sehr solide Progressive-House-Nummer mit netten Ideen in den Lead-Sounds präsentiert uns das erfolgreiche norwegische Duo, das mit fünf Alben in eineinhalb Jahrzehnten vier Nummer-1-Platzierungen in seinem Heimatland schaffte. Etwas „starwarsiges“ darf natürlich auch nicht fehelen, dementsprechend finden sich in den Breaks die mehr oder minder höflichen Ausführungen des Rodianers Greedo aus „Episode IV – Eine neue Hoffnung“ als Vocals. Der Track lässt hoffen.

 

Flying Lotus – R2 Where R U?

Immer wenn man denkt „mehr WTF?! geht nicht mehr“, kommt es noch schlimmer. Mehr möchten wir zu diesem Track nicht sagen.

Star Wars Headspace

 

Fazit: Nette Idee, ganz ohne Frage, aber bei den fünf bereits vorgestellten Tracks hapert es doch stark an der Umsetzung. Lediglich „Röyksopp – Bounty Hunters“ kann auf ganzer Linie überzeugen, der Rest ist eher ein Fall für die musikalische Abfalltonne. Wir dürfen jedoch noch hoffen, immerhin erwarten uns mit Galantis und A-Trak noch zwei Großmeister der elektronischen Musik, die hoffentlich überzeugende Beiträge abgeliefert haben. Auch „Sunset over Manaan“ klingt vom Titel her ansprechend und stark nach Tropical House. Wie der Rest wird, wird sich zeigen. Wer hingegen gute Soundtrack-Remixe mag, der ist bei Hardwell und League of Legends richtig.

 

 



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