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Thursday, 08. December 2016

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22
Aug
2016

Über „Mammoth“ und vieles mehr!

Exklusiv: Moguai im Interview

Moguai ist die sympathischste Seele der deutschen Szene. Zumindest wenn es eine gäbe, dann wäre es wohl der alteingesessene DJ aus dem Ruhrpott. Er tourte schon lange vor dem großen EDM-Hype durch die Welt, mit seinem Megahit „Mammoth“ war er dann auch auf dem Höhepunkt dabei. Aktuell startet seine Single „You’ll See Me“ durch. Über diese, das zugehörige Musikvideo und natürlich über die nächsten Veröffentlichungen spricht Moguai im exklusiven Interview mit uns, wir haben ihn dazu auf dem Holi Farbrausch Festival in Göttingen getroffen.


Vom Metzger zum DJ

Moguai war nicht immer der Musiker, der er heute ist. Angefangen hat er sein Berufsleben tatsächlich als damals jüngster Metzgergeselle in Nordrhein-Westfalen. Nach Abschluss der Ausbildung entdeckte er im Jurastudium seine Liebe zur Musik. Der Rest ist Geschichte, nach anfänglichen Auftritten auf Studentenpartys und in lokalen Clubs kamen immer mehr Gigs dazu. Irgendwann folgte eine eigene Radioshow auf 1Live und vor etwa 6 Jahren der große Durchbruch mit Veröffentlichungen auf Deadmau5' Label Mau5trap.

Moguai ist nicht mehr von der internationalen EDM-Bühne wegzudenken. In seinen Sets begeistert er mal mit eher Bigroom- oder Progressive-House-lastigen Tracks und mal kommen eher die House- und Techno-Gems des Undergrounds zum Einsatz. In diesem Jahr erschienen vor allem auf das Radio ausgerichtete Tracks wie eine Kollaboration mit Robin Schulz oder auch die aktuelle Single „You’ll See Me“. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen, beziehungsweise, erfährt man hier im Interview...


Moguai im Interview

Dance-Charts: Moin André! Wie geht es Dir, wie waren Deine letzten Wochen?

Moguai: Schön! Nein wirklich, obwohl sehr viel los war.  Unter der Woche bin ich immer im Studio in Berlin oder im Ruhrgebiet, an den Wochenenden spiele ich. Letztes Wochenende war ich auf der Nature One, davor auf dem Deichbrand oder in Schweden auf dem Summerburst. Gerade in der Sommerzeit sind immer viele Festivals. Ich habe aber auch viele Sachen abgeschlossen, unter anderem eine Nummer, die Ende August auf Spinnin’ Deep rauskommt und „One Day Hero“ heißt. Dann habe ich einen Remix für Dimitri Vegas & Like Mike gemacht, der kommt auch im August raus. Ich habe schon viel zu tun gehabt, es war aber trotzdem cool, ich versuch die Dinge immer easy zu halten, mir nicht so einen Stress zu machen.

Dance-Charts: Deine aktuelle Single „You’ll See Me“ ist wie auch schon Deine Produktion mit Robin Schulz etwas ruhiger, was kannst Du uns denn darüber sagen?

Moguai: Ich mache immer Musik für den Moment, lasse mich da treiben. Es ist genauso wie mit der Mode, dieses Jahr findet man enge Hosen gut, oder bunte Hosen, oder lange Shirts. Genauso ist es mit der Musik, es ist alles viel ruhiger geworden. Ich wollte nie das machen, was alle machen, aber der Sache schon ein bisschen Rechnung tragen. Insofern habe ich meine Indie-Dance-Richtung gefunden, die so einen Touch Punk hat, man soll die Moguai-Handschrift erkennen. Ich denke bei der „You’ll See Me“ kommt das sehr gut rüber.

Dance-Charts: Das Musikvideo ist definitiv auch sehenswert, was ist die Story dahinter?

Moguai: Wir haben das Video in Polen gedreht, in Warschau im Neon-Museum. Der Witz ist, wir haben ziemlich viele Vorschläge für das Musikvideo bekommen. Man muss sich das so vorstellen, wenn der Song fertig ist reicht man ihn an Video-Regisseure weiter, wenn die dann sagen, jawoll, den finden wir geil, dann reichen sie ein Drehbuch ein. Hier war es eines von etwa 30 oder 40 Drehbüchern. Mir gefiel es am besten denn als ich die „You’ll See Me“ produziert habe hatte ich immer Neon-Bilder im Kopf, alte Werbungen aus Amerika in den 50ern.  Dann kam er mit der Neon-Museum-Idee um die Ecke, ist zwar kein Weltverbesserungsvideo, aber einfach schön anzusehen.

 

Dance-Charts: Du hast Deine eigene Radioshow auf 1Live, was ist Dein persönliches Highlight bisher gewesen und wen hättest Du gerne mal als Special Guest dabei?

Moguai: Ich habe gar kein richtiges persönliches Highlight, ich freue mich immer auf jede neue Sendung. Das tolle ist, wir sind gemeinsam mit der Musikredaktion immer extrem der Zeit voraus. Da kommen die mir manchmal mit Namen um die Ecke, zum Beispiel Lost Frequencies, vor 2 Jahren wusste ich noch gar nicht wer das ist und er kam dann plötzlich mit diesem Mörder-Hit um die Ecke. Wir haben immer ein sehr aktuelles Line Up, heute Abend (Anm. d. Red.: am 13.8.) haben wir Mike Perry da. Den kannte ich vorher auch nicht, er hat erst eine Nummer gemacht, die hat aber über 120 Millionen Klicks auf Spotify. Von Tiësto über  Fatboy Slim bis Sven Väth, wir hatten eigentlich alle bisher schon als Gäste da.

Dance-Charts: On Air spielst Du auch etwas technomäßigere Tracks, mit Deiner ganzen Erfahrung, was ist der Schlüssel zu einem guten Mix?

Moguai im InterviewMoguai: Eine schöne Geschichte, ein schöner Aufbau. Ich unterscheide zwischen dem Radio, also Sets zum im Auto anhören, oder eben einem Festival, wo wir alle unser T-Shirt kaputtreißen wollen und uns kaputtfeiern. Das ist eine andere Nummer, da geht es weniger um eine gute Geschichte als mehr um eine gute Zeit. Wenn du das DJ-Set an sich siehst, dann muss das einfach einen Flow haben. Wenn du zwischen den Stilen wechselst, dann muss das galant passieren. Wenn du das Set nebenbei anhörst, die Wechsel aber nicht registrierst und einfach denkst, ach das hört sich aber nett an, dann macht das einen guten Mix aus.

Dance-Charts: Gerüchten zur Folge gibt es eine ID mit Dimitri Vegas & Like Mike, Du hast bereits angedeutet, ein Remix kommt bald raus, was kannst Du uns darüber sagen und was kommt allgemein demnächst?

Moguai: Wir hatten bereits ein Follow-Up fertig. Das war jedoch ein Cover einer alten Punk-Band und die hatten uns das nicht genehmigt. Eigentlich muss da ein Follow-Up kommen, weil die „Mammoth“ ja so erfolgreich war. Es ist aber auch ein hartes Erbe, so eine Nummer toppt man nicht mal so eben, ist so wie bei einer „Zombie Nation“ oder „Seven Nation Army“, sowas macht man nicht mal so eben. Ich würde mir wünschen, mit den Jungs noch ein Follow-Up zu machen, aber grade steht das nicht auf der Eins. Ich habe einen Remix für die Jungs gemacht, der kommt im August. Ansonsten kommt im September eine neue Single auf Warner, die heißt „Pray for Rain“. Die ist noch ruhiger als die „You’ll See Me“, sehr Radio, aber wunderschön!

Dance-Charts: Carl Cox hört dieses Jahr im Space Ibiza auf. Du bist mittlerweile auch schon über 20 Jahre dabei, hast Du jemals über das Aufhören nachgedacht?

Moguai: Ne! Ne, warum? Wäre ja schlimm! Ich könnte das gar nicht, zu Hause zu sitzen, und zu sagen ich bleib jetzt zu Hause und mache was Anderes. Das ist ja genauso wie wenn Karl Lagerfeld keine Mode mehr machen würde, der ist ja schon 75, der macht das bestimmt 50 Jahre.

Dance-Charts: Du willst mit 75 also auch noch auflegen?

Moguai: Ne, das würde ich auch nicht sagen. Ich mache das so lange, wie es mir Spaß macht und gerade macht es mir Spaß denn je. Ich könnte das gar nicht aufhören. Sollte ich dann wieder Jura studieren? Ich habe ja Jura vorher studiert. Ne!

Dance-Charts: Was ist denn dann der beste und was der blödeste Teil am DJ-Leben?

Moguai: Der Beste ist immer wieder vor Leuten zu spielen und denen eine tolle Zeit zu bereiten und zusammen eine gute Zeit zu haben. Das ist das tollste! Egal ob in Deutschland, in Amerika, in Asien, vollkommen egal! Zusammen zu verschmelzen, ein geiles Set zu spielen und die Musik zu leben. Was ich am Wenigsten mag ist wenn es zu viel Reiserei ist. Wenn du Freitags einen Gig in Europa spielst und dann am nächsten Tag direkt morgens um 6 einen Flieger nach Amerika nehmen musst um dann da zu spielen. Das ist das nicht so schöne daran, aber auch daran gewöhnt man sich, auf dem Bau oder unter Tage zu arbeiten finde ich ist noch deutlich schlimmer.

Dance-Charts: Vielen Dank für das Interview! Hast Du noch ein paar letzte Worte an Deine deutschen Fans?

Moguai: Habt eine gute Zeit, habt Spaß, genießt das Leben!

 



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