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Revealed Recordings Premium im Test

Revealed Recordings Premium. Abzocke oder sinnvoller Service für Produzenten?

(Geschätzte Lesezeit: 3 - 6 Minuten)

Revealed Recordings Premium. Abzocke, oder sinnvoller Service für Produzenten?Revealed Recordings Premium. Wir haben es getestet.

Es ist 2018. Indie-Labels haben es schwer heutzutage. Eine große Followeranzahl auf Social Media Kanälen sind keine Garantie mehr dafür, gute Streaming- oder Downloadzahlen zu erreichen. Ob der Spotify-Algorithmus bei einem Release greift und für Reichweite sorgt, lässt sich immer schwerer beeinflussen. Auch Revealed Recordings hat damit zu kämpfen. Denn mit ein paar hunderttausend Streams pro Veröffentlichung, lässt sich leider kein großes Geld verdienen.


Revealed Recordings Premium

Was Revealed Recordings immer noch hat, ist sein Ruf, seine Fans und Hardwell. Aus diesen drei Komponenten muss sich doch Geld verdienen lassen. Das dachte sich die Marketingabteilung von Revealed ebenfalls und brachte ein neues Geschäftsmodell auf den Weg. Das Revealed Recordings Premium Abo für 19,90 € pro Monat. Für den absoluten Hardcore Fan gibt es noch die Premium Plus Mitgliedschaft für 39,90 € pro Monat. Ob sich diese monatliche Rate lohnt, hängt natürlich maßgeblich vom gebotenen Produkt ab. Also haben wir uns das Produkt mal genauer angeschaut.

Unser Test

Als Premium Mitglied bei Revealed Recordings werden einem folgende Dinge versprochen: 

Download aller Releases in hoher Qualität (MP3 & WAV.) bis zu 30 Tage nach Releasedate, inklusive Radio und Extended Mix, Artwork und Banner Download von Sample Packs bis zu 30 Tage nach Release Professionelles Feedback durch das A&R Team von Revealed 5.000 Credits pro Monat, die man zum Beispiel für Masterclasses von Revealed Artists einlösen kann (Dannic Masterclass: 250 Credits) 

Als Premium Plus Mitglied wird diese Liste um weitere Features erweitert. Was auffällt, Revealed Recordings bietet im Grunde kein neues Produkt an. Sie haben lediglich damit begonnen, ihre vorhandenen Inhalte und Leistungen auf ihrer eigenen Plattform zu vertreiben. Um diese Inhalte und Leistungen zu testen, haben wir im Rahmen des Podcasts „Die Klangküche“ eine Premium Mitgliedschaft abgeschlossen. Nachfolgend unsere Einschätzung. 


Releases, Artwork, Banner

Ob einem die Releases der letzten 30 Tage von Revealed Recordings 20 € im Monat wert sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Als DJ und Produzent bekommt man in der Regel viele Veröffentlichungen ohnehin kostenlos als Promo. Die Releases von Revealed mit ins Premium Abo rein zunehmen, richtet sich also eher an den Revealed Fan (Konsument) und weniger an den ambitionierten Nachwuchsproduzenten. Als kostenlose Beigabe ist dieses Feature allerdings positiv zu erwähnen.


Samplepacks

Da in den letzten 30 Tagen kein Samplepack veröffentlicht wurde, konnten wir auch nicht überprüfen, ob die Packs sich lohnen oder nicht. Allerdings muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass bei Splice für ca. 8€ im Monat nahezu jedes wichtige Samplepack auf dem Markt herunterladen kann. Splice ist theoretisch durch ein Credit-System limitiert. Allerdings benötigt man in der Regel eh nicht mehr als eine Hand voll Samples aus einem Pack. Qualität über Quantität. Wir (Tavengo, Sebastien, Calmani & Grey) nutzen alle Splice und sind noch nicht an unsere Credit-Grenzen gestoßen.

Ein kostenloses Samplepack, welches wir herunterladen konnten, nennt sich Revealed Chiptune und bietet eine große Anzahl an typischen C64 Sounds. Das ist der Sound, den man aus Computerspiel-Klassikern wie Super Mario kennt. Auf dem Nintendo Gameboy. Aus den 90er Jahren. Wir wissen nicht, ob das ein Scherz sein soll. Das Samplepack hilft einem jedenfalls garantiert nicht weiter, wenn das Ziel heißt, mal auf Hardwells Label zu veröffentlichen.

Zu den Samplepacks gehören auch Presets für bekannte VST Synths wie Serum oder Sylenth1. Da in den letzten 30 Tagen 4 Soundbänke veröffentlicht wurden, konnten wir diese auch testen. Die Qualität der Sounds war solide und kann durchaus für Dance Produktionen verwendet werden.

Bei den Vergünstigungen für Spezial-Samplepacks, handelt es sich eher um eine Verschiebung der Kosten. So bekommt man als Premium Mitglied 20 € Rabbat auf ein 80 € Sample Pack. Was letztlich den 20 € entspricht, welche man monatlich bereits zahlt.

Insgesamt wirkt diese Vermischung aus 30 Tage kostenlosen Packs und Vergünstigungen für Spezial-Samplepacks etwas undurchsichtig.

Feedback durch das A&R Team 

Als Musikproduzenten waren wir natürlich sehr gespannt auf das Feedback zur eingesandten Demo. Zu hören bekam Revealed Recordings den Track „Tavengo – On Fire“, welcher am 14.12. auf Futorial Records erscheinen wird. Wir haben gehofft, dass das Feedback, welches wir erhalten würden, die 19,90 € monatlich rechtfertigen. Nach 2 Wochen ohne Feedback haben wir nachgefragt und uns wurde mitgeteilt, dass es einen „Bug“ im System gab.

I just saw the demo got declined but because of a bug in our software it doesn't go to our team anymore. I'm going to put it back in the system. Sorry for this. Let me know if you need help!

Nach weiteren 2 Wochen gab es immer noch kein Feedback. Erneut beschwerten wir uns und bekamen eine ähnliche Antwort. 

„I think something went wrong with our system because i couldn't find anything demo. Could you please send it again?“ 

Da nun bereits 4 Wochen vergangen waren und wir einen weiteren Monatsbeitrag sparen wollten, mussten wir das Experiment hier abbrechen. Ob das Feedback, welches man mit Glück erhält, 20 € im Monat wert ist, können wir nicht beantworten. Gar kein Feedback zu erhalten ist jedenfalls keine 20 € wert. Im Übrigen kann immer nur ein Song gleichzeitig zum Feedback freigeben werden. Je nachdem wie schnell oder langsam die A&Rs nun antworten, kann dieser Service mal günstiger, mal teurer pro Monat ausfallen.

Das ganze Feedback-System hat bei genauerem Hinsehen allerdings einen fiesen Beigeschmack. Es täuscht vor, man erhöhe dadurch seine Chancen auf Revealed Recordings zu veröffentlichen. Wenn die eingesandte Demo soviel Potential hätte, dass sie für Revealed interessant ist, dann würden sie ihr Feedback auch kostenlos zur Verfügung stellen. Schließlich müssten sie ein wirtschaftliches Interesse daran haben, Songs mit ihrem Feedback zu verbessern, so dass sie als Release funktionieren. Und genau damit sind wir wieder am Anfang des Problems. Releases auf Revealed Recordings  lohnen sich nicht. Es scheint, als würde der Konsument durch Streaming nicht genug erwirtschaften, so dass nun die Produzenten zur Kasse gebeten werden.


Abzocke?

Das gesamte Premium Abo von Revealed Recordings ist mit Vorsicht zu genießen. Es zielt darauf ab, Geld aus den Taschen hoffnungsvoller Nachwuchsproduzenten zu ziehen.  Samplepacks und professionelles A&R Feedback sollen den nächsten Schritt auf der Karriereleiter einleiten. Ob das wirklich klappt? Wir haben da unsere Zweifel. Sollte man durch das Premium Abo tatsächlich zu einer Veröffentlichung auf Revealed Recordings gelangen, bleibt die Frage offen, was das noch wert ist. Schaut man sich die Streamingzahlen der letzten Revealed Recordings Veröffentlichungen an und bedenkt, dass der Künstler vermutlich maximal 25% abbekommt, so wird es schwer mit einem Release die 20 € Premium Abo wieder einzuspielen. Es ist schwer zu glauben, dass Revealed durch ihren Premium Service wirklich den neuen Hardwell finden will. Es scheint eher so, also solle durch dieses Modell der aktuelle Hardwell weiter finanziert werden.

Fazit: Vorsicht bei Abo-Modellen von Record Labels! Wenn ein Label einen Song will und davon ausgeht damit Geld verdienen zu können, werden sie ihr Feedback auch kostenlos geben. Für Produzenten gibt es sinnvollere und günstigere Tools & Services voran zu kommen.

 

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Über den Autor
Sinan Kurtulus
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