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Insofern leiden Musik-Stars unter dem Business

Musikbusiness: Wandel der Einnahmequellen – Folgen für die Künstler (Teil 1)

(Geschätzte Lesezeit: 3 - 6 Minuten)

Folgen aus dem Wandel der Einnahmequellen – Folgen für die Künstler (Teil 1)Folgen aus dem Wandel der Einnahmequellen – Folgen für die Künstler (Teil 1) | Bild: Rukes.

In unserer Artikelserie „Das Einkommen der Musik-Stars“ haben wir die verschiedenen Einnahmequellen der Künstler und deren Entwicklung in den letzten Jahren besprochen. Das Ergebnis war eine klare Tendenz der Entwicklung weg von Verkäufen hin zu Auftritten und Streaming als Haupteinnahmequelle. In dieser neuen Artikelreihe, die sich mit den Folgen dieser Entwicklung und den Resultaten aus dem Musikgeschäft im Allgemeinen befasst, wollen wir euch zeigen welche negativen Aspekte mit dem Musikbusiness verbunden sind. In diesem ersten Teil der Artikelserie wollen wir auf die Folgen für die Musiker eingehen. Dabei werden wir uns sowohl die psychischen als auch die physischen Probleme anschauen. Schreibt uns doch gerne die Kommentare, was ihr von dieser neuen Reihe haltet und welche Themen wir in Zukunft noch einmal als Serie behandeln sollen.


Folgen für die Psyche

Psychische Belastungen sind bei Stars keine Seltenheit. Auch Musik-Stars sind davon betroffen. So hat Demi Levato mit einer Esstörung, Selena Gomez mit Depressionen, Shawn Mendes mit plötzlichen Angstzuständen, Justin Bieber mit Burnouts, das ehemalige One-Direction-Mitglied Zayn Malik mit Angststörungen und Kayne West mit Selbstmordgedanken zu kämpfen. Neben diesen Stars haben auch viele weitere Musiker mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Problemen dieser Art zu kämpfen. Grund für solche Störungen und Krankheiten ist häufig Stress. Dieser Stress kann sowohl aus dem Verhalten von Außenstehenden als auch aus dem Verhalten der Künstler selbst resultieren. Ein nicht selten vorkommender Grund ist Erfolgsdruck. Der Druck geht meistens von Managern oder anderen Personen im näheren Umfeld des Künstlers aus, die sich erhoffen vom Erfolg des Künstlers zu profitieren. Jedoch kann es auch sein, dass sich die Musiker diesen Druck selbst machen. Auch andere eigenverantwortliche Faktoren wie mangelndes Zeitmanagement können zu Stress führen, der wiederum in eine Störung oder Krankheit münden kann. Allgemein ist der Druck in der Musikindustrie jedoch immens und droht die Stars unter sich zu zerquetschen – Wirtschaftliche Faktoren stehen häufig über dem Wohl des Künstlers. Alexander Schmitz, Leiter des Berliner Centrums für Musikermedizin an der Charité, sehe laut FAZ-Informationen das Kernproblem in der Auftrittsangst und dem damit verbundenen Druck vieler Künstler. Diese Angst und diesen Druck versuchen sich viele Künstler durch betäubende Stoffe zu nehmen. Doktor Schmitz sei immer wieder davon geschockt wie viele Musiker zu solchen Stoffen greifen.

Einen Extremfall stellt der schwedische DJ und Produzent Avicii dar, der sich immer weniger als DJ, denn als Musiker gesehen hat, weshalb es später auch zum tragischen Tod Berglings kam. Bei ihm war die Auftrittsangst ein großer Faktor. Er wollte eigentlich nie auf den großen Bühnen dieser Welt stehen, sondern im Stillen Musik produzieren. Er ist unter dem Druck der Branche zerbrochen und hat so nach einer langen Pause wieder mit dem Auflegen angefangen, was ihn vermutlich zum Selbstmord geführt hat. Es gibt jedoch auch andere Formen wie sich unglaublicher Druck äußern kann. Das schwedische Produzenten-Trio Swedish House Mafia feierte 2018 ihr großes Comeback. Seitdem haben Axwell, Steve Angello und Sebastian Ingrosso jedoch nicht mit einer Hit-Single nach der anderen, sondern mit einem großen Skandal nach dem anderen geglänzt. Die nicht erfolgten Veröffentlichungen sind in erster Linie auf den zu großen Druck zurückzuführen – Die Angst war einfach zu groß ihrem Namen nicht mehr gerecht zu werden. Profit musste aus der Aktion jedoch natürlich trotzdem gezogen werden, sodass Merchandise-Produkte wie am Fließband produziert und anschließend verkauft wurden. Hinzu kamen unqualifizierte Aussagen von Steve Angello, die das Licht auf die Produzenten nicht gerade verbesserten. Auch auf solche Weise kann sich Druck bzw. Stress äußern. Die psychischen Probleme, die nicht zwingend auch zu Krankheiten führen müssen, sondern sich auch in kleinerer Form äußern können, sind also auf verschiedene Faktoren zurückzuführen und jedes Individuum geht mit diesen Problemen anders um. Der Extremfall Avicii zeigt welche Folgen ein falscher Umgang mit diesen Problemen haben kann. Nach diesem tragischen Fall hat sich jedoch einiges geändert. Immer wieder ziehen sich Musiker für mehr oder weniger lange Zeit zurück und auch sonst wird offener mit derartigen Problemen umgegangen. Besondere Aufmerksamkeit hat der Fall Hardwell in den letzten Jahren bekommen, da er keine kurze Pause wie andere gemacht hat (a la Felix Jaehn, The Chainsmokers oder Headhunterz), sondern vorerst gar nicht vor hat wieder aufzulegen.

Folgen für den Körper

Neben psychischen Störungen haben Musiker im Allgemeinen häufig auch mehr oder weniger stark mit körperlichen Folgen zu kämpfen. Viele der psychischen Störungen, wie zum Beispiel eine Essstörung, haben natürlich auch Folgen für den Körper. Auch die Bekämpfung von Auftrittsängsten mit betäubenden Mitteln hat physische Konsequenzen. Beispielsweise Avicii musste sich die Gallenblase aufgrund von zu hohem Alkoholkonsum, der wiederum aus der Auftrittsangst resultierte, entfernen lassen. Doch neben Resultaten von psychischen Problemen gibt es auch viele anderweitige körperliche Folgen aus dem Musikerleben. Lärm ist wohl ein unumgängliches Problem als Musiker. Vor allem gegen Ende oder nach Ende der Karriere sind Langzeitfolgen dieses Lärms zu spüren. Neben Lärm sind auch orthopädische Probleme keine Seltenheit. Von diesen sind in erster Linie Musiker die regelmäßig ein Instrument spielen betroffen. Diese orthopädischen Probleme, die aus unnatürlichen Bewegungen beim Spielen resultieren, sind teilweise fast genauso unvermeidbar wie Lärm. Lediglich ausgleichende Übungen können helfen. Diese lässt jedoch das eng getaktete Tourleben teilweise kaum oder nicht zu. Der Druck und psychische Hürden hängen damit wieder eng zusammen.

Fazit

Wie ihr seht können sowohl Körper als auch Seele extrem unter dem Musikbusiness leiden. Ein gesunder Umgang mit Problemen beider Arten ist verpflichtend, da man sonst unter diesen Musiker- und Starkrankheiten schnell zerbrechen kann. Auch die enge Verknüpfung von Psyche und Körper sind nicht zu missachten. Zum Glück schrauben immer mehr Musiker, denen es möglich ist, ein wenig zurück und wir als Fans sollten diese Schritte akzeptieren, da die Gesundheit von Künstler XY an erster Stelle steht und es sonst zu weiteren Extremfällen kommen könnte. Der Druck, der von Personen im engeren Umfeld der Musik-Stars ausgeht, ist schon groß genug, sodass wir nicht auch noch unseren Senf da zutun müssen und stattdessen lieber die Musiker, die solche Schritte wagen und durch eine schwere Zeit gehen, unterstützen sollten.

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Über den Autor
Jannik Pesenacker

Mein Name ist Jannik Pesenacker und ich bin im August 2018 der Dance-Charts Redaktion beigetreten. Die Musik hat sich neben dem Fußball zu einer meiner größten Leidenschaften entwickelt. Dance-Charts ermöglicht mir, mein Interesse für die Musik auszuleben und lässt mich gleichzeitig den Beruf des Journalisten näher kennenlernen.

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