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So klingt das 'Paradise Again'-Album der Swedish House Mafia!

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 4 Minuten)

Swedish House MafiaSwedish House Mafia | Press-Pic.

Die Swedish House Mafia ist zurück! So in etwa titelten auch wir am Abend des Ultra Music Festivals 2018. In Miami spielten die Jungs ihre erste Show nach langer Zeit. Die Spannung war gigantisch. Was würde nun folgen? Die Hoffnungen waren klar: Musik. Doch die blieb bis zum 15. Juli 2021 aus. Damals wurde der Welt mit “It Gets Better“ die Comeback-Single präsentiert. Geht das Album in dieselbe Richtung? Oder wird es poppiger wie bei “Moth To A Flame“ mit The Weeknd? Wir durften uns das Album “Paradise Again“ gemeinsam mit Axwell und Steve Angello anhören und verraten euch, was euch bei den 18 Tracks erwartet. Das Album erscheint am 15. April 2022.


Club oder Radio?

Wenn ein Act mit Legenden-Status so lange von der Bildfläche verschwunden ist, stellt sich unweigerlich die Frage, wie es nun weitergehen soll. Natürlich hätte man an die alten Zeiten a la “Miami 2 Ibiza“, “Don’t You Worry Child“ oder “Save The World“ anknüpfen können. Dies wäre allerdings weder zeitgemäß noch eine Grundlage für ein echtes Comeback gewesen. Dass sich Axwell, Sebastian Ingrosso und Steve Angello beim Kreieren ihres neuen Sounds schwertaten, ist kein Geheimnis. Das hier im Mittelpunkt stehende Album war intern vermutlich deutlich früher angedacht gewesen. Jeder Künstler weiß, dass sich ein solcher Prozess nicht erzwingen lässt.

Idealerweise fahren erfolgreiche EDM-Acts heutzutage zweigleisig. Auf der einen Seite werden Tracks für das Radio und Spotify veröffentlicht, auf der anderen Club- und Festival-Hymnen. Dieses Konzept verfolgen etwa David Guetta oder Martin Garrix. Das Album bestätigt diese Vermutung in Bezug auf die Swedish House Mafia. Das verrät bereits ein Blick in die jüngere Diskografie. War “It Gets Better“ von innovativem Electro-Sound geprägt, kamen “Lifetime“ und “Moth To A Flame“ eher poppig daher. “Redlight“ schloss sich dann wieder Ersterem an.


Das ist das neue Album!

Vorab sei gesagt: Wir dürfen nicht zu sehr ins Detail gehen, wollen euch aber einen kleinen Einblick gewähren. Grundsätzlich behält die Swedish House Mafia diese Zweigleisigkeit bei, wobei das Pendel eher in Richtung der Club-Musik ausschlägt. Neben leicht poppigen Nummern („klassischer Mainstream“ ist keine) gesellen sich neuerdings waschechter Hip-Hop sowie weitere Electro-House-Bretter dazu. Es werden verschiedene Märkte abgedeckt, ohne dabei den Blick für das große Ganze zu verlieren. Der Sound klingt wie aus einer Feder - oder einer DAW.

“It Gets Better“ ist dafür das Paradebeispiel. Nichts klingt ungewöhnlich oder schockt. Gleichzeitig strahlt das Instrumental eine gewisse Frische aus, eine Coolness. Die Produktionen sind bis ins Detail fein säuberlich ausgearbeitet. Das war Axwell, Sebastian Ingrosso und Steve Angello schon immer wichtig, wie ein Blick auf SHM-Songs wie “Greyhound“ oder Solo-Veröffentlichungen wie “Barricade“ zeigt.

Auch gänzlich neue Klangfarben wie die des Ibiza-Sounds scheint das Trio für sich entdeckt zu haben. Für Mastering-Engineers und Home-Studio-Produzenten dürften alle Werke ein wahrhaftiger Ohrenschmaus sein. Sie werden vielen als Vorlagen dienen, um die Festival-Banger von Morgen zu schrauben.

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Chapeau, Swedish House Mafia

Unsere Artikel, darunter meine, zum UMF-Comeback der DJs vor vier Jahren fielen nicht immer positiv aus. Dahinter stehe ich nach wie vor. Doch muss die Frage erlaubt sein, ob sich die Warterei und das Hin und Her am Ende ausgezahlt hat. Darauf ist ein klares „Ja!“ zu antworten. Endlich trauen sich die großen Acts wieder, einfach draufloszuproduzieren und -zuveröffentlichen. Die Ära des kalkulierten Abwägens, des Steigerns der Marktkapitalisierung und des seelenlosen Massenproduzierens scheint zu einem Ende zu kommen, was ich begrüße.

Ich teilte Axwell mit, wie ich mich freute, dass die Jungs den Club-/Festival-Sound der Zukunft kreieren statt nur für die Radios zu releasen - fast alles wie vor zehn, fünfzehn Jahren. Er ließ sich daraufhin zu einer bemerkenswerten Aussage bewegen:

Am Ende des Tages sind es die Clubs, in denen wir sehen und fühlen, wie unsere Songs performen. - Axwell

Und so ist es doch, oder? Was nützen die etlichen Radio-Plays, wenn du auf deinem eigenen Konzert nur Cocktailbar-Musik spielen kannst und die Menge müde mitwippt. Diese Trendkehr unter den A-Liga-DJs lässt sich seit dem Ultra 2019 auch bei David Guetta beobachten. Gemeinsam mit MORTEN schuf er Future Rave.

Daher danke ich der Swedish House Mafia für diesen mutigen, aber richtigen Schritt hin zu einer EDM-Szene, die nicht für, sondern dank seiner Artists lebt. Man könnte glatt sagen: (It’s a) Paradise Again.

 

Über den Autor
Jonas Vieten

Ich bin Jonas Vieten und seit Oktober 2017 Teil der Redaktion. Bereits als Leser habe ich mich täglich auf neue Artikel und News rund um EDM gefreut. Nun auf der Seite der Verfasser sein zu dürfen, macht mich sehr froh. Ich hoffe, eines Tages im Musik-Business - bevorzugt als DJ - arbeiten zu können. Neben Bigroom-Feuerwerk oder chilligen Future-House-Beats können Film-Soundtracks mich ebenfalls begeistern.

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