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Niederländischer Nationalfeiertag als EDM-Festival

Kingsland 2019 (Twente) » Review

(Geschätzte Lesezeit: 4 - 8 Minuten)

Kingsland 2019Unsere Eindrücke vom Kingsland 2019.

In den Niederlanden wird der Nationalfeiertag, der heimatsprachlich „Koningsdag“ genannt wird, als großes Fest gefeiert. Neben der zahlreichen „Kingsnight“- und „Kingsday“-Events, die in sämtlichen niederländischen Städten stattfinden und auf denen oftmals in den Nationalfeiertag hinein gefeiert wird, existiert seit dem letzten Jahr auch ein Kingsland-Festival, das sich in den Großstädten des Landes breit gemacht hat. In diesem Jahr wurde die Anzahl an Städten nochmal erhöht. Dieses Jahr konnten die Fans das „Kingsland“ in Amsterdam, Den Bosch, Groningen, Rotterdam und Twente genießen. Jede Stadt konnte ein beeindruckendes Line-Up präsentieren, das die größten DJs des Heimatlandes hervorzuweisen wusste. Wir haben das Kingsland 2019 in Twente besucht und verraten euch, wie es uns gefallen hat.


Das Festivalgelände – drei Stages und Zugang zum See

Der erste Bereich für die Bewertung eines EDM-Festivals ist das Festivalgelände und die Kulisse des Ganzen. Das Kingsland in Twente (Region im Osten der Niederlande) wählte mit dem See von Oldenzaal (31.000 Einwohner) ein beliebtes Touristenziel aus, das im Sommer zahlreiche Bade-Willige anlockt und mit ihren tollen Bade-Gelegenheiten sowie schöner Natur entzückt. Innerhalb von wenigen Tagen verwandelten die Veranstalter das ruhige Bade-Örtchen in eine beeindruckende Festival-Landschaft mit drei Stages. Der Standort wurde gut gewählt, sodass die Wege von Parkplatz zum Festivalgelände beziehungsweise von einer Stage zur anderen nicht wie eine Ewigkeit erschienen.

Über verschiedene Waldstraßen gelangte man zu einer Vielzahl an Parkplätzen, von denen es schnell zum Haupteingang ging. Hinter dem Haupteingang und den entsprechenden Kontrollen empfingen einen die „Locker“, in denen man seine Rucksäcke und Jacken einschließen konnte, und die ersten Essensgelegenheiten. Im vorderen Bereich stand auch ein Informationszentrum. Auf der linken Seite befand sich der See. Auf der rechten Seite befand sich die große Mainstage inklusive der VIP-Plätze. Durch die zahlreichen Toiletten von der Mainstage abgetrennt, hatte man (vom Eingang gesehen) geradeaus Zugang zur „TIKTAK“-Nebenstage, bei der der Besucher weitere Essens-Möglichkeiten geboten bekam. Auf der linken Seite ging es am Ufer des Sees entlang zur „Kings Hard“-Stage. Neben massenhaft Musik stieß man dort auf andere Aktivitäten sowie weitere Toiletten.

Das Festivalgelände wurde überdurchschnittlich gut ausgewählt. Die Kulisse bietet eine Menge Potential, jedoch konnte es in diesem Jahr leider nicht vollständig abgerufen werden, da das miserable Wetter ein Liegen auf dem Rasen oder Tretbootfahren im Wasser nicht möglich machte. Der Aufbau und die Einteilung der verschiedenen Orte waren verständlich und nachvollziehbar, sodass man trotz der großen Menge an Leuten nicht den Überblick verlor. Im Bereich der Größe befand sich das Kingsland im Mittelmaß. Das Festivalgelände als Solches war nicht auffällig groß, aber der See zeigte sich in Übergröße. Die Auswahl des Standortes sollte in Twente normalerweise als Pluspunkt zählen, doch das Wetter schränkte die Standort-Qualität etwas ein.

Kingsland


Die Organisation – konsequente Kontrollen und Securities

Ein weiteres wichtigeres Kriterium für die Bewertung eines Festivals ist die Organisation. Viele Veranstalter machen sich das Festival durch die Organisation verschiedener Dinge kaputt. Oftmals sind die Parkplätze restlos überfüllt, sodass man als Autofahrer eine lange Zeit warten muss. Die Organisation des Kingsland übernahm wie im vergangenen Jahr „4PM Entertainment“. Dieses Mal wurden sie zusätzlich noch von „E&A Events“ unterstützt. Das machte sich auch im Ergebnis bemerkbar. Was die Organisation betrifft, gab es in diesem Jahr nichts zu meckern. Die Kontrollen verliefen problemlos, die Ordner gaben klare Anweisungen, das Währungssystem war gut geregelt, die Stages nachvollziehbar platziert und die Essens- sowie Trinkensmöglichkeiten zahlreich vorhanden.


Die Preise – Getränke, Essen und Eintritt

Wenn man sich die Preise beim Kingsland anschaut, würde man pauschal von üblichen Preisen sprechen. Ob man diese Preise als angemessen ansieht, ist noch ein Thema für sich, doch im Vergleich mit anderen Tages-Festivals befindet sich das Kingsland-Festival im soliden Durchschnitt. Die Preise für ein normales Tagesticket beliefen sich um die 30 bis 40 Euro, was für einen Festivalspaß von elf Stunden völlig in Ordnung ist. Wer Zugang zum VIP-Bereich wollte, konnte schnell mal über 120 Euro ausgeben. Neben den Ticketpreisen sind auch die Essen- und Getränkepreise interessant. Wie bei einem Festival üblich, wurde auf dem Festivalgelände mit einer internen Währung, den sogenannten „Tokens“, bezahlt. Für zehn Euro erhielt man 3,5 Tokens. Ein Bier oder eine Cola kosteten jeweils ein Token beziehungsweise einen Ice Tea oder einen Energydrink gab es für 1,5 Tokens (alles 0,2 l). Man bezahlte also für ein Bier/eine Cola 2,80 Euro und für einen Ice Tea/Energydrink 4,20 Euro, was für ein Festival normal ist. Das meisten Essen bekam man für drei Tokens (8,40 Euro). Alles in Allem sticht das Kingsland im Bereich der Preise weder positiv noch negativ heraus.

Kingsland


Das Line-Up – viele Top-Stars aus der Niederlande

Für die meisten Menschen ist das wichtigste Kriterium, um für ein Festival Interesse zu zeigen, das Line-Up. Die gesamten Kingsland-Festivals haben die größten DJs der Welt in die Niederlande gelockt. In Twente fiel die Auswahl zwar deutlich weniger populär aus als in Amsterdam oder Rotterdam, aber auch an der Grenze zu Deutschland bekamen die Festival-Besucher Musik von zahlreichen Top-Stars geboten. Auf der „TikTak“-Stage waren die größten Stars Lil Kleine und Ronnie Flex, die als niederländische Musiker eine große Popularität besitzen. Dazu kamen auf der kleinsten Stage aber auch noch bekanntere Musiker wie GirlsLoveDJs oder Trobi, die für die elektronische Musik sorgten.

Auf der „Kings Hard“-Stage traten die bekanntesten Vertreter des Hardstyle-Genres auf. Die Namen Atmozfears, Audiotricz, Deetox und Toneshifterz sollten jedem Genre-Fan ein Begriff sein. Das Highlight der Stage war der Auftritt von Hardstyle-Star Headhunterz, der im letzten Jahr noch auf der Mainstage zu Gast war. Die großen Stars der EDM-Szene fand man allerdings größtenteils auf der Mainstage. Aus der zweiten Reihe der Szene waren die Progressive-House-Duos Dubvision und Matisse & Sadko, Spinnin‘-Artists Jay Hardway, Justin Mylo, Bruno Martini und The Him sowie Electro-House-Act Julian Jordan am Start. Die großen Headliner, die die meisten Besucher anlockten, waren in diesem Jahr Afrojack, Blasterjaxx, Mike Williams und Yellow Claw. Ein House-Fan kann bei diesem Line-Up schnell mal ins Schwärmen geraten. Line Up? Klasse!


Die Ausstattung – Lichtershows, Konfettikanonen und Co.

Das nächste (mehr oder weniger) wichtige Kriterium auf unsere Liste ist die Ausstattung der Stages in Sachen Effekte und Show. Das Kriterium ist umstritten, da nicht alle Festival-Besucher es für wichtig halten. Die meisten Leute fahren nach dem Motto „Je mehr Spektakel, desto besser das Festival“ auf ein EDM-Event, jedoch gibt es auch die Kritiker der ganzen Shows, die lieber die Musik genießen wollen und sich nicht von der ganzen Show und den Effekten darum herum ablenken lassen wollen. Ob man jetzt Befürworter oder Kritiker ist, die Ausstattung gehört mittlerweile zu den wichtigsten Kriterien.

Die Ausstattung beim Kingsland Twente war grundsolide. Als normaler Festival-Gänger bekam man alles Vorstellbare geboten. Einer der wichtigsten Effekte waren natürlich die Nebelmaschinen, die sowohl auf als auch vor der Stage befindlich waren. Dazu kamen noch die Flammen, die zwischen Menge und DJ hin und wieder einmal in die Höhe schossen. Besonders während der Sets der „Großen“ spielten die Konfettikanonen eine Rolle. Mit Einsetzen des Drops schoss bei einem Afrojack oder Yellow Claw oftmals Konfetti in die Luft. Zum Abend hin ging es dann mit den Lichtershows los. Im Mittelpunkt standen die Farben Grün und Violett. Die Lichtershows sorgten im Dunklen für eine unglaubliche Atmosphäre. Die technische Ausstattung war in diesem Jahr mal wieder erste Klasse.

Kingsland


Fazit – sinnvolle Alternative zum Start in die Festival-Season?

Das Kingsland Twente 2019 konnte uns wie schon im vergangenen Jahr grundsätzlich überzeugen. Das Festivalgelände wurde erneut gut gewählt, allerdings machte das Wetter der Location einen kleinen Stricht durch die Rechnung. Die Organisation war überwiegend gut geregelt. Die Festivalbereiche wirkten gut organisiert, die Planung war gut und die Kontrollen konsequent. Die Preise hielten sich im Mittelmaß auf. Das Line-Up ist vielseitig zusammengestellt worden. Die Ausstattung war gut und konnte auch größeren Festivals wie dem Mysteryland die Stirn bieten. Für alle Niederländer und Deutschen aus dem Westen ist das Kingsland auch für die kommenden Jahre eine klare Empfehlung. Mit dem Kingsland hat sich ein Festival als sinnvolle Alternative für den Start in die Festival-Season in den letzten Jahren etabliert. So wie es aussieht, kann man sich auch im nächsten Jahr auf einen weiteren Ableger freuen. Hoffentlich ist das Wetter im nächsten Jahr noch etwas besser, dann kann man schon fast von einem perfekten Festival-Besuch sprechen. Der gelungene Festival-Season-Start ist geglückt!

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    Lukas R. · Vor 5 Monaten
    Kann ich so bestätigen. Wetter war zwar nicht spitzenmäßig, aber es hat immerhin nicht geregnet, was auf jeden Fall ein Pluspunkt war. Um Schwimmen zu gehen, war es dann aber doch einfach zu kalt.
Über den Autor
Henry Einck

Mein Name ist Henry Einck und ich habe mich im Mai 2015 der Redaktion von Dance-Charts angeschlossen. In den letzten Jahren hat sich die elektronische Musik zu meiner Leidenschaft entwickelt und ist mittlerweile neben dem Sport, der Teil meines Lebens, dem ich am meisten Aufmerksamkeit schenke. Neben dem Verfassen von Musikrezensionen und Boulevard-News, ermöglicht mir Dance-Charts durch Interviews näheren Kontakt zu den DJs. Ich sammele sowohl musikalische als auch journalistische Erfahrungen, die mich bei dem Berufswunsch des Journalisten weiterbringen könnten.

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