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Arten von Festival-Besuchern

Die Festivalgänger-Typen kennt jeder!

(Geschätzte Lesezeit: 4 - 8 Minuten)

Die Festivalgänger-Typen kennt jeder!Der Produzent - eine Art der Festivalgänger.

Momentan sind wir zumindest temperaturtechnisch ein ganzes Stück von Outdoor-Festivals entfernt. Des Weiteren stellt sich aktuell die Frage, ob die Festival-Saison 2020 aufgrund von CoViD-19 überhaupt stattfinden können wird. Nichtsdestoweniger möchten wir euch heute all die Typen von Party-People vorstellen, die euch regelmäßig in den vergangenen und hoffentlich auch dieses Jahr noch auf dem Dancefloor begegnen, belästigen und einfach zum Festival dazugehören.


Die beidarmige Pferdemähne

Wer liebt es nicht, bei 30 Grad Celsius in der prallen Sonne zu stehen, in der Hand ein Bier zu halten und einfach die Musik zu feiern? Das ist wahrscheinlich genau die Vorstellung, die man von einem coolen Festival-Wochenende hat. Wären da nicht die verschwitzten Kerle, die dich mit Rapunzels Mähne unter den Armen des Öfteren streifen und dich auch ohne Regen feucht fröhlich durchnässen. 


Maries Abi-Truppe

Hach ja, gerade erst das Abi-Zeugnis überreicht bekommen und das muss jetzt kräftig gefeiert werden. Leider hat Sarah es allerdings total verpennt, rechtzeitig Malle zu buchen. Deswegen müssen sie jetzt auf dieses große EDM-Festival, das schon seit Wochen morgens im Radio beworben wird. Das Outfit ist klar: Glitzer, Hotpants und kurze Tops. Vielleicht können Marie und ihre Freundinnen so den ein oder anderen heißen Typen aufreißen! Vor Ort werden dann erstmal die Insta-Story und die SnapChat-Streaks versorgt. Eigentlich stehen sie ja eher so auf Vincent Weiss. Der ist nämlich total süß, meint jedenfalls Sarah. Aber dieses wertvolle Material für ihren Feed dürfen sie sich nicht entgehen lassen. Für die nächsten Monate ist das Material sicher!

Maries Abi Truppe


Der DJ

Mit dem DJ ist nicht etwa der Act auf der Bühne gemeint, sondern der Hobby-DJ, der regelmäßig alle Livestreams der großen Festivals verfolgt und seinen Freunden daher schon vom nächsten Song erzählt, bevor der Drop vorbei ist, weil Martin Garrix den Übergang schon seit dem ADE 2018 so spiele. Stolz brüstet er sich mit seinem Wissen, wenn seinen Worten Taten folgen. Insgeheim denkt er sich die ganze Zeit, dass er selbst eigentlich viel besser auflegen könne als dieser Omelett Ozcan. Pah! Wenn die sein Talent nicht erkennen, dann ist es eben deren Schuld. Auf diesem Festival wird er jedenfalls nicht auftreten, sobald er DJ-Mag-Nummer-eins ist. Das steht schon Mal fest!


Die Druffis

Die Druffis wissen nie, wie oft sie eigentlich schon auf dem besagten Festival waren. Zu schwammig sind die Erinnerungen oder viel mehr das, was von ihnen übriggeblieben ist. Jedes Mal steht allerdings fest, wer was mitbringt. Robin hat da diesen einen Kollegen, der an ner Tanke arbeitet. Dort deckt er die Jungs bereits eine Woche vor Beginn mit ordentlich Dosenbier und Wodi ein. Nur die Anfänger kommen am Tag zuvor, das weiß jeder! Justins Vater hat einen Zeltverleih. So werden jedes Jahr die Wurfzelte eingepackt, obwohl Lesley das schon ziemlich lächerlich findet. Wer auf nem Festival pennt, der kann auch direkt morgens WDR 5 hören, Radtouren am Wochenende machen und sich Karten für Mario Barth zu Weihnachten schenken lassen – ihre Meinung. Sie würde den Platz im Corsa lieber für ihre neue Shisha reservieren. Emre sieht das aber ganz anders. Er meint, die Festival-Experience ist erst komplett, wenn die Pillen ordentlich reinrömern. Sein Kollege vom Spielplatz verkauft ihm jede Woche das beste Zeug. Die meisten davon konsumiert Maximilian. Maximilian kommt eigentlich aus gutem Hause und studiert BWL, aber er möchte es seinen Eltern einfach Mal so richtig zeigen. „You only live once!“ prangert auf seinem Corsa. Dazu trägt auf dem Gelände nicht ein Polo wie sonst, sondern Emres coolen Pulli von Live Fast Die Young. Das mit den Drogen kann Emre nur mit sich vereinbaren, wenn er davor eine Woche nicht in die Spielo geht. Sonst Haram, denkt er sich. Zusammen halten sich die vier vor den Techno- und Goa-Stages auf, wo ihr Kiefer zum Beat zappelt.


Der Typ mit Vitamin B

Auf Festivals lernt man schnell neue Leute kennen. Sei es in der Schlange in der Food-Area oder beim Kotzen im Gebüsch. Das wirklich Coole an Festivals ist jedoch, dass man für ein paar Tage vorgeben kann, jemand anderes zu sein. Das macht sich der Typ mit Vitamin B zunutze. Im Small-Talk lässt er immer wieder durchsickern, dass er eigentlich kein normaler Besucher sei. Er habe Kontakte zu den Veranstaltern und sei deswegen umsonst hier. Die meiste Zeit chille er mit den DJs im Backstage und spiele Beer-Pong mit ihnen. Bilder habe er nicht – das gebiete schließlich die Diskretion. Die true Vibes möchte er sich aber nicht entgehen lassen. Daher esse er stets mit den „normalen“ Festival-Gängern. In seinem Handy speichert er vor jedem Festival eifrig Freunde neu in seinen Kontakten ein und gibt ihnen Namen von bekannten Acts. So wird Tanja zu Charlotte De Witte und Christian zu Armin van Buuren. Während des Gesprächs versucht er sein Handgelenk samt „GA – Full Weekend“-Armbändchen möglichst lässig in seiner Hosentasche verschwinden zu lassen. Wenn sich die Wege wieder trennen, steuert er zielsicher auf einen Backstage-Eingang zu. Insgeheim hofft er, dass die anderen rechtzeitig weggucken, wenn ihn der Ordner wegschickt.


Der Produzent

Der Producer versucht stets, den neuesten Trend zwischen den Tracks der Headliner zu finden. Mit seinen Freunden von futorial.de analysiert er jede Bassline, jede Kick und jede Hi-Hat. Wie hat der DJ dieses Wobblen hinbekommen? Und wo hat er das Vocal her – vielleicht von Splyce? Am Körper trägt er ein selbstbedrucktes Shirt mit seinem Projekt-Namen und Social-Links. Die Sonnencreme darf auf jeden Fall nicht fehlen. Das sagt ihm nicht nur Mama, sondern auch seine kalkweiße Haut. Durchs Kellerfenster scheint halt keine Sonne ins Studio. Und Afrojack meinte mal, man müsse jede freie Stunde in FL Studio investieren, um ein großer Act werden zu können! Mit all den Eindrücken setzt er sich sofort am ersten Tag nach dem Festival an den PC und schraubt die nächste 08/15-Big-Room-Scheibe. Woah, was eine Inspiration so ein Festival auslösen kann!


Der Alman

Deutschland ist, wie der Name schon sagt, die Hochburg der Almans. Alman – das sind all die, die sich unbewusst der Wahrung internationaler Erkennungszeichen eines Deutschen verschrieben haben. Auch auf Festivals wird man vor den mittelständigen Gutbürgern nicht bewahrt. Wenn um 2 Uhr der Festival-Ground schließt und es ab auf den Camping-Platz geht, steht dann schon Mal um spätestens 2:30 Uhr die erste Ingrid vorm eigenen Zelt, die sich über die Lautstärke der Musik über Bluetooth-Boxen beschwert. „Die Nachtruhe ist schließlich schon seit über vier Stunden vorbei!“, wettert sie. Als es auch um 4 Uhr noch keine Stille zu geben scheint, platzt ihrem Freund Georg der Kragen. Eifrig sucht er über das Handy eine Telefonnummer des Veranstalters heraus, nur um dann festzustellen, dass die Hotline erst wieder um 8 Uhr offensteht. „Na, sowas möcht‘ ich mir Mal auf meiner Arbeit erlauben!“, schnauzt er. „Ein Unding ist das. Da bezahlt man diesen überteuerten Ticket-Preis und kann dann nachts nicht Mal schlafen!“ Zustimmend nicken Ingrid und Werner. Noch gerade so kann Vanessa, Werners Freundin und die vierte im Bunde, Georg davon abhalten, die Polizei zu rufen. Damit ist die Nacht gelaufen!


Der Tänzer

Der Tänzer (im Video der Technoviking) ist meistens allein zu vorzufinden. Er steht ein ganzes Stück hinter der letzten Reihe vor einer Stage und zieht seine Moves konsequent durch. Oft sieht das sogar richtig cool aus. Ein T-Shirt trägt er nie. Das verrät sein Rücken im Farbton Sauerkirsche. Durst scheint er nie zu haben. Von Opening bis Closing wirbelt er den Staub auf. Das Genre ist dabei egal, Hauptsache es groovet geil! Den Blick stets auf den Boden gerichtet bemerkt er vorbeigehende Besucher nicht und richtet so eine Sperrzone im Umkreis von drei Metern um sich ein, die man lieber nicht betritt. Es sei denn, man möchte, dass sein Handballen den eigenen Augapfel küsst.


Der Experte

Der Experte ist Stammgast auf seinem Festival. Jedes Jahr kehrt er zurück. Mal kommen alte Freunde mit, Mal wirbt er bereits Monate im Voraus bei seinen Leuten damit, wie unfassbar geil es hier eigentlich sei und dass sie sich das auf gar keinen Fall entgehen lassen dürften! An einzelnen Stages und Anlaufpunkten werden dann die Geschichten ausgepackt, wie er hier Mal diese eine mega heiße Lisa kennengelernt hat und dort mit dem DJ gechillt hat. Seit den ersten Editionen des Events ist er am Start. Die genaue Jahreszahl behält er allerdings für sich. So kann er – je nach dem, was sein Gesprächspartner behauptet – ein, zwei Jahre oben drauflegen, damit klar ist, wer von beiden eigentlich der wahre Fan ist. Schon in der Schlage beim Einlass berichtet er den Gästen um sich herum ungefragt, dass es letztes Jahr ja mit der Organisation viel besser geklappt habe. Aber vor fünf Jahren – ja, damals sah das Ganze eh komplett anders aus. Die ganzen Mitläufer gingen ihm tierisch auf die Nerven. Kann nicht jeder so real sein wie der Experte!

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    overdoxx · Vor 6 Monaten
    die bezeichnung alman hättest dir stecken können
Über den Autor
Jonas Vieten

Ich bin Jonas Vieten und seit Oktober 2017 Teil der Redaktion. Bereits als Leser habe ich mich täglich auf neue Artikel und News rund um EDM gefreut. Nun auf der Seite der Verfasser sein zu dürfen, macht mich sehr froh. Ich hoffe, eines Tages im Musik-Business – bevorzugt als DJ – arbeiten zu können. Neben Bigroom-Feuerwerk oder chilligen Future-House-Beats können Film-Soundtracks mich ebenfalls begeistern.

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