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Hymnen für die Ewigkeit

Die 20 größten Festival-Hits aller Zeiten

(Geschätzte Lesezeit: 6 - 11 Minuten)

Die 20 größten Festival-Hits aller ZeitenDie 20 größten Festival-Hits aller Zeiten | Bild: Balaton Sound Festival.

2019 fand vor wenigen Tagen sein Ende. In dem Sinne erstmal ein frohes Neues! In letzter Zeit liest man nicht nur von dem, „was sich 2020 alles ändern wird“ oder „was 2019 ausgezeichnet hat“, sondern auch von einem Recap des ganzen Jahrzehnts. Wir setzen noch einen drauf und blicken auf die Geschichte der elektronischen Musik zurück. Jedes Jahr gab es mindestens einen Hit, der die Festival-Dancefloors, also die Orte, für die solche Songs produziert werden, dominierte. Wir haben 20 rausgepickt, die wir besonders erwähnenswert finden.


Hardwell feat. Mitch Crown - (Call Me A) Spaceman

Wir starten direkt Mal mit einem Song, der die noch immer anhaltende EDM-Euphorie u.a. mitausgelöst hat. “Spaceman“ – oder “Call Me A Spaceman“, wie die spätere Vocal-Version hieß – beförderte den noch jungen Hardwell 2012 auf die Mainstages der Welt. Der monotone Drop gepaart mit der simplen Melodie im Break sind ein sofortiger Ohrwurm. Später wurde dieser Sound als Big Room bekannt und Hardwell zum Aushängeschild für eines der größten Sub-Genres der EDM-Geschichte.



Sebastian Ingrosso, Tommy Trash, John Martin - Reload

Die Zeit um 2013 war aber nicht nur die goldene Phase für Big Room, sondern auch für Progressive House. Die einstige Verwirrung um den Begriff aufgrund des gleichnamigen Sub-Genres, das eher in Richtung (Minimal) House geht, legte sich relativ schnell, als “Reload“ vom Swedish-House-Mafia-Mitglied Sebastian Ingrosso überraschenderweise als eigenes Release erschien. Spätestens mit dieser Lyrics-starken Hymne wurde die Begrifflichkeit endgültig in erster Linie den melodischen Feuerwerken zugeschrieben. Die Vocals erklingen bis heute in etlichen Mashups auf den Festivals, wenn nicht gar das Original ausgepackt wird.



Afrojack & Martin Garrix - Turn Up The Speakers

2014, in der Endphase für Martin Garrix, was den Big Room betrifft, legte er mit seinem guten Freund Afrojack dieses Brett nach. Zugegebenermaßen ist das Sound-Design dem Hünen zuzuschreiben. Garrix soll allerdings die Idee zum Song gehabt haben und trat damit an einen der Experten auf diesem Gebiet heran. “Turn Up The Speakers“ genießt noch immer großes Ansehen, da die Nummer so einzigartig ist und im Big-Room-Wirrwarr noch immer hervorsticht.



Yeah Yeah Yeahs - Heads Will Roll (A-Track Remix)

Wenn in der Dorfdisko wieder Mal die Damen der Schöpfung betrunken auf den Tischen tanzen, dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass gerade “Heads Will Roll“ im A-Track Remix lief. „A-Track Remix?“, werden sich vielleicht einige an dieser Stelle fragen. Ja! Der Hit, welcher in mindestens jedem zweiten Mainstage-Set seit 2009 auftaucht, ist ein Remix und nicht etwa das Original, dem die entscheidenden Hit-Elemente eben fehlen. Aber dieses Wissen kann man natürlich nicht voraussetzen, wenn man bedenkt, dass die meisten Menschen nicht Mal den Interpreten vor dem Titel mitlesen. Tatsächlich muss Musik nämlich noch produziert werden.



Avicii - Levels

Die 2018 verstorbene schwedische Legende hatte unzählige Welthits. Wir wollen an dieser Stelle “Levels“ von 2011 stellvertretend nennen. Wenn man einen so simplen Loop zum Banger machen kann, dann muss man ein wahres Talent sein. Das gilt für Avicii zweifelsohne.



Swedish House Mafia - Don’t You Worry Child (bzw. Alles)

Eigentlich müssten wir die vollständige Diskographie einfügen, um dem Erfolg der Swedish House Mafia Rechnung zu tragen. “Greyhound“, “Save The World“, “Miami 2 Ibiza“, “Antidote“ und “One“ – jedes einzelne Release dieser Gruppe war ein Welthit. Da diese Liste dadurch allerdings abwechslungsarm ausfiele, wollen wir wie bei Avicii “Don’t You Worry Child“ von 2012 als wohl größte und nachhaltigste Hymne statuieren.



Sandro Silva & Quintino - Epic

Noch immer diskutieren Szene-Nerds (also so Leute wie wir) darüber, ob “Epic“ 2012 Auslöser des EDM-Booms war oder doch unsere nächste Nummer. Maarten Vorwerk konnte sich nach diesem Erfolg gar nicht mehr vor Anfragen für Ghost-Produktionen retten. Er ist das Mastermind hinter dieser Single. Während sich Quintino in der oberen DJ-Riege festigen konnte, gelang Sandro Silva gleiches nie. Der coole Lead im Drop stammt von einer Sample-CD. Alle, die diese im Regal stehen hatten, werden sich wohl bis heute darüber ärgern, das Potenzial nicht selbst entdeckt zu haben. Allerdings ist festzuhalten, dass “Epic“ sehr schlecht gealtert ist. Vor allem der Break klingt einfallslos und leer. Deswegen gab es 2018 einen Garmiani Remix, der aber nicht die Aufmerksamkeit der Massen auf sich lenken konnte.



Martin Garrix - Animals

„Motherfucking animals!”, oder doch: „We are the fucking animals!”? Lange herrschte über die korrekten Lyrics des Pre-Drop-Vocals Uneinigkeit. Diese räumte Martin Garrix selbst aus dem Weg, als er 2013, im Jahr nach der Veröffentlichung, im Making-Of mit dem Future Music Magazine letzteres bestätigte. Interessanterweise ist die Break-Melodie erst in letzter Sekunde seitens Spinnin‘ Records geändert worden. Wäre es sonst auch ein Welthit geworden? Gründe gab es zu genüge. Da wäre etwa der Ping-Pong-Sound im Drop, über den sich später deadmau5 lustig machte, oder das fette Beat-Intro des Extended Mix‘.



Dimitri Vegas & Like Mike, MOGUAI - Mammoth (Body Talk)

 Endlich ist mal ein Deutscher in unserer Liste vertreten. MOGUAI dürfte darüber hinaus auch derjenige gewesen sein, der den Song maßgeblich zustande gebracht hat. Dimitri Vegas & Like Mike haben nämlich seit jeher keinen einzigen nennenswerten Track selbst produziert. Von Sekunde eins an packt einen der bedrohlich wirkende, ruhig beginnende Aufbau. Obwohl es unwahrscheinlich erscheint, dass die Party People die Nationalitäten der Interpreten kennen (siehe einem ähnlichen Problem bereits oben), funktioniert ”Mammoth” auf deutschen Festivals besonders gut. Die Vocal-Version brauchte hingegen wirklich niemand.



Timmy Trumpet & Savage - Freaks

„When Mom isn’t Home” ein Faktor, der für die Popularität von Timmy Trumpets ”Freaks” zu großen Stücken mitverantwortlich sein dürfte. Auch wenn der kleine Kerl im Meme sichtlich Schwierigkeiten hat, den Takt zu halten, verbreitete sich das Video rasend schnell und stieß viele „Song???“-Fragen auf. Der Trompeten-Mann ist seit 2014 zu einer Größe in der Szene herangewachsen. Die letzten beiden Jahre unterstreichen seinen Aufwärtstrend nochmal.



Ivan Gough & Feenixpawl ft. Georgi Kay - In My Mind (Axwell Mix)

"In My Mind" ist einer der Songs, die allen voran im Remix bekannt wurden - und das in vielerlei Hinsicht. 2012 war es der Axwell Remix, der dem Track das Hit-Gen verlieh. Der Mitsing-Faktor war auf Festivals enorm hoch. Das lag an der epischen Komposition und an den hervorragenden Vocals. 2018 wurde "In My Mind" dann erneut im Remix zum Hit. Der Erfolg mit der Dynoro-Version war sogar bedeutend größer. Das zeigt wie viele Potential in "In My Mind" steckt.



Dimitri Vegas & Like Mike, Martin Garrix - Tremor

Tremor“ gehört vermutlich zu den stumpfesten Song-Konzepten überhaupt. Nichtsdestoweniger funktioniert das Release noch immer – fast sechs Jahre später. Im Alleingang schraubte Garrix, der erst gerade zum Star mutiert war, das Tool zusammen. Aufgrund von Lizenz-Streitigkeiten ist “Tremor“ für Deutschland nicht auf Spotify verfügbar. Das hält die deutschen Festival-Gänger nicht davon ab, jedes Mal zu eskalieren. Ach ja, auch diese Nummer ist dem Big Room zuzuordnen.



W&W - Bigfoot

Wir machen es kurz: Fetter Big Room von 2013. Zusammen mit “Thunder“ feierte das niederländische Duo dadurch seinen Durchbruch. “Bigfoot“ ist insbesondere im Mainpart kompromisslos, was die Fans so schätzen. Der musikalische Eindruck hat unter dem Wandel der Zeit nichtsdestoweniger gelitten.



Tiesto - Adagio For Strings

Wir machen nun eine kleine Zeitreise in das Jahr 2004. Damals hatte Trance noch die Vorherrschaft auf dem Dancefloor. Tiesto releaste die mittlerweile stark in die Jahre gekommene “Adagio For Strings“. Im Gegensatz zu bspw. “Levels“ kann man allerdings einen klaren Cut setzen, denn heute würde wohl kaum ein DJ ein siebenminütiges Trance-Instrumental spielen. Der Vergleich hinkt natürlich, weil Aviciis Dauerbrenner ganze sieben Jahre später das Licht der Welt erblickte.



David Guetta & Showtek feat. Vassy - Bad

Wir springen exakt zehn Jahre weiter und landen beim bekanntesten DJ: David Guetta. Der Szene-Senior macht regelmäßig mit Chart-Stürmern oder Festival-Bangern auf sich aufmerksam. “Bad“ darf man an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen. Wer als DJ auf seinem Gig den nächsten Gang einlegen möchte, der kann die Collab wunderbar auspacken. Sowohl die EDM-Fans als auch die Radio-Hörer werden hieran ihren Gefallen finden.



Armin van Buuren - Blah Blah Blah

Wo wir gerade bei Szene-Senioren sind, können wir gleich bei Armin van Buuren weitermachen. Der Familienvater lieferte mit “Blah Blah Blah“ von 2018 unseren jüngsten Eintrag. Tatsächlich war ich derjenige, der nach Veröffentlichung schrieb, dem Song fehle „an wichtigen Stellen das letzte Etwas“. Zwar verwies ich im selben Fazit darauf, dass es dem Erfolg vermutlich nicht im Wege stehen werde. Doch im Ergebnis lag ich daneben. Das Psy-Trance-Lied wurde zum Welthit, sodass es mit Recht einen Platz in unserer Liste für sich beanspruchen kann.



Showtek feat. We Are Loud & Sonny Wilson - Booyah

Trotz der Trompeten ist diesmal nicht Timmy Trumpet, sondern Showtek an der Reihe. Das Duo landete 2013 einen weltweiten Hit. “Booyah“ featuret Reggea-Vibes, die auf einen Big-Roomigen Drop stoßen. Highlight dürfte jedoch der Vocal-Loop und das Einsetzen der eingängigen Lead-Melodie sein. Spätestens jetzt dürfte den meisten aufgefallen sein, dass die Jahre um 2013 vom Supersaw-Sound dominiert wurden.





DVBBS & Borgeous - Tsunami

„Dö-dö-dö-dö…” hört man die Menge grölen, wenn “Tsunami“ dropt. Der einfache Aufbau gleicht insbesondere im Build-Up dem namensgleichen Naturereignis. Damit schafften nicht nur DVBBS den Durchbruch, sondern KSHMR seinen nächsten weltweiten Erfolg. Er ist nämlich derjenige, der die Scheibe produzierte. 2013 reihte sich der Big-Room-Track in den Hype um das neuaufsteigende Genre ein und wird mittlerweile eher auf der Kirmes, dem Abiball oder dem örtlichen Club gespielt als auf dem Festival-Dancefloor.



Dimitri Vegas & Like Mike vs. W&W - Crowd Control

Crowd-Control ist auf Festivals ein wichtiges Thema. Darunter fasst man die Versuche seitens der DJs, die Menge mitzureißen und zu gewissen Aktionen zu animieren. So in diesem Fall, wenn es darum geht, im Takt von rechts nach links zu springen. Das Konzept des gleichnamigen Tracks ist nicht neu, nur zündete es diesmal richtig. In beinahe jedem aktuell populären Sub-Genre lässt sich ein Ableger oder Vorgänger finden. Für Marie und ihre Abi-Mädelstruppe war es in den letzten beiden Jahren aber definitiv das Highlight im Insta-Feed.



Armin van Buuren vs. Vini Vici feat. Highlight Tribe - Great Spirit

Um konsequent zu sein, hätten wir “Great Spirit“ eigentlich vor “Blah Blah Blah“ nennen müssen. Er war es nämlich, der den Psy Trance oder auch Goa (wobei Goa genaugenommen etwas anderes ist) in den Mainstream gerückt hat. Seit 2017 werden Club-DJs von vollgetankten Gästen lallend gefragt, ob sie nicht Mal dieses „He He-He Heya-He-Ya-Heya-Ho“ spielen könnten. Die Indianer-Vibes wecken in uns wieder einen Urinstinkt. Nur, dass wir heutzutage statt ums Lagerfeuer um die Müllberge auf dem Festival-Floor tanzen.

 

Fazit: Es ist unfassbar schwierig, eine Liste zu erstellen, die eine gefüllte musikalische Liste widerspiegeln soll. Sie könnte noch unendlich lang weitergehen. Wer sich einen wahren EDM-Fan schimpft, der sollte all diese Titel aber zumindest mal gehört haben. Wenig überraschend ist vor allem, dass Big Room das dominierende Genre (im letzten Jahrzehnt) war. Über Jahre hinweg veröffentlichte fast jeder Act, der es nach oben schaffen wollte oder bereits dort war, etwas in die Richtung. Zwölf von 20 Plätzen sind vom Genre belegt. Diese Fülle dürfte allerdings auch dazu geführt haben, dass viele Zuhörer den Sound satthaben und sich die meisten Produzenten nach neuen Styles umschauen oder dies längst getan haben. Welche Songs sind eure persönlichen Festival-Hits?

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    RTZ777 · Vor 1 Monaten
    Tut DV & LM ihre Lieder nicht mal selbst produzieren? Wenn ich es richtig verstanden habe? Und was das Thema big room betrifft ist es mir mittlerweile egal ich höre eh nur noch hardstyle hardcore und Oldschool aka 90s wenn die leute ein musik Genre fertig machen wollen obwohl es vor jahren beliebt war dann frage ich mich echt warum haben die es dann gehört wenn es dann wohl scheiße ist dann soll bitte big room wirklich nie wieder produziert werden wenn es eh so langweilig ist weil ständig dieses es ist gut und dann ist es wiederum nicht gut das nervt langsam das ich es ständig lesen muss und ja ich habe big room damals gefeiert und höre nur den alten noch an. Und noch eins das normale edm wird eh nie so gut sein wie trance und hardstyle weil die genre sind eigene Stille aber egal ich rege mich nicht auf aber man sollte kein Genre negativ da stellen wenn man es früher selbst gehört hat
    • This commment is unpublished.
      Jonas Vieten · Vor 1 Monaten
      Hi RTZ777,
      wo liest du denn, dass ich das Genre schlechtrede? Ich verteidige es sogar und weise auf die große Bedeutung für die Entwicklung der Szene hin. Könntest du mir das darlegen?


      LG
      Jonas
Über den Autor
Jonas Vieten

Ich bin Jonas Vieten und seit Oktober 2017 Teil der Redaktion. Bereits als Leser habe ich mich täglich auf neue Artikel und News rund um EDM gefreut. Nun auf der Seite der Verfasser sein zu dürfen, macht mich sehr froh. Ich hoffe, eines Tages im Musik-Business – bevorzugt als DJ – arbeiten zu können. Neben Bigroom-Feuerwerk oder chilligen Future-House-Beats können Film-Soundtracks mich ebenfalls begeistern.

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