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Alle Songs des ESC-Finales 2019 - kurz kommentiert

Grand Final – Eurovision Song Contest in Israel

(Geschätzte Lesezeit: 5 - 10 Minuten)

Eurovison Song Contest 2019Die Lieder des ESC-Finales 2019 kommentiert.

Nun ist sie komplett, die Liste mit den 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 64. Musikschreiber-Wettstreits. Tatsächlich geht es nicht um die Interpreten bei diesem Wettbewerb, sondern vielmehr um die Writer und Composer, denen als Trophäe ein gläsernes Mikrofon winkt.


Stiefel und Schwarz-Weiß

Dieses Jahr geht es um Stiefel, gerne länger als die Unterschenkel – und auch Stiefel bei Männern. Und es geht um schwarz und weiß bei der Kleidung. Na ja, um ehrlich zu sein fehlt auch das bon-bon-farbene Outfit an mehreren Stellen nicht.


Fader ESC-Jahrgang

Der 2019er Jahrgang fühlt sich eher etwas schwach an. Es stechen kaum Nummern aus dem sehr langsamen Balladen-Brei heraus. Trotz der niederländischen Ballade führt kaum ein Weg daran vorbei, dass der Sieg in unser Nachbarland führt. Das ist schön, dann findet der ESC im nächsten Jahr "gleich um die Ecke" statt.


Twelve Point go to

Nur gaaanz kurz zum Wertungsverfahren. Erst geht es in alle Sendeanstalten, wo die Punkte 10 und 12 vergeben werden, die niedrigeren 1 bis 8 werden einfach eingeblendet. Wenn die Runde durch das erweiterte Europa beendet ist, werden nun die Stimmen des Zuschauervotings hinzuaddiert, beginnend mit dem Land mit den wenigsten Punkten. Nach dieser Neuerung ist es tatsächlich bis zu Ende spannender. Zudem ist die Trennung von Jury und Zuschauer gerechter, da Blockbildungen verringert werden. (Übrigens: kleine Englischstunde – Heißt es "go to" oder "goes to"? Da es 12 unterschiedliche Punkte sind ist es 3. Person Plural [they], also "go to". Wird aber "Twelve Points" als feststehender Begriff oder Einheit gewertet ist es 3. Person Singular [it], also "goes to". Hier also ein klares Unentschieden.)


Zwitscher-Liste

Einfacher kann es doch nicht sein. DIE Liste in der Reihenfolge der Startaufstellung. Mit kurzen, knackigen Infos und Meinungen, die sich gut per Copy-And-Paste am Samstag beim Finale per SMS, WhatsApp-Message oder Twitter verschicken lassen. Ein Blick auf die Wettbüros (am Donnerstagabend) und die eigene hochwertige Fachmeinung hilft beim Zwitschern und Kloogschieten.


Startnummer 1: Michela mit "Chameleon"

Malta hat einen guten Beat, der aus der Balladenmasse heraussticht. Der Song ist besonders, aber doch eingängig. Da hat der kleine Inselstaat mal wieder einen Track vorgelegt, der entspannt unter die Top 10 kommen kann. Nur der Startplatz 1 ist undankbar für so eine Nummer.

Tanzbarkeit: ** - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 11 – Tipp: 10 bis 15 


Startnummer 2: Jonida Maliqi mit "Ktheju tokës"

Albanien ist ein Garant für Ethno-Balladen. Das ist auch gut so, denn der ESC soll Länder und Musikstile repräsentieren und nicht Einheitsbrei bieten. Schön, dass Albanien im Finale ist.

Tanzbarkeit: * - Spaß: * - Anspruch: **** -- Wettbüros: 23 – Tipp: 20 bis 26


Startnummer 3: Lake Malawi mit "Friend Of A Friend"

Tschechische Republik bietet eine Uptempo-Nummer, die nett zum Kopfwippen ist…oder um neue Chips zu holen. Etwas übergrinsig und anstrengend.

Tanzbarkeit: ** - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 17 – Tipp: 15 bis 20


Startnummer 4: S!sters mit "Sister"

Deutschland lässt dieses Jahr lieber die anderen um den Titel kämpfen. Schade. Ich mag die beiden Sängerinnen. Zumindest wird es kein neuer Titel für den Zero-Points-Club. Doch selbst mit einer lupenreinen Performance und viel Gefühl ist alles über Platz 20 ein Erfolg, den sich die Sängerinnen zuzuschreiben haben. Die Startnummer ist für den Song ganz gut. Nach der hektischen Startnummer 3 und vor dem gigantomanen russischen Beitrag gut eingebettet.

Tanzbarkeit: * - Spaß: * - Anspruch: *** -- Wettbüros: 26 – Tipp: 18


Startnummer 5: Sergey Lazarev mit "Scream"

Russland zieht wieder alle Register, um kostspielige Konservenmusik und die dazugehörige Performance zu produzieren. Glatt, durchgestylt, voll auf Erfolg getrimmt, ohne Seele, nur mit vielen Spiegeln. Hoch gehandelt, wird sich aber im Finale hinter Songs mit mehr Seele und Groove einreihen müssen, das zeigen auch die aktuellen Umfragen an.

Tanzbarkeit: ** - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 7 – Tipp: 10 - 15


Startnummer 6: Leonora mit "Love Is Forever"

Dänemark besinnt sich auf das skandinavische Liedermacherinnen-Konzept. Lächeln, Kopfschunkeln und unschuldige Leichtigkeit. Kann man doch in den wilden Zeiten gerade gut vertragen. Auf geht's. Überrasche uns im Finale mit einer guten Platzierung. Ob die Startnummer hinter Russland hilft oder störend ist, zeigt sich.

Tanzbarkeit: * - Spaß: *** - Anspruch: * -- Wettbüros: 16 – Tipp: 10


Startnummer 7: Serhat mit "Say Na Na Na"

San Marino also…ähm, hat halb so viel Bewohner wie Lüdenscheid und steht im Finale des ESC mit einem Interpreten, der auf jedem Tanztee im nordwestlichen Sauerland die Gebisse der reiferen Damen klappern lässt. Von Italien gibt es volle Punktzahl, aber das war es dann auch.

Tanzbarkeit: * - Spaß: * - Anspruch: * -- Wettbüros: 24 – Tipp: 26 – mein letzter Platz


Startnummer 8: Tamara Todevska mit "Proud"

Nordmazedonien hat bestimmt einen Song mit Tiefgang. Ich kann den Song aber nicht ertragen. Da hilft es auch nicht, dass sich der Track in eine dramatische James-Bond-Ballade verwandelt. Aber es muss ja auch die hinteren Plätze im ESC-Finale geben.

Tanzbarkeit: * - Spaß: * - Anspruch: **** -- Wettbüros: 13 – Tipp: 20 - 26


Startnummer 9: John Lundvik mit "Too Late For Love"

Schweden, ich bin nicht objektiv bei dir. Grundsätzlich hat ein Songwriting Team die Tracks perfekt für den ESC durchgestylt. Auch dieses Jahr passt es. Zu wenig EDM, zu viel Pop, aber die Wetten stehen gut für eine TOP5 Platzierung. Bei mir ist der Song schweren Herzens durchgefallen, aber natürlich geht es ins Finale mit großen Ambitionen.

Tanzbarkeit: * - Spaß: ** - Anspruch: ** -- Wettbüros: 3 – Tipp: 3


Startnummer 10: Zala Kralj & Gašper Šantl mit "Sebi"

Slowenien grüßt mit "Sebi" Milows "Ayo", nur etwas langsamer und… slowenischer. Aber da sollte kein Plagiat-Jäger genauer hinhören.

Tanzbarkeit: * - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 20 – Tipp: 15 - 20


Startnummer 11: Tamta mit "Replay"

Zypern zeigte ein wenig weniger Willen zum Siegen als das (fast) gleiche Lied vom letzten Jahr. Hoch gelobt vor den Live-Performances. Nun etwas gedämpftere Stimmung.

Tanzbarkeit: *** - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 14 – Tipp: 15 - 20


Startnummer 12: Duncan Laurence mit "Arcade"

Niederlande hat einfach den Song des ESC 2019. Sehr hoch in den Wettbüros und Umfragen gehandelt, was jedoch nicht immer etwas zu sagen hat. Der Track ist aber super aufgebaut, hat ruhige, sphärische Teile und schlägt danach los, ohne ein hohes Tempo zu besitzen. Die unterschiedlichen Teile sind gut kombiniert und bringen Gänsehaut. Die Jurywertung im Finale sollte auf jeden Fall den ersten Platz bringen. Doch auch das Zuschauer-Voting schreit nach dem ersten ESC-Sieg für die Niederlande nach dem schrecklichen Ding-A-Dong von 1975. Zwischen 2005 und 2012 sind sie jedes Mal im Halbfinale rausgeflogen. Auch danach gab es wenige "Ausrutscher" in die TOP 10. Dieses Jahr sind sie zum Greifen nah am ESC-Sieg. Und dann stimmt auch noch die Startplatzierung.

Tanzbarkeit: * - Spaß: * - Anspruch: ** -- Wettbüros: 1 – Tipp: 1


Startnummer 13: Katerine Duska mit "Better Love"

Griechenland bietet Main-Stream Pop, der in dem schwachen ESC 2019 Jahrgang trotzdem nicht hängen bleibt. Schon wieder aus dem Kopf.

Tanzbarkeit: * - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 15 – Tipp: 15 - 20


Startnummer 14: Kobi Marimi mit "Home"

Israel ist als Gastgeber auch für das Finale gesetzt und braucht sich keine Sorgen machen zwei Jahre in Folge den ESC auszurichten. Sieht übrigens aus wie der junge Freddy Mercury, nur ohne Überbiss.

Tanzbarkeit: * - Spaß: * - Anspruch: ** -- Wettbüros: 25 – Tipp: 20 - 26


Startnummer 15: KEiiNO mit "Spirit In The Sky"

Norwegen macht New-Disco. Mit modernen Euro-Beats und einem Glatz-Klops, der immer dazwischen gröhlt. Das soll ein Indigenes-Ethno-Pop-Element darstellen. Die Bevölkerungsgruppe der Samen, die in Nord-Norwegen und Finnland lebt, hat einen musikalischen Ausdruck in der Musikrichtung "Jojk". Das ist beeindruckend. Ich empfinde es jedoch vom norwegischen Beitrag nicht als wertschätzend genutzt, sondern als reines Showelement. (Das musste ich mal loswerden…) Dennoch ist Norwegen am Puls des ESC und wird sich im oberen Mittelfeld des Finales wiederfinden (oder vielleicht sogar etwas höher), denn der Track ist hörenswert und geht sogar in die Beine mit Chart-Potential.

Tanzbarkeit: *** - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 10 – Tipp: 4


Startnummer 16: Michael Rice mit "Bigger Than Us"

Das Vereinigte Königreich darf das. Große Male-Ballads mit Halbton-Rückung (wie bei Schlagern üblich) á la Sam Smith und Co. Hören will das trotzdem niemand, nicht mal beim ESC.

Tanzbarkeit: * - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 19 – Tipp: 20 - 26


Startnummer 17: Hatari mit "Hatrið mun sigra"

Island, ja. Lordi meets Marilyn Manson. Schon schräg (übrigens auch so gesungen), das passt als besonderer Act für einen überraschenden einstelligen Platz im Finale. (Mir gefällt, dass sie auch im Green Room in ihrer Rolle bleiben.)

Tanzbarkeit: * - Spaß: **** - Anspruch: * -- Wettbüros: 8 – Tipp: 6


Startnummer 18: Victor Crone mit "Storm"

Estland hat eine Gitarre dabei, die ihm weggenommen wird und er sie am Ende zurückbekommt. Dazwischen passiert auch nicht viel.

Tanzbarkeit: * - Spaß: * - Anspruch: * -- Wettbüros: 22 – Tipp: 20 - 26


Startnummer 19: Zena mit "Like It"

Weißrussland geht weniger in der Masse der Hupfdohlen unter als erwartet. Etwas ungewöhnlicher als das ganze Tüll-Angebot des Jahres. Eine der wenigen Nummern, die auch clubtauglich sind.

Tanzbarkeit: **** - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 21 – Tipp: 10 - 15


Startnummer 20: Chingiz mit "Truth"

Aserbaidschan. Danke. Für Freunde des gepflegten Chill-Pop EDM mit R&B-Anleihen bietet der ESC diesen kleinen Track. Aserbaidschan macht es richtig, keine klassische Ballade und doch ein paar Ethno-Klänge verwurstet. Chingiz mit Truth kann man entspannt hören. Wer macht den Mix mit ein paar BPMs mehr, der clubtauglich ist?

Tanzbarkeit: ** - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 6 – Tipp: 5


Startnummer 21: Bilal Hassani mit "Roi"

Frankreich erhält meinen Respekt für eine Performance mit echter Aussage, die gut umgesetzt ist. Chancen auf den Sieg? Nö. Aber der Song wird gut in den Wettbüros gehandelt.

Tanzbarkeit: * - Spaß: ** - Anspruch: **** -- Wettbüros: 9 – Tipp: 9


Startnummer 22: Mahmood mit "Soldi"

Italien macht ein bisschen auf böse, darf aber nicht über seine Hosenkette stolpern. Der italienische Sprechgesang geht im eigenen Land voll durch die Decke. Passt das zum ESC? Die Wettbüros lassen ihn an den TOP3 schnuppern. Für mich ein gutes Stück tiefer.

Tanzbarkeit: * - Spaß: **** - Anspruch: * -- Wettbüros: 5 – Tipp: 8


Startnummer 23: Nevena Božović mit "Kruna"

Serbien ist Schnarch. In der Tradition der großen Kleider und großen Gesten gibt es eine Power-Ballade auf die Ohren.

Tanzbarkeit: * - Spaß: * - Anspruch: *** -- Wettbüros: 18 – Tipp: 15 - 20


Startnummer 24: Luca Hänni mit "She Got Me"

Schweiz wartet mit einem DSDS-Gewinner auf. Also sind 12 Punkte aus Deutschland im Finale schon einmal sicher. Aber auf südamerikanisch und Justin Timberlake machen ist so 2016. Finale wartet natürlich trotzdem auf Luca Hänni.

Tanzbarkeit: *** - Spaß: *** - Anspruch: * -- Wettbüros: 4 – Tipp: 7


Startnummer 25: Kate Miller-Heidke mit "Zero Gravity"

Australien hat sich im Halbfinale am besten verkauft und schließt im Finale – trotz fiesem Chorus – zur Spitze auf. Die Sängerin nimmt die Bühne ein, obwohl sie nur auf einem langen Stock sitzt. Mit einer Eigendynamik des Abends könnte sie Überraschungsgewinnerin werden, da sicherlich auch die Jury den Song hoch wertet.

Tanzbarkeit: * - Spaß: **** - Anspruch: * -- Wettbüros: 2 – Tipp: 2


Startnummer 26: Miki "La venda"

Spanien leuchtet in Pastell-Tönen. Etwas übermotiviert, aber OK. Mittelfeld. Punkt.

Tanzbarkeit: ** - Spaß: ** - Anspruch: * -- Wettbüros: 12 – Tipp: 15 - 20

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Über den Autor
Marco Boehm

Musik begleitet mich im Leben. Als Musiker, Songwriter und DJ sind Beats und Rhythmus die Grundlagen für das Musikgefühl. In Kombination mit musiktheoretischem Hintergrund wird daraus ein ganzheitliches Musikverständnis. Elektronische Clubmusik kann mich dabei genauso beeindrucken wie Pop, Rock oder Chartmusik. Selbst der Eurovision Song Contest fasziniert mich. Aus diesem Grund lasse ich mich auf keine Musikrichtung festlegen.

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