Dance Charts 2017

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Jahresrückblick 2019

Marshmello - Das waren seine Tracks 2019

(Geschätzte Lesezeit: 6 - 11 Minuten)

MarshmelloDJ und Produzent Marshmello.

Auch für den US-amerikanischen DJ und Produzenten Marshmello geht ein weiteres starkes Jahr zu ende, in welchem er viele Erfolge feieren konnte. Er ist für seinen einzigartigen Future-Bass-Style bekannt. Insgesamt acht Singles, eine EP, sowie das Album "Joytime III" kamen auf den Markt. Im Ranking der Top 100 DJs von DJ Mag konnte er fünf Positionen bis auf Platz Fünf gutmachen. Wir wollen nun noch einmal auf seine Musik aus 2019 eingehen und schauen zurück auf die Marshmello-Tracks aus dem vergangenen Jahr.


Marshmello & Pritam feat. Shirley Setia - BIBA (Februar)

Der erste Song des Jahres ist "BIBA". Der Song  entstand mit zwei eher unbekannten Interpreten. Pritam ist ein in Indien sehr bekannter Bollywood-Komponist und Allround-Musiker. Mit dabei ist zudem noch die neuseeländische Sängerin Shirley Setia, die am Schluss des Songs einen Part singt. Die Single beginnt mit östlichen Gitarren-Klängen, womit man hier direkt schon einmal mit einem für Marshmello völlig untypischen Sound einsteigt. Danach geht es weiter mit Vocals, die in Hindi gesungen sind. Nach und nach kommt auch der Signature-Sound von Marshmello mit dazu, der dann auch im Drop gut hörbar ist. "BIBA" ist keine Future-Bass-Nummer, sondern internationaler Dance-Pop. Marshmello hält sich hier mit seinem Style deutlich zurück, um dem Song einen möglichst internationalen Touch zu geben, was hier wirklich hervorragend funktioniert. Kommerziell schafft es die Nummer nicht zu überzeugen, was wohl daran liegt, dass "BIBA" insgesamt vielleicht doch etwas zu speziell für einen Erfolg in Europa ist und wegen dem ungewohnten Style auch nicht jedem gefallen wird. Auch von den Streamingzahlen her ist der Song einer der schwächsten Singles des Jahres. Der Chart-Erfolg war hier aber vielleicht auch nicht Marshmello's Ziel, sondern eher einen Song zu machen, der anders ist und seine Zuneigung gegenüber Indien zeigt. Und das hat er mit "BIBA" in jedem Fall geschafft.



Marshmello & SVDDEN DEATH - Sell Out (Februar)

Nur eine Woche später erschien dann "Sell Out" zusammen mit dem US-Amerikaner SVDDEN DEATH. Die Nummer kommt wieder etwas näher an den gewohnten Marshmello-Style heran. Er beginnt mit seinem typischen Future-Bass-Sound und entwickelt sich dann bis zum Drop zu einem harten Dubstep-Track. Vor allem im Drop hört man dementsprechend die Arbeit von SVDDEN DEATH heraus, der auch sonst für diesen Style steht. Diese Dubstep-Crossovers von Marshmello hört man nicht nur einmal im Jahr 2019, wie wir später noch erfahren werden. Wenn man sich den Erfolg in den Charts anschaut, sieht es auch für "Sell Out" nicht gut aus. Der Track ist allerdings mit seinem harten Dubstep-Drop auch absolut nicht für die Charts bestimmt gewesen. Auf Spotify erreicht "Sell Out" nur minimal bessere Zahlen als der Vorgänger, womit auch die zweite Single des Jahres kein Erfolg wird.



Marshmello feat. CHVRCHES - Here With Me (März)

Weiter ging es mit dem Song "Here With Me". Die Nummer entstand in Zusammenarbeit mit der schottischen Gruppe CHVRCHES. Der Song ist nach zwei kommerziellen Flops der Versuch auch in den Charts wieder überzeugen zu können. "Here With Me" beginnt mit E-Gitarren-Sounds, wozu dann die sehr schönen Vocals der CHVRCHES-Frontfrau Lauren Mayberry dazukommen. Als Mainpart finden wir dann wieder den typischen Marshmello-Style vor, den wir von Hits wie "Happier" oder "Silence" kennen. Dazu hört man die Melodie des Refrains, gesungen von CHVRCHES. Ein Instrumental besitzt die Nummer nicht, stattdessen ist "Here With Me" klassischer Pop. Der Song klingt insgesamt sehr ordentlich, auch wenn man schon Kreativeres von beiden Artists gehört hat. Die Melodien sind eher simpel gehalten und wiederholen sich ohne wirklich Neues hinzuzufügen. Trotzdem bietet der Track viel Ohrwurmpotential. Schaut man in die Charts ist der Song der kommerziell erfolgreichste Track des Jahres von Marshmello. Platz 9 in Großbritannien und Platz 31 in den USA stehen zu Buche und auch in Deutschland kommt die Nummer bis auf Rang 49. Auch auf Spotify ist "Here With Me" mit über 317 Millionen Streams der mit Abstand erfolgreichste Song des Jahres.



Marshmello & SOB X RBE - Roll The Dice EP (April)

Weiter geht es mit einer EP mit drei Tracks, die im April herauskam. Das Mini-Album entstand in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Hip-Hop-Gruppe SOB X RBE. Die drei Songs heißen "Roll The Dice", "Don't Save Me" und "First Place". Vom Style her passt sich Marshmello, wie er das auch in der Vergangenheit immer schon einmal gemacht hat, sehr dem Hip Hop an. 2018 kamen unter anderem Kollaborationen mit Lil Peep oder Logic zustande. Die drei Songs klingen alle relativ ähnlich. Die Vocals von SOB X RBE werden unterlegt mit einem fetten Hip-Hop-Beat. Marshmello beweist mit der "Roll The Dice EP" also erneut seinen Hang zu anderen Styles, wie beispielsweise Hip Hop. Auf Spotify verbuchen die drei Songs schwache Zahlen. Der stärkste Song erreicht knapp 4,5 Millionen Streams. Mit der EP gelingt damit kein Erfolg.



Marshmello feat. Tyga & Chris Brown - Light It Up

Einen weiteren Hip-Hop-Track gab es dann nur zwei Wochen später zu hören. Diesmal gemeinsam mit den Rap-Größen Tyga und Chris Brown. "Light It Up" sollte der nächste Hit von Marshmello werden. Auch hier hält sich Marshmello mit seinem gewohnten Stil wieder stark zurück und überlässt vom Sound her den beiden anderen Artists das Feld. Die Zusammenarbeit mit Chris Brown und Tyga wurde von der schottischen Band CHVRCHES, mit der Marshmello mit "Here With Me" seinen größten Hit des Jahres landete, aufs Schärfste kritisiert, da die beiden Rapper sich bereits mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauches von Frauen konfrontiert sahen. Dies löste einen aggressiven Internet-Beef zwischen den Parteien CHVRCHES und Chris Brown & Tyga aus. In den Charts konnte "Light It Up" zwar einige gute Positionen ergattern, kommt aber längst nicht an frühere Erfolge von Marshmello heran. In den USA erreichte die Nummer Platz 90 und in Deutschland Platz 77. Auf Spotify erreicht der Track mit mehr als 62 Millionen Streams gute Zahlen.



Marshmello feat. A Day To Remember - Rescue Me (Juni)

Der nächste Song war die erste Singleauskopplung aus seinem Album "Joytime III". Der Track "Rescue Me" erschien zusammen mit der Band A Day To Remember. Die Nummer stellte damit den ersten Vorgeschmack auf das neue Album dar. Mit "Rescue Me" bekamen Fans den typischen Marshmello-Style zu hören. Fröhliche Future-Bass-Sounds und kleinere Rock-Parts machen die Nummer zu einem klassischen Marshmello-Track. Vor allem die Vocals der US-amerikanischen Band sind sehr stark und besitzen hohes Ohrwurmpotential. Insgesamt gehört der Song zu seinen stärksten des Jahres. Auch die Zahlen auf Spotify können sich absolut sehen lassen. Mehr als 32 Millionen Plays sind ein sehr ordentliches Ergebnis für "Rescue Me". In den Charts kommt die Nummer in den USA allerdings nicht höher als Platz 92. Insgesamt stellt der Track einen gelungenen Vorgeschmack auf das kommende Studioalbum dar.

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Marshmello & Kane Brown - One Thing Right (Juni)

Nur eine Woche später erschien das Lied "One Thing Right" zusammen mit Kane Brown. Brown kommt aus den USA und ist vor allem im Genre Country aktiv. Somit versprach diese Kollaboration eine sehr interessante Zusammenarbeit zu werden. "One Thing Right" ist dann letztendlich eine coole Mischung aus Country und EDM geworden, wo man die Elemente beider Styles heraushört. Auch die einprägsamen Melodien besitzen Hitpotential. "One Thing Right" konnte auch in den Charts überzeugen. Platz 71 in Deutschland und Platz 36 in den USA sorgen für gute Platzierungen. Auch auf Spotify ist die Single sehr erfolgreich. Hier werden über 193 Millionen Plays erreicht, womit "One Thing Right" dort der zweiterfolgreichste Track des Jahres ist. Insgesamt kann der Track zwar nicht an große frühere Erfolge heranreichen, erreicht aber sehr starke Streamingzahlen und ordentliche Chartplatzierungen.



Marshmello & Flux Pavillon feat. Elohim - Room To Fall (Juni)

Die letzte Singleauskopplung vor dem Release von "Joytime III" war dann der Track "Room To Fall". Produziert wurde der Song zusammen mit dem britischen DJ Flux Pavillon. Die Vocals steuerte die Singer/Songwriterin Elohim aus Los Angeles bei. Die Nummer besitzt eine extrem einprägsame Melodie im Refrain, womit allein die Gesangsparts schon einmal absolut überzeugen. Der Drop ist dann eine coole Mischung aus den beiden Styles von Marshmello und Flux Pavillon. Hier gibt es kraftvolle Future-Bass-Sounds zu hören, die nicht nur im Radio gut funktionieren, sondern auch im Club oder auf Festivals ihren Platz finden könnten. Somit stellt "Room To Fall" die nächste gelungene Nummer von Marshmello dar. Die zwei Singleauskopplungen sind zudem wieder hauptsächlich der Style, für den Marshmello bekannt ist und weniger Experimente in Richtung Hindi oder Songs aus dem Rap-Genre. In den Charts kann die Nummer allerdings gar nicht überzeugen. Keine Entries in den USA oder Deutschland sind da ein Beispiel für. Auch auf Spotify erreicht "Room To Fall" nicht einmal die 10 Millionen Plays. Der ausbleibende Erfolg könnte allerdings auch daran liegen, dass dies nun schon der dritte Marshmello-Track innerhalb drei Wochen ist.



Marshmello - Joytime III (Album) (Juli)

Anfang Juli erschien dann das dritte Studioalbum von Marshmello. "Joytime III" enthält mit 13 Tracks mehr als alle vorigen Alben des Künstlers. Es gibt allerdings auch viel mehr Kollaborationen als in seinen vorigen Alben, wo es eigentlich fast nie Collabs mit anderen Artists gab. In "Joytime III" gibt es acht Tracks mit anderen Künstlern. Gemeinsame Songs unter anderem mit Slushii, Crankdat oder auch Wiwek befinden sich auf dem Album. Insgesamt klingt dieses auch viel abwechslungsreicher als die vorigen Alben, weil man hier viel mehr unterschiedliche Styles einbezogen hat. Mit dabei ist Dubstep bei den Tracks zusammen mit Slushii, TYNAN und Crankdat. Aber auch Bass House mit Bellecour und sogar Jungle Terror mit Wiwek ist auf der Platte vertreten. Durch diese größere musikalische Vielfalt hört sich "Joytime III" viel abwechslungsreicher an als die Vorgänger. Auch der typische Future-Bass-Style von Marshmello ist natürlich oft genug vorhanden. Besonders überzeugen können dort "Rescue Me" und "Run It Up". Aber auch die Dubstep-Banger "Earthquake" mit TYNAN und "Falling To Pieces" mit Crankdat gehören zu den stärksten Tracks des Albums. Auch kommerziell ist "Joytime III" erfolgreich. In den USA erreicht das Album Platz 1 der Dance Charts und Platz 50 der Album Charts.



Marshmello & YUNGBLUD & Blackbear - Tongue Tied (November)

Der nächste Track nach dem Album kam erst im November heraus. "Tongue Tied" ist eine Kollaboration mit den beiden Artists YUNGBLUD und Blackbear. YUNGBLUD kommt aus Großbritannien und ist eher im Rock-Genre aktiv. Der US-Amerikaner Blackbear ist hauptsächlich dem Rap und RnB zuzuschreiben. Diese interessante Kombi aus Rock, EDM und Rap funktioniert überraschend gut. "Tongue Tied" kombiniert die Styles perfekt und klingt sehr erfrischend. Alles passt sehr stimmig aufeinander und stellt hohes Hitpotential dar. Der Erfolg hält sich aber in Grenzen. In den Charts springt in den USA keine Chartplatzierung heraus. In Deutschland erreicht der Track aber Platz 100 und in Großbrittanien sogar Platz 62. Auf Spotify performt die Nummer ordentlich mit über 20 Millionen Plays.



Fazit

Marshmello hat ein weiteres Jahr hinter sich, mit dem er seinen Erfolg weiter ausbauen konnte. Insgesamt veröffentlichte er acht Singles, eine EP und ein Studioalbum. Der ganz große Hit war zwar diesmal nicht dabei, dafür aber viele Songs, die in die Charts einsteigen konnten. Der größte Hit war "Here With Me" zusammen mit CHVRCHES. Das Highlight des Jahres dürfte für Fans des DJs aber auch das Album "Joytime III" gewesen sein. Somit kann Marshmello mit einem optimistischen Blick in Richtung 2020 schauen.

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Über den Autor
Daniel Leinen

Ich gehe auf ein Gymnasium in Nordrhein-Westfalen und interessiere mich sehr für Journalismus und Musik. Eine Kombination aus beiden und eine gute Chance Erfahrung zu sammeln ist für mich Dance-Charts. Ich bin froh Teil der Redaktion zu sein und schreibe vor allem über neue Songs und Alben, weil ich es sehr interessant finde, wie sich die elektronische Musik weiterentwickelt. Ich finde, dass jedes Genre, egal ob man es mag oder nicht, seine Existenzberechtigung hat. Denn diese Vielfalt ist das Schöne an der Musik.

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