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Da hatten sich die Künstler mehr erhofft

Top 10: Flops des Jahres 2020

(Geschätzte Lesezeit: 4 - 7 Minuten)

Die Flops des Jahres 2020Flops des Jahres 2020.

Es kommt immer wieder dazu, dass für die Promo von Songs eine Menge Geld in die Hand genommen wird und sich Künstler großen Erfolg erhoffen, die Lieder am Ende aber deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben. Wir haben für das Jahr 2020 Songs gesucht, die die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnten, und stellen euch unsere Auswahl an dieser Stelle vor.

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Platz 10: Mike Williams - Fallin‘ In

Seit Anfang seiner Karriere war Mike Williams einem enormen Druck ausgesetzt, weil er von den Medien und Fans immer wieder als potenzieller nächster Top-Star im DJ-Game gehandelt wurde. In den letzten Jahren entwickelte sich der Sound des Niederländers kaum weiter. Im April 2020 verkündete Williams dann, dass er einen Vertrag bei Universal Music unterschrieben habe. Viele Fans sahen die Unterschrift als endgültigen Schritt zum Star-DJ, doch das bestätigte sich nicht. Die Debütsingle “Fallin‘ In“ performte mit ihrem fröhlichen Dance-Pop-Sound schlechter als die meisten Club-Tracks. Der Styleumschwung sorgte dafür, dass er auch im DJ Mag Voting deutlich abfiel. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse bezeichnete Williams es als Fehler, in letzter Zeit von seinem Signatursound abgekommen zu sein. Das war kein guter Start bei Universal.


Platz 9: Jonas Blue & MAX - Naked

Der englische Produzent Jonas Blue hat sich in den letzten Jahren zu einem der erfolgreichsten Dance-Pop-Acts entwickelt und liefert fast jedes Jahr einen Sommer-Hit. Beispiele sind “Perfect Strangers“, “Fast Car“ und “Mama“, die allesamt über 700 Millionen Mal gestreamt wurden. Auch im Jahr 2020 verfolgte Jonas Blue das Ziel, einen Sommerhit beizusteuern. Am 26. Juni erschien daher der Song “Naked“ in Zusammenarbeit mit dem Sänger MAX. Statt mit einem sommerlichen Tropical-House-Sound wollte Jonas Blue seine Fans in diesem Sommer mit einem funkigen Style begeistern. Das war rückblickend keine gute Entscheidung. “Naked“ erreichte bloß 20 Millionen Streams und schaffte nicht einmal den Einstieg in die deutschen Top 100.


Platz 8: Steve Aoki & Alle Farben & Icona Pop - I Love My Friends (And My Friends Love Me)

Im April veröffentlichte Steve Aoki die vierte Ausgabe seiner beliebten Album-Serie “Neon Future“. Als Leadsingle des Albums fungierte der Song “I Love My Friends“ zusammen mit dem schwedischen Pop-Duo Icona Pop. Die Fans fanden Gefallen an der Nummer, sodass der Song schnell knapp zehn Millionen Streams verzeichnete. Ultra erkannte das Potenzial des Album-Tracks und beschloss, ein Re-Release anzusetzen. Unter dem erweiterten Titel “I Love My Friends (And My Friends Love Me)“ schloss sich der deutsche Dance-Pop-Produzent Alle Farben an, dessen signifikante Trompeten-Klänge dem Drop einen neuen Anstrich verliehen. Das Re-Release am 29. Mai brachte jedoch nicht annähernd den gewünschten Erfolg. Die neue Version sammelte gerade einmal zwei Millionen Streams.


Platz 7: Tiësto feat. Becky Hill - Nothing Really Matters

Wenn Tiësto einen kommerziellen Track veröffentlicht, kann man mittlerweile nur schwer prognostizieren, ob daraus ein Hit wird. In den letzten Jahren bewies der Niederländer mit den Songs “Jackie Chan“ und “Ritual“ mehrmals, dass er weiß, wie man Hits produziert. Es gab aber auch schon Zeiten, in denen Tiësto bloß Trends hinterherlief. Für seine Kungs-Adaption “On My Way“ erntete er beispielsweise viel Kritik. In diesem Jahr versuchte er Ähnliches mit der Single “Nothing Really Matters“. Der Song erinnerte stark an den Dance-Hit “Piece of Your Heart“. Aufgrund von 30 Millionen Streams, kann man zwar nicht von einem Mega-Flop sprechen, aber die Erwartungen an ein Pop-Release von Tiësto sind deutlich höher.


Platz 6: Alle Farben & VIZE feat. Graham Candy - KIDS

Der deutsche Produzent Alle Farben agierte im Jahr 2020 unglücklich. Neben der Collab mit Steve Aoki gab es ein weiteres Release des sympathischen Musikers, das die Erwartungen nicht erfüllte. Dabei standen die Vorzeichen von “KIDS“ so gut. An der Single arbeitete Alle Farben nämlich zusammen mit dem Duo VIZE, dessen Songs in diesem Jahr über weite Teile sehr gut performten. Aus der Zusammenarbeit resultierte eine moderne Dance-Version des 2000er-Hits “Kids“ von MGMT. Die Mischung beider Signatursounds war klar herauszuhören. Die gewohnten Trompeten-Klänge von Alle Farben wurden von einem VIZE-typischen Slap-House-Instrumental begleitet. Das Ergebnis war ernüchternd. Nicht einmal den Sprung in die Top 100 Deutschland schaffte “KIDS“. 


Platz 5: Bob Marley & The Wailers feat. Robin Schulz - Sun Is Shining

Das Musikjahr 2020 von Robin Schulz würde man insgesamt als recht erfolgreich bezeichnen. Anfang des Jahres ging seine Single “In Your Eyes“ durch die Decke, im Sommer eroberte er mit “Alane“ die Radios und gegen Ende des Jahres begann der Hype um seinen Dance-Song “All We Got“, doch über ein recht großes Release wird nur wenig gesprochen. Robin Schulz wurde in diesem Jahr eine große Ehre zuteil. Der deutsche Star-DJ veröffentlichte einen Song „gemeinsam“ mit dem legendären Act Bob Marley & The Wailers. Es handelte sich dabei um eine Neuauflage des Reggae-Songs “Sun Is Shining“. Die Fans erreichte der “Waves“-Interpret nicht. Die Single schaffte nicht den Einstieg in die Charts.   


Platz 4: Marshmello & Imanbek feat. Usher - Too Much

Anfangs wurde es als kluger Schachzug bezeichnet, dass sich Marshmello mit Imanbek einen der Shootingstars des Jahres 2020 für eine Collab an die Seite holt. An dem kasachischen Produzenten und seinem Remix zu “Roses“ von SAINt JHN führte in diesem Jahr kein Weg vorbei. Über die hochkarätige Produzentenbesetzung hinaus wurde für den Gesang noch der Superstar Usher verpflichtet. Der US-Amerikaner prägte den ersten Teil der 2010er mit seinen dancigen Pop-Songs maßgeblich. Aus der Dreierkonstellation ging der Track “Too Much“ hervor. Innerhalb von zwei Monaten verbuchte die Collab schwache 20 Millionen Streams und landete nicht in den deutschen Single-Charts. 


Platz 3: Zedd feat. Griff - Inside Out

Wenn Zedd eine neue Single veröffentlicht, ist das Release mit sehr hohen Erwartungen verbunden. Das liegt vor allen Dingen daran, dass der deutsch-russische Star-DJ nur selten Songs auf den Markt bringt. Wenn es dann soweit ist und eine neue Single erscheint, liefert Zedd meistens. Releases wie “Good Thing“ oder “365“ aus dem letzten Jahr kamen zwar nicht an die größten Hits heran, sammelten aber jeweils über 150 Millionen Streams. Im Jahr 2020 war das nicht der Fall. Während die erste Single “Funny“ noch solide performte, ging der Nachfolger “Inside Out“ völlig unter. 11 Millionen Streams nach zwei Monaten ist das schlechteste Ergebnis seit vielen Jahren. 


Platz 2: Kygo x Donna Summer - Hot Stuff

Die Kygo-Fans sind bei der Idee des Coverns von Songs aus älteren Jahrzehnten gespalten. Manche feiern das Crossover von alt und neu. Andere halten den Signatursound von Kygo in Kombination mit den Gesängen legendärer Sängerinnen für unpassend. Der Erfolg gab dem Produzenten bislang Recht. Im letzten Jahr entwickelte sich “Higher Love“ mit Whitney Houston zum Welthit. Dieses Jahr war es der Song “What’s Love Got To Do With It“ mit Tina Turner, der die Radio-Charts aufmischte. Kygos jüngste Neuauflage zu “Hot Stuff“ von Donna Summer konnte nicht anknüpfen. Der Song hat nur 27 Millionen Streams und kam in den Charts nicht über Platz 74 hinaus.


Platz 1: Calvin Harris & The Weeknd - Over Now

Hätte man ein Duo zusammenstellen müssen, das mit höchster Wahrscheinlichkeit einen Welthit zusammen produziert, wäre man wohl recht schnell auf die Namen Calvin Harris und The Weeknd gekommen. Es gibt nur wenige Musiker, die im 21. Jahrhundert musikalisch erfolgreicher waren als diese beiden Superstars. Für viele Hörer war beim Release ihrer gemeinsamen Single “Over Now“ im August klar: Das wird der nächste Welthit. Doch der Schotte und der Kanadier konnten die gigantischen Erwartungen nicht im Ansatz erfüllen. Der Song wurde von vielen Fans als äußerst belanglos aufgenommen und erreichte auf Spotify nur 92 Millionen Streams. Das klingt zwar im ersten Moment nach Hit, ist aber tatsächlich schwach. Die Höchstposition war in Deutschland Platz 92. “Over Now“ ist der größte Flop des Jahres! 

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Über den Autor
Henry Einck

Mein Name ist Henry Einck und ich habe mich im Mai 2015 der Redaktion von Dance-Charts angeschlossen. In den letzten Jahren hat sich die elektronische Musik zu meiner Leidenschaft entwickelt und ist mittlerweile neben dem Sport, der Teil meines Lebens, dem ich am meisten Aufmerksamkeit schenke. Neben dem Verfassen von Musikrezensionen und Boulevard-News, ermöglicht mir Dance-Charts durch Interviews näheren Kontakt zu den DJs. Ich sammele sowohl musikalische als auch journalistische Erfahrungen, die mich bei dem Berufswunsch des Journalisten weiterbringen könnten.

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