Szene aus "Arcade" von Dimitri Vegas & Like Mike vs W&W
Und mal wieder ist es an der Zeit, einen Blick auf die vergangenen Jahre zu werfen, denn 2017 steht fast vor der Tür. In diesem Jahr gab es insbesondere einen Aufschwung für die Trap- und auch für die Hardstyle-Musik, doch Musiker wie Dimitri Vegas & Like Mike, Hardwell und W&W blieben ihrem Stil überwiegend treu und bescherten Bigroom-Fans auch mit einer saftigen Ladung dieser. Oft wurde die Frage gestellt, ob das Genre tot sei, doch ich als eingefleischter Bigroom-Fan kann nicht davon sprechen, dass es mir an keinerlei Stoff gefehlt hat. Doch natürlich war das Genre nicht als einzelnes Thema. Aufgrund dessen kommen wir nun zur Liste.
Beginnen wir direkt mit einem der am heißesten erwarteten Bigroom-Krachern überhaupt! „Live the Night“ punktete seit über 3 Jahren durch seinen eingängigen, energischen Sound. Leider wurden nun Vocals von Lil‘ Jon über das Instrumental geklatscht, die einfach nur auf die Nerven gehen. Zum Glück wurde diese schnell unter den Tisch gekehrt und selbst in den Podcasts verwenden die drei Niederländer nur noch die Instrumentalversion. Dennoch bestückte der Track lange Zeit auch meine Playlist.
An Future-Bass führte dieses Jahr kein Weg vorbei. Sämtliche bekannte Künstler veröffentlichten Titel in diesem Stil, darunter auch Bassjackers, KSHMR und auch Yellow Claw mit ihrer Single „Love & War“. Wie sehr einem das The-Chainsmokers-Gedudel auf die Nerven gehen mag, diese Veröffentlichung muss man den Jungs von Yellow Claw lassen. Trotz ruhiger Vocals und Main-Synthes überzeugt das Lied durch powervolle Kick und eine unglaublich saubere Produktion. Der Preis für den besten Future-Bass-Track geht somit an die Jungs von Yellow Claw.
Den ersten Hardstyle-Song dieser Liste bildet das Lied „What About Us“ von Raw-Stylern Audiotricz und Euphoric-Hardstyler Atmozfears. Die Grundlage des Tracks bildet Atmozfears‘ Stil, der auf ganzer Linie überzeugt. Die ganze Zusammensetzung von „What About Us“ harmoniert auf so hohem Level und auch die Melodie ist einfach nur schön und sorgt für Gänsehaut. Die Vocals überzeugen in einem weiteren Maße. Die ruhige aber dennoch überzeugende und selbstbewusste Stimme vermittelt eine gewisse Art von Geborgenheit und Nähe. Das Gesamtwerk klingt einfach wundervoll und verkörpert die Elemente eines Tracks dieses Stils, wie er im Buche steht.
„Faded“ ist kommerziell gesehen der Track des Jahres überhaupt. Er überzeugte durch seinen einzigartigen Sound, der den Produzent Alan Walker ausmacht und die dünne, aber eben dadurch top zum Track passende Stimme von Iselin Solheim. Dash Berlin setzte mit seinem Remix zu dieser Nummer noch eine drauf und verwandelte den Downbeat-Track in eine schöne Mischung aus Progressive- und Electro-House. Der Remix versprüht durch das geniale Build-Up eine heftige Masse an Power, die einem einfach nur „mitmachen“ lässt. Die bekannte Melodie verstärkt dieses Gefühl und macht den Remix einfach zu einem Muss auf dieser Liste.
Der Track „Caribbean Rave“ war wohl einer der umstrittensten Tracks dieses Jahr. Die einen sagen: Innovativ und einfach eine geniale Idee… andere sagen: langweilig, unkreativ und einfach nichts Besonderes. Mich kann man in erstere Gruppe stecken. Für mich bildete „Caribbean Rave“ einen Bigroom-Song, wie er nie dagewesen war und erfrischte durch seine fröhlichen Sommer-Sounds die Lautsprecher meiner Kopfhörer immer wieder. Zu Weihnachten erschien zudem auch die, von Fans langerwartete Instrumental-Version des Tracks, denn wie auch zu „Live the Night“ stören hier, nachträglich hinzugefügte Vocals.
Weiter geht es mit Bigroom auch auf Platz 5 und wer produziert dies besser als Dimitri Vegas & Like Mike - wir lassen das hier jetzt einfach so stehen -. Auf jeden Fall bringt „Melody“ die Atmosphäre zum Kochen, wie kaum ein anderer Song. Ich sehe die Nummer deshalb als den Nachfolger von „The Hum“, der mindestens genauso polarisieren konnte. „Melody“ kann in keinem Set, in dem die Crowd mit aller Kraft mitgröhlen soll außen vorgelassen werden und auch in meiner Liste der besten Tracks des Jahres muss das Lied aufgeführt werden.
„Apollo“ ist wohl einer der unsterblichsten Tracks überhaupt. Seit 2012 spielt Hardwell das Lied in ausnahmslos jedem Set. 2016 bekam das Lied von Hardstyle-Newcomer Dr. Phunk ein Update und zwar eben im Hardstyle-Gewand. Dabei kann man beiläufig erwähnen, dass es kurzweilig hieß, dass dies die lang erwartete Kollaboration mit Atmozfears sei, aber Dr. Phunk mischte sich in sämtliche Diskussionen auf Social Media Plattformen ein und gab bekannt, dass er dahinter steckte. Und so war es auch. Als Remix-EP erschien dieser Remixerschien dieser Remix und sowie Neuinterpretationen zu „Run Wild“ und „Nothing Can Hold Us Down“. Der Remix zu „Apollo“ ist kurz gesagt ein wahres Meisterwerk. Eine unglaubliche Atmosphäre und eine wunderschöne Melodie. Ein klarer Platz 4 an dieser Stelle.
„Don’t Let Me Down“ war ebenfalls einer der Hits des Jahres. Natürlich konnten die meisten DJs nicht die Finger davon lassen. Der erste sehr bekannte Remix kam von W&W, der bereits sehr an Beliebtheit genoss, doch Hardwell setzte gemeinsam mit Hardstyle-Newcomer Sephyx noch einen drauf. Ihr Remix zu der Nummer glänzt durch sein Build-Up. Durch die Bekanntheit des Tracks an sich und sein geniales Hardstyle-Finale ist der Remix mehr als perfekt als Closing-Track verwendbar. Auch auf den kleineren Partys lief die Nummer als Hardwell Remix nicht zu selten. Auch in der Liste der Top-Lieder darf die zeitlose Nummer nicht fehlen.
Lang mussten wir drauf warten, doch jetzt war sie endlich gekommen. „Insanity“ heißt die Nummer und sollte 2013 die langerwartete Kollaboration zwischen Dimitri Vegas & Like Mike und Blasterjaxx, den Königen des Bigrooms darstellen. Doch schnell fiel die Kollaboration unter den Tisch und beide Projekte annullierten die Nummer. Doch im Zuge von Dimitri Vegas & Like Mikes Free-Track-Phase nahmen sie sich „Insanity“ noch einmal vor und produzierten sie auf Grund der hohen Nachfrage der Fans fertig. Dabei kam das Wunderwerk mit zum Glück kaum Veränderung zur Ursprungsversion heraus. Ein scheppernder Kick, eine mysteriöse Melodie und eine unglaublich saubere Produktion. Alles was ein perfekter Bigroom-Track braucht.
Einer der wohl unvergesslichsten Bigroom-Lieder wird wohl immer „Arcade“ bleiben. Kaum ein anderer Song baut eine derartige Atmosphäre auf. Allein das Intro, ein sich unregelmäßig immer wiederholender Ton, der immer schneller wiederkehrt und langsam einen Rhythmus reinbringt. Daraus entpuppt sich eine Melodie die einfach nur episch mit einer ungeheuren Kraft ertönt. Dazu kommt noch eine Priese Tranciger Atmosphäre und nur wenig später ertönt der Drop. Dieser hält die Power bei und knattert anständig voran. „Arcade“ ist der Festival-Track Nummer-eins und auch für mich ganz eindeutig der Hit des Jahres.
Fazit: 2016 konnte vielen Genres eine Perspektive bieten. Zum Glück wurde es mit dem Deep-House weniger, aber dafür feierten Future-Bass und Hardstyle ein neues hoch. Für Bigroom ging es solide voran, aber wenn eine saubere Bigroom-Nummer kam, dann war diese ganz großes Kino.
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