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Jahresrückblick 2019

KSHMR - Das waren seine Tracks 2019

(Geschätzte Lesezeit: 4 - 8 Minuten)

KSHMRProduzent und DJ Niles Hollowell-Dhar alias KSHMR.

Im Rahmen unserer Reihe von Jahresrückblicken widmen wir uns heute dem Produzenten-Idol schlechthin – KSHMR. Neben Tracks, welche vor Kreativität und Qualität geradezu überschäumen, ist der Amerikaner mit indischen Wurzeln außerdem für die wohl beliebteste Sample-Pack-Reihe unter Neueinsteigern und Profis „Sounds of KSHMR“ bekannt. KSHMRs Live-Auftritte stehen für episches Story-Telling, weiterhin ist er stolzer Besitzer eines eigenes Sublabels unter Spinnin‘ Records namens Dharma, auf welchem oft noch unbekannte Talente gefördert werden. In diesem Jahr hat sich KSHMR weiter von seinem gewohnten Bigroom/Progressive House Stil entfernt, als je zuvor, die von ihm geprägten indischen Einflüsse sind aus seiner Musik jedoch nicht wegzudenken. Seine Releases aus dem Jahr 2019 schauen wir uns im Folgenden mal genauer an:

Bali Bandits – Lucky Chances (feat. KSHMR) (Januar)

Auch wenn er hier nur als Feature erwähnt wird, ist ‚Lucky Chances‘ KSHMRs erste Veröffentlichung im Jahr 2019. Diese ist – so wie alle seine anderen Singles dieses Jahr auch – auf seinem Label Dharma erschienen. Die sehr poplastige Future-House-Nummer stellt weder einen für KSHMR, noch für die Bali Bandits typischen Sound dar. Die gepitchten Vocals machen einen Großteil der Single aus, die Sängerin wird jedoch nirgends erwähnt. Von den gewohnten indischen Elementen fehlt jede Spur. Schlecht klingt ‚Lucky Chances‘ natürlich nicht, doch der Nummer fehlt es an Persönlichkeit. Kein sehr gelungener Start ins neue Jahr, nichtsdestotrotz erzielte der Song auf Spotify bereits solide 2,7 Millionen Streams.



KSHMR & Yves V – No Regrets (feat. Krewella) (März)

Nach einem etwas holprigen Start legt KSHMR mit einer Spitzen-Kollaboration nach. Für ‚No Regrets‘ holte er den Belgier Yves V sowie die Mädels von Krewella mit ins Boot – das Resultat dieser Zusammenarbeit ist KSHMRs erfolgreichste Single des Jahres. Die Basis des Tracks bilden natürlich die herausragenden Vocals von Krewella. Das Instrumental schlägt eine ähnliche Richtung ein wie schon ‚Carry Me Home‘ aus dem letzten Jahr, insgesamt ist der Track aber deutlich langsamer. Lange ging man aufgrund des Drops von einer Zusammenarbeit mit Alan Walker aus, was sich im Endeffekt jedoch als falsch erweisen sollte. ‚No Regrets‘ schafft die perfekte Balance zwischen festivaltauglich und streaming-freundlich – und kann daher schon wohlverdiente 13 Millionen Spotify-Streams aufweisen!



KSHMR & KAAZE – Devil Inside Me (feat. Karra) (Mai)

Als nächstes folgt in KSHMRs Diskografie eine langersehnte Kollaboration mit dem schwedischen Progressive-House-Rockstar KAAZE. Auch hier dient als Grundlage des Tracks wieder eine exzellente Vocal-Performance, diesmal von der US-amerikanischen Sängerin Karra, welche schon für etliche EDM-Produktionen im Aufnahmeraum stand. Wie man es von den beiden Produzenten auch erwartet hat, ist ‚Devil Inside Me‘ eine Progressive-House-Nummer mit extrem epischer, orchestraler Grundstimmung. Der Drop stellt eine perfekte Fusion der beiden Stile dar – während die Bassline nach KSHMR – Neverland klingt, schreien die Leads nach KAAZE‘ Signature Sound. In der 2. Break sind dann auch endlich wieder KSHMR’s indische Wurzeln herauszuhören, die sich im energiegeladenen Instrumental widerspiegeln. Auch den Fans der Beiden scheint das alles gefallen zu haben, der Song wurde immerhin fast 5 Millionen Mal auf Spotify gestreamt.



KSHMR & Timmy Trumpet – The People (Juni)

‚The People‘ mit Timmy Trumpet wurde als Teil der „Dharma: Sounds Of Summer“-EP veröffentlicht und stellt ein wahres Festival-Tool dar. Weiterhin ist es KSHMRs einziger Track des Jahres, der „back-to-the-roots“ geht und in einem natürlich modernisierten Bigroom/Melbourne Bounce Stil anzusiedeln ist. Die Ursprünge beider Interpreten spiegeln sich sehr gut in der durch und durch energiegeladenen Nummer wieder und auch die indischen und orchestralen Einflüsse sind erneut willkommene Bestandteile dieses Tracks. Mit „nur“ rund 1,4 Millionen Streams schneidet ‚The People‘ auf Spotify im Direktvergleich jedoch nicht allzu gut ab, was wohl dem Festivalcharakter zuzuschreiben ist.



KSHMR & B3RROR – Lies (feat. Luciana) (Juni)

Ebenso wie ‚The People‘ erschien auch ‚Lies‘ auf der besagten „Dharma: Sounds of Summer“-EP. Mit dabei sind B3RROR und Luciana, mit welcher KSHMR bereits 2014 die sehr erfolgreiche Platte ‚No Heroes‘ herausbrachte. Mit fortschreitender Karriere trauen sich viele Künstler nicht mehr, zu experimentieren – im Gegensatz dazu steht jedoch KSHMR. ‚Lies‘ kombiniert Trap-Musik mit heftigen Hardstyle-Drops. Die Nummer ist in vielerlei Hinsicht einzigartig, so auch Luciana’s Vocals oder der coole Flöten-Loop im Instrumental. Zwar schaffte die Single es dementsprechend nicht, irgendwelche Streaming-Rekorde zu brechen (ca. 800.000 Spotify-Streams), kann aber in puncto Kreativität auf ganzer Linie überzeugen und ist vor allem für Langzeitfans von KSHMR mal wieder etwas Ungewohntes und Neues.



KSHMR – My Best Life (feat. Mike Waters) (Juli)

Der mittlerweile 6. Track, den KSHMR dieses Jahr veröffentlichte, nennt sich ‚My Best Life‘. Es handelt sich um eine Dance-Pop-Nummer, die von dem Australier Mike Waters gesungen wird. Das erstklassige Vocal wird in gewohnter KSHMR-Manier von einem komplexen Instrumental begleitet. Das Tolle an dieser Single ist, wie KSHMR es trotz der eher kommerziellen Ausrichtung schafft, erneut seine indischen Wurzeln mit in das Werk einfließen zu lassen. Da der Track insgesamt sehr ruhig ist, hat KSHMR für seine Live-Auftritte außerdem noch einen Club Mix von ‚My Best Life‘ produziert. Zusammen schaffen es Original und Club Mix auf Spotify auf beinahe 11 Millionen Streams. Der Text handelt übrigens davon, sich nicht vom protzigen Leben anderer über Social Media herunterziehen zu lassen, sondern einfach das Beste aus seinem eigenen Leben zu machen – tolle Message!



KSHMR & Lost Stories – Bombay Dreams (feat. Kavita Seth) (September)

Für sein nächstes Release ‚Bombay Dreams‘ arbeitete KSHMR mit dem indischen Produzenten-Duo Lost Stories sowie der indischen Sängerin Kavita Seth zusammen. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit verbindet die indische Musik auf eine Art und Weise mit der elektronischen, wie wir sie von KSHMR noch nie gehört haben. Kern des Tracks ist natürlich der einzigartige Gesang von Kavita Seth – teils indisch, teils auf Englisch. Drumherum baut sich ein elegantes, emotionsgeladenes, nahezu hypnotisches Instrumental auf, das verschiedenste fernöstliche Instrumente miteinander kombiniert und einen sehr schnell in seinen Bann zieht. Schwer zu sagen, warum dieses großartig gelungene Experiment nur rund 1,4 Millionen Spotify-Streams verzeichnen kann – verdient hätte die Single deutlich mehr. 



KSHMR – Do Bad Well (feat. Nevve) (Oktober)

Weiter geht es mit dem vorletzten Song KSHMRs in diesem Jahr – ‚Do Bad Well‘. Nach eigener Aussage ist die Nummer aus KSHMRs Interesse an Italowestern entstanden. Glücklicherweise war Nevve dann in der Lage, ein erstklassig passendes Vocal abzuliefern, sodass es letztendlich zum Release kam. Die Western-Sounds sind erneut ein geglücktes Experiment und sorgen für eine außergewöhnliche Stimmung, die sich perfekt mit den aggressiven Psytrance-Drops kombinieren lässt. Definitiv eine beispiellose Single, die zwar eher fürs Festival geeignet ist, aber trotzdem schon solide 2 Millionen Streams auf Spotify erreichen konnte.



KSHMR & Marnik – Alone (feat. Anjulie & Jeffrey Jay) (November)

KSHMRs Jahr endet mit einer weiteren Single, die ihresgleichen sucht. ‚Alone‘ ist die mittlerweile vierte Kollaboration von KSHMR und Marnik, für die gleich zwei Stimmen mit ins Team geholt wurden – die von Anjulie und von Jeffrey Jay. Der balladenartige Chorus, welcher offensichtlich stark von dem Erasure-Hit ‚A Little Respect‘ inspiriert wurde, sorgt für ein ungewöhnliches Hörerlebnis, insgesamt sind die Vocal-Performances aber natürlich wieder erstklassig, auch wenn die gepitchten Stimmen vielleicht nicht jedem gefallen. Im Drop klingt ‚Alone‘ dann wie eine abgewandelte Melbourne Bounce Variante von Gaullin – Moonlight, es wurde auf jeden Fall auf Radiotauglichkeit gesetzt. Die Thematik der Nummer befasst sich ähnlich wie schon ‚My Best Life‘ mit Problemen unserer modernen Gesellschaft. Leider bleibt der Streaming-Erfolg der Single aus, mit knapp 800.000 Spotify-Streams ist sie auf einer Ebene mit ‚Lies‘ einzuordnen, wobei die Veröffentlichung natürlich auch noch nicht allzu lang her ist.



Fazit

KSHMR kann auf ein sehr interessantes Jahr 2019 zurückblicken. Musikalisch hat sich der 31-Jährige definitiv weiterentwickelt und veröffentlichte in diesem Jahr noch vielseitigere Tracks als je zuvor. Seine Diskografie umfasst Dance-Pop-Singles ebenso wie Bigroom- oder Psytrance-Banger und sogar eine experimentelle Trap und Hardstyle Fusion. Zwar konnte er die Streaming-Rekorde aus dem letzten Jahr nicht übertrumpfen (Carry Me Home – 28 Millionen, Power – sogar 64 Millionen!), nichtsdestotrotz bleibt KSHMR seinem Stil treu und bringt immer wieder seine indischen Wurzeln in seine musikalischen Werke ein, wobei ihm seine enormen Fähigkeiten als Produzent eine große Hilfe sind. Des Weiteren lässt er seine Fans aber auch ständig hören, dass er mit seiner Entwicklung als Künstler noch lange nicht am Ende ist. Wir sind gespannt, was für einzigartige Tracks uns auch im nächsten Jahr wieder erwarten werden.

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Über den Autor
Tim Franke

Elektronische Musik begleitet mich schon, seit ich mit 12 Jahren zum ersten Mal „Levels“ von Avicii zu hören bekam. Von da an gab es für mich nichts Schöneres mehr, als ständig neue Musik zu entdecken. Es war schon immer egal, ob emotionale Progressive-House-Hymne, aggressiver Festival-Bigroom oder donnerndes Drum-and-Bass-Feuerwerk, denn für mich spielen Genres keine Rolle, solange ich mich völlig in der Musik verlieren kann. Neben meinem Künstlerprojekt „TIM3Limit“ und meinem Audio Engineering Studium bietet mir Dance-Charts eine weitere Möglichkeit, mich noch intensiver mit EDM auseinanderzusetzen, wofür ich sehr dankbar bin.

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