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Deutschrap in den Charts

Mero, Ufo361 und Capital Bra - Was' los in den deutschen Charts?

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 4 Minuten)

Mero, Ufo361 und Capital BraCapital Bra - der erfolgreichste deutsche Musiker.

Nicht nur ein teurer Benz, Zigarettenqualm, "Bitches" und Drogen zuhauf - der Inhalt vom Großteil der aktuellen Musikvideos in den deutschen Singlecharts. Mero, Ufo 361 oder Capital Bra heißen die neuen Größen in den Top Ten der offiziellen Singlecharts Deutschlands. Sie verbreiten ein Image, welches ziemlich einzigartig in der weltweiten Chartlandschaft ist. Ist doch toll oder? Wie krass das Gangster-Image der deutschen Charts wirklich ist und wie es beim Rest der Welt aktuell in den Charts aussieht - ein Überblick.


Die Charts auf Wolke 10

Schon seit einiger Zeit hat sich in den deutschen Charts eine neue Musikrichtung etabliert, die die EDM-Trendwelle der der vergangenen Jahre ablöste: Rap. Genauer gesagt: Deutschrap. Erste Anzeichen gab es bereits im Oktober 2017 als "Was Du Liebe Nennst" vom deutschen Rapper Bausa ganze acht Wochen auf der Spitzenposition stand bis dann Künstler wie Ed Sheeran, Camilla Cabello oder Justin Bieber wieder die Regie übernahmen. In den darauffolgenden Monaten tauchten immer wieder deutsche Raptracks in den Top Ten auf. Immerzu schön vermischt mit 0815-Pop wie "Friends" von Marshmello.

Den Sommer 2018 kann man dann gut als den Umschwung in den deutschen Charts bezeichnen. Immer mehr Capital Bra und Summer Cem tauchten auf. Unterbrochen von Megahits wie "Bella Ciao" oder "In My Mind". Im Oktober 2018 gab es dann zwischendurch mal Phasen wo die Rapper Bonez MC und RAF Camora mit ihrem gemeinsamen Album zeitweise acht der zehn Topplatzierungen in den Charts innehatten. Bis zum aktuellen Zeitpunkt gab es dann noch seltene Ausnahmen wie "Sweet But Psycho", "High Hopes". In der vergangenen Chartwoche (29.03. bis 04.04.) verzeichneten wir das erste eine Deutschrap-Quote in den Top Ten von 100 Prozent. Alle 10 Songs kommen von Capitial Bra, Mero und co. Die kompletten Top 100 bestehen aus insgesamt 48% Deutschrap - fast die Hälfte.

Österreich und die "Palmen aus Plastik"

Nachbarland Österreich hat bereits im Herbst 2018 durchgegriffen (wir berichteten). Dort nahm das Album von Bonez MC und RAF Camora 13 von 14 der ersten Platzierungen der Charts ein. Darauf reagierten die Zuständigen und änderten das System dahingehend, dass nur noch die drei meistgehörtesten Tracks eines Albums in die Charts aufgenommen werden - eine Lösung, die erstmal fragwürdig erscheint. Zu viel Rap in den Charts der deutschsprachigen Länder...Sollte man dies wirklich mit Regelveränderungen und somit Verfälschung der tatsächlichen Chartsituation bekämpfen? Deutschland hat bisher noch keine Änderungen vorgenommen. Und das ist eigentlich auch ehrlicher so. Denn somit würden die Charts nicht mehr die tatsächlich meistgehörtesten Songs widerspiegeln und damit ein falsches Bild der deutschen Musikhörerschaft vermitteln. Doch was dann?

Viele Menschen in Deutschland, inklusive einem Großteil unserer Redaktion, sind nicht begeistert von dem aktuellen Trend in den deutschen Charts. Auch auf großen EDM-Festivals werden EDM-Headliner durch Deutschrapper ersetzt. Eine Todsünde für viele Fans der elektronischen Musik. "Kokain", "Baller los" und "Palmen aus Plastik" sind allesamt keine lyrischen Meisterwerke oder musikalische Vorzeigewerke. Auch das Image, welches darin vermittelt wird ist ein gewöhnungsbedürftiges. Meistens dreht es sich um Drogen, oft auch Gewalt oder "Bitches" - und das häufig erschreckend positiv.

Weltweit findet man zwar auch zahlreiche Rap-Tracks wieder, doch nirgendwo so krass wie in unseren Breiten. Viele Länder haben stets auch nationale Songs in ihren Charts, die ihr Land in irgendeiner Weise widerspiegeln. Norwegen hat international durchstartende Stars wie Astrid S oder Sigrid im Trend. Frankreich haben nach wie vor viele landestypische Klänge im Programm und Spanien versprüht auch charttechnisch die gute Laune der Latino-Musik. Dort ist aktuell aber auch die Popmusik-Quote noch deutlich höher als hier. Musiktechnisch positioniert sich Deutschland dagegen aktuell ziemlich eindeutig. Doch wollen wir Songs, die "Kokain" oder "Gib Ihm" wirklich als internationales Aushängeschild haben? Die Fakten sagen: Ja, wollen wir.

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    Mariofan98 · Vor 3 Monaten
    Ich hab alles versucht um den Rap-Trend in den Charts zu beenden:
    Spotify angeschrieben
    den BVMI fünfmal angeschrieben
    mich an die GfK beschwert
    Capital %&$§! beleidigt


    brachte alles nix
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    Dany Wedel · Vor 7 Monaten
    Es ist eine unumstößliche Tatsache, daß die Ermittlung der Charts auf Basis eines völlig antiquierten Systems erfolgt.
    Das System funktioniert einfach nicht mehr (auch, weil immer weniger physische Tonträger, aber mehr digitale Medien verkauft werden), und kann auch streamings verfälscht / manipuliert werden.
    Für allgemeinen Nutzer von Musik nicht weiter tragisch, da für ihn die Charts kaum Relevanz besitzen.
    Wer früher die Beatles nicht mochte und deren Alben ganz unabhängig von der Chartsposition nicht gekauft hat, der kauft auch heute nichts von Capital Wonderbra, wenn er den nicht mag.
    Problematischer ist der Einfluss auf die Vertreiber der Medien, z. Bsp. Radiosender : um Hip zu sein und Hörer zu gewinnen spielen die die Charts rauf und runter.
    Und darin liegt wiederum die Erklärung für das mittlerweile furchtbare Angebot in der Radiolandschaft.
    Das System muss, wenn es erhalten bleiben soll, dringend grundsaniert werden.
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    Kabibi · Vor 7 Monaten
    ???
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    DJ Zitros · Vor 7 Monaten
    Als mobil DJ für Hochzeiten und Geburtstage begrüße ich diese Entwicklung, ich spiele nur noch altes Zeug, weil den ' #%$& ' kein Mensch hören will und spare viel Geld ;-)

    Aber mal im ernst, selbst Trend-Radiosender spielen davon kaum was, also was stimmt mit unseren Charts nicht, dass sie so aussehen, wie sie aussehen, ist das wirklich das, was die Jugend von heute hört?
    Meiner Erfahrung zeigt mir ganz klar NEIN, also scheint es ein Problem mit dem Ermittlungsverfahren der Charts zu geben, dass nicht mehr zeitgemäß ist!

    Das österreichische Verfahren ist allerdings auch nicht nachvollziehbar, das ist ja nun wirklich eine Beschneidung der Leistung von Künstlern. Wer ein perfektes Album auf den Markt schmeißt, sollte auch entsprechend gewürdigt werden.
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    Harribo · Vor 7 Monaten
    Zum Kotzen! Aber es ist ja auch kein Wunder, denn wer kauft denn heutzutage noch CDs? Im Grunde genommen kauft wenn überhaupt nur die Jugend noch CDs! Wenn die etwas älteren Semester das tun, dann weil ihre Lieblingsband wie Rammstein, Tote Hosen, Ärzte, Onkelz und so weiter und so weiter ein neues Album rausbringen! Tja und da das ja nicht ständig passiert, steht dann der Kram in den Charts, den die Jugend so hört, bzw kauft!
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    Hostile DJ · Vor 7 Monaten
    Wenn man sich das Ganze anschaut, dann ist es einfach nur traurig. Nichts gegen das Genre und die Künstler, aber wenn es nur noch um Drogen, Gewalt (gegen wen oder was auch immer) geht, wundert es mich nicht was mit der Jugend abgeht. Einige verstehen nicht einmal genau um was es geht und was die Bedeutung ist, aber Hauptsache dicke Autos, T****n usw.

    Es gibt auch sicherlich Ausnahmen, aber diese sind ehr rar gesät. Ich selber bin, was musikalisch angeht, sehr offen aber immer wieder das gleich Schema nervt einfach nur.
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    DJ KITON · Vor 7 Monaten
    Das zeigt doch nur das die deutsche Jugend mehr u. mehr Verblödet,daß in vielerlei Hinsicht.
    Schlechte Musik,miese Filme,da spiegelt sich für mich die Smartphone/Youtube Generation wieder.Wenn Jugendlich statt Tanzen,lieber den DJ filmen bzw. Fotografieren stimmt doch was nicht! Aber nur meine Meinung.
Über den Autor
Daniel Leinen

Ich gehe auf ein Gymnasium in Nordrhein-Westfalen und interessiere mich sehr für Journalismus und Musik. Eine Kombination aus beiden und eine gute Chance Erfahrung zu sammeln ist für mich Dance-Charts. Ich bin froh Teil der Redaktion zu sein und schreibe vor allem über neue Songs und Alben, weil ich es sehr interessant finde, wie sich die elektronische Musik weiterentwickelt. Ich finde, dass jedes Genre, egal ob man es mag oder nicht, seine Existenzberechtigung hat. Denn diese Vielfalt ist das Schöne an der Musik.

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