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Alternativen zu Live-Events

Live-Events - Eine Branche im Survivalmodus

(Geschätzte Lesezeit: 3 - 5 Minuten)

Live-Events - Eine Branche im SurvivalmodusCorona-Krise - eine Branche im Survivalmodus.

Not macht erfinderisch - das hört sich irgendwie zu positiv dafür an, was die Eventbranche gerade durchmacht. Denn was bringen Erfindungen wie VR-Festivals wenn sie am eigentlichen Problem gar nichts ändern können? Die Corona-Pandemie verhindert nach wie vor größere Festivals. Darum halten sich Betreiber und Künstler mit allen möglichen Alternativen über Wasser und arbeiten mit Hochdruck an Perspektiven für die Zukunft. Wie sieht es aus in der Branche und wie versuchen sich Betreiber am Leben zu halten? Ein Überblick.

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Kultur im Überlebenskampf

"Januar ist da, November- und Dezemberhilfen nicht!" - das schreibt die Initiative #AlarmstufeRot auf Instagram. Darunter Kommentare von Menschen, die kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen und daher nur verzweifelt auf die Hilfen warten können. Viele fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Denn tatsächlich gibt es bei der Auszahlung der eigentlich für November und Dezember geplanten Finanzspritzen für Kulturbetriebe Verzögerungen. Langsam läuft die Auszahlung zwar an, aber für viele Selbstständige ist es dann vielleicht schon zu spät.

Auch bei den großen Festivalveranstaltern der Welt führt die Pandemie zu massiven Umsatzeinbußen. Klar: Festivals müssen abgesagt werden, weil die Infektionsgefahr einfach zu groß ist. Somit müssen Veranstalter darauf hoffen, dass so viele Menschen wie möglich ihr Geld für die Tickets nicht zurückfordern, sondern zum Beispiel gegen einen Gutschein eintauschen. Clubs dürfen nach wie vor gar nicht öffnen und machen dementsprechend auch keinen Umsatz mit Partys. Damit konnten unzählige Menschen quasi durch die Pandemie über Nacht ihren Job nicht mehr normal ausüben. Seitdem befindet sich die Branche im Survival-Modus. Alternativen müssen her, um irgendwie Einnahmen zu generieren und nicht in den finanziellen Ruin getrieben zu werden. 


Raven am Laptop

Veranstalter versuchen mit unterschiedlichen Methoden und alternativen Einnahmequellen zu überleben. Der Kölner Club Bootshaus zum Beispiel hat sich Einiges an Innovationen einfallen lassen. Bereits in der ersten Jahreshälfte 2020 ging Bootshaus LIVE an den Start - das stellte sich dann quasi als das Netflix der EDM-Branche heraus. Für knapp fünf Euro im Monat stehen wie bei einem Streamingdienst Livesets aus dem Bootshaus und exklusive Mixe zum Abruf bereit. Im November ging dann mit Bootshaus VR noch ein weiteres innovatives Konzept an den Start. Der Club wurde virtuell nachgebaut und kann mit der noch relativ neuen VR-Technologie mit eigenem Avatar betreten werden. So kann man sich frei im Club bewegen und über den heimischen Laptop mit "echten" Menschen feiern - zumindest sitzen die gerade auch in echt vor dem Laptop. Zwei Konzepte, die ohne Corona wohl eher nicht oder zumindest nicht so schnell an den Start gegangen wären. Viele Clubs haben sich außerdem an die aktuelle Situation angepasst und wurden kurzerhand zum Corona-Testzentrum umfunktioniert. In vielen Großstädten Deutschlands gibt es diese Entwicklung schon zu beobachten. Neben diesen Ideen sich über Wasser zu halten gibt es natürlich noch Ticketverkäufe für zukünftige Events, Merchandise usw. in Online-Shops.


Tomorrowland goes Virtual

Auch Festivals weltweit setzen auf den Support ihrer Community. Gutes Beispiel: Das Tomorrowland in Belgien. Die haben im Sommer und auch noch vor wenigen Wochen mit einem Silvester-Event neue Maßstäbe gesetzt. Mit einem virtuellen Festival, wo mit Martin Garrix, David Guetta und Co. die ganz großen aufgelegt haben, versuchten die Veranstalter das Feeling der Festivals den Menschen nach Hause zu bringen. Neben den Einnahmen der Tickets konnte man daneben auch noch durch Verkauf von Essensboxen, Getränken und weiteren Merchandise-Artikeln Geld einnehmen. Diesen Weg der virtuellen Festival-Variante gingen ebenfalls gleich mehrere Festivals.

Und sonst? Tja, sonst heißt es hauptsächlich eins: Warten. Und zwar  darauf, dass die Entwicklung der Infektionszahlen es wieder erlaubt Festivals stattfinden zu lassen. Auf den Social-Media-Seiten des Ultra Music Festival beispielsweise herrscht seit März 2020 gähnende Leere und die Edition im März 2021 steht angesichts der aktuellen Zahlen in den USA definitiv auf der Kippe. Auf der Instagram-Page des World Club Dome fragten die Veranstalter die Fans, ob sie sich mit einem Termin im Juni sicher fühlen oder lieber später bevorzugen würden. Das zeigt: Es herrscht eine große Unsicherheit in der Branche, wann es wieder weitergehen kann und in gewisser Weise eine Machtlosigkeit der Pandemie gegenüber. Denn selbst die teilweise wirklich eindrucksvollen technischen Innovationen, die in der Krise entstanden sind, können in unseren Augen langfristig für alle Beteiligten weder finanziell, noch rein vom Erlebnis her ein Ersatz für Live-Events sein, auch wenn sie Betreiber in dieser schwierigen Zeit finanziell natürlich etwas unterstützen können. Die meisten Festivals müssen darauf hoffen, dass ihre Events, die teils schon mehrfach verschoben wurden, so früh wie möglich wieder stattfinden können.

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Schnelltests - Die Rettung des Festivalsommers?

Seit einiger Zeit gibt es allerdings mit den Impfungen eine Perspektive, die es so bisher noch nicht gab. Dazu gibt es schon zahlreiche Konzepte, die die pandemiegerechte Durchführung von Festivals mithilfe Schnelltests vorsehen. Die Umsetzung ist da natürlich noch nicht sehr konkret. Trotzdem plant man 2021 Festivals auf diese Weise stattfinden zu lassen, was zumindest eine bessere Perspektive für die Eventbranche ist als noch vor einem halben Jahr. Ein VR-Festival und virtuelle On-Demand-Sets sind zwar besser als nichts, aber letztendlich auch nur ein Laufen auf der Stelle bis es wieder losgeht. Not macht zwar erfinderisch, aber am besten sind Festivals dann doch ganz ohne Not.

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Über den Autor
Daniel Leinen

Ich gehe auf ein Gymnasium in Nordrhein-Westfalen und interessiere mich sehr für Journalismus und Musik. Eine Kombination aus beiden und eine gute Chance Erfahrung zu sammeln ist für mich Dance-Charts. Ich bin froh Teil der Redaktion zu sein und schreibe vor allem über neue Songs und Alben, weil ich es sehr interessant finde, wie sich die elektronische Musik weiterentwickelt. Ich finde, dass jedes Genre, egal ob man es mag oder nicht, seine Existenzberechtigung hat. Denn diese Vielfalt ist das Schöne an der Musik.

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