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Jahresrückblick 2018

Tiësto – Das waren seine Tracks 2018

(Geschätzte Lesezeit: 3 - 6 Minuten)

Tiësto – Das waren seine Tracks 2018Tiësto 2018: Jahresrückblick auf seine Veröffentlichungen.

Zum Abschluss unserer Jahresrückblickreihe 2018 nehmen wir uns das Werk von DJ-Ikone Tiësto vor. Der niederländische Produzent experimentiert schon seit Jahren mit verschiedenen Styles und versuchte immer mal wieder einen Mainstream-Hit zu landen. In diesem Jahr hat er sich diesen Wunsch überraschend erfüllt und mit dem Song “Jackie Chan“ einen weltweiten Sommerhit gelandet. Wir schauen uns im Folgenden an, was der Niederländer in diesem Jahr außerdem produziert hat und ziehen ein abschließendes Fazit.

Tiësto & Sevenn feat. Gucci Mane – BOOM (Januar)

Den Anfang des musikalischen Jahres 2018 machte Tiësto mit einer neuen Version des 2017er-Tracks “BOOM“ mit seinen US-amerikanischen Musikerkollegen Sevenn. Die drei Musiker beschlossen eine Feature-Version mit dem US-Rapper Gucci Mane aufzunehmen, um den Track radiotauglicher zu gestalten und einen Erfolg in den Vereinigten Staaten zu ermöglichen. Die Jungs von Sevenn verrieten uns im Interview, dass sie dem Feature anfangs skeptisch gegenüberstanden, doch die Version letztlich für die beste halten. Tatsächlich passten die Rap-Parts von Gucci Mane überraschend gut zum basslastigen Instrumental und verpassten dem Song eine völlig andere Note. Am Ende brachte die Version nicht den gewünschten Erfolg. “BOOM“ konnte keine Chart-Positionen und mit 51 Millionen weniger Spotify-Streams als das Original einfahren.



Tiësto & John Christian – I Like It Loud (März)

Am 30. März legte Tiësto mit der EP-Veröffentlichung “I Like It Loud“ nach, die im Gesamten vier Tracks umfasste. Der namensgebende erste Track entstand zusammen mit dem geschätzten DJ-Kollegen John Christian. Die beiden Produzenten legten den Mainstyle-Klassiker aus dem Jahr 1997 von Marshall Masters und The Ultimate MC, dessen Veröffentlichung als “Maria“ von Scooter für großen Erfolg sorgte, neu auf. Der Versuch einer erfolgreichen Neuauflage glückte in keinem Fall, da die Mischung aus Bigroom und Melbourne Bounce einfach nicht mehr zeitgemäß ist. Auf Spotify wurde der Track solide 4,7 Millionen Mal gestreamt, aber von den Fans bekam man überwiegend negative Kritiken zu hören.



Tiësto & Matisse & Sadko – Dawnbreaker (März)

Der zweite Track von der “I Like It Loud“-EP war eine Kollaboration mit dem russischen Progressive-House-Duo Matisse & Sadko. Die Nummer trug den Namen “Dawnbreaker“ und lässt sich stilistisch ausschließlich dem Duo zuordnen. Man erkennt beim Hören des Tracks keinerlei Tiësto-Elemente. Lässt man diesen Fakt außenvor, haben wir es mit einer soliden Progressive-House-Produktion für die Genre-Fans zutun. Musikalisch war “Dawnbreaker“ überzeugend, doch Innovationen klingen anders. Die drei Millionen Spotify-Streams entsprachen schließlich den Erfolgserwartungen der drei Produzenten.



Tiësto & Mesto – Coming Home (März)

An dritter Stelle stand der Track “Coming Home“, den Tiësto zusammen mit seinem Produzentenfreund Mesto geschaffen hat. Ähnlich wie bei “Dawnbreaker“ hört man hier kaum Elemente von Tiësto, sondern größtenteils das Future-Bounce-Sounddesign von Spinnin‘-Newcomer Mesto. “Coming Home“ war eine moderne, groovige House-Produktion für die Clubs, dessen Qualität sich im Streaming-Erfolg widergespiegelt hat. Mit 13 Millionen Spotify-Stream war der Track die erfolgreichste Nummer von “I Like It Loud“. Der Song ist musikalisch grandios, doch der Eigenanteil der DJ-Ikone lässt erneut zu wünschen übrig. 



Tiësto & MOTi – Break The House Down (März)

Der letzte Song von “I Like It Loud” war eine Kollaboration mit dem niederländischen Bigroom-Produzenten MOTi, mit dem Tiësto bereits vor Jahren an dem Track “Blow Your Mind“ arbeitete. Der Follow-Up-Track “Break The House Down” knüpfte an den druckvollen Electro-House-Style an und heizte den Festival-Crowds der Tiësto-Sets extrem ein. Der Track vermischt Electro House mit Bigroom und Future House, sodass man es mit einem modernen Festival-Banger aus dem Jahr 2018 zu tun hat. Ein starker Festival-Track macht den Abschluss einer durchschnittlichen EP.



Tiësto – Hotel Transylvania 3 (Album) (April)

Am 20. April folgte dann ein Album der besonderen Art. Tiësto produzierte den Soundtrack des erfolgreichen Animationsfilms „Hotel Transsilvanien 3“. Das Besondere an dem Album ist aber viel mehr die Aufmachung. Der Niederländer hat eine passende Melodie zum Kindergruselabenteuer kreiert und in drei verschiedenen Tracks in jeweils unterschiedlichen Styles präsentiert. Der erste Track “Seavolution“ geht in den Trap-Bereich, der zweite Song “Wave Rider“ hat größtenteils Electro-House-Elemente inne und die dritte Nummer “Fear It Down“ präsentiert die Melodie in einem 2013er-Bigroom-Sound. Man sollte das Album nicht zu ernstnehmen, doch die Idee dahinter ist recht amüsant.



Tiësto & Dzeko feat. Post Malone & Preme – Jackie Chan (Mai)

Im Mai veröffentlichte der 49-Jährige einen sommerlichen Dance-Pop-Song, mit dem er wieder einmal die Single-Charts erobern wollte. Doch “Jackie Chan“ passte nicht in die Reihe der zahlreichen Mainstream-Flops, die Tiësto in den letzten Jahren so produziert hat. Zusammen mit dem Produzenten Dzeko und den beiden US-Rappern Post Malone und Preme schaffte er den großen Wurf. Der Dance-Pop-Song mit den Rap-Parts landete in der Heimat des Produzenten auf Platz 2, in Deutschland auf Platz 25 und im Vereinigten Königreich auf Platz 5. Dazu kommen noch unfassbare 372 Millionen Spotify-Streams. “Jackie Chan“ gehörte zu den besten Dance-Pop-Songs des Jahres und hat den Erfolg durch ein lockeres, sommerliches Dance-Rap-Crossover völlig verdient.



Tiësto – WOW (August)

Der Niederländer ruhte sich ein Bisschen auf dem Erfolg aus und veröffentlichte über den Sommer hinweg nur den Werbesong “Phoenix“, der aber nie offizielle releaset wurde und deshalb keinen Platz in unserem Rückblick findet. Am 24. August beendete Tiësto seine Dürreperodie mit der Veröffentlichung des Electro-House-Tracks “WOW“. Der Titel und das Cover sagen alles über den Track aus: Hier kann man sich auf etwas gefasst machen. Tiësto hat es tatsächlich geschafft einen modernen Festival-Track zu produzieren, der nicht wie im Jahr 2013 klingt. “WOW“ war eine treibende, basslastige Electro-House-Nummer mit einem zerstörerischen Sound-Design. Stark!



Tiësto
– Grapevine (Oktober)

Der letzte Song des Jahres erschien am 26. Oktober. Tiësto kündigte mit dem Titel und dem Cover einen ähnlich zerstörerischen Track wie “WOW“ an. Die Produktion trug den Titel “Grapevine“ und hielt sich in einem deutlich ruhigeren Style. Der Track ging in die Richtung von “BOOM“ und schaffte es mit einem basslastigen, eintönigen Grundbeat eine tolle Atmosphäre zu erschaffen. Zum Abschluss gab es damit nochmal einen ruhigeren, aber nicht weniger überzeugenden Bass-House-Track von Tiësto zu hören.

 

Fazit: Fasst man die Tracks der letzten zwölf Monaten von Tiësto zusammen, kann man von einem erfolgreichen und interessanten Jahr sprechen. Der Niederländer hat es geschafft mit seinen experimentellen Tracks eine enorme musikalische Vielfalt vorzuweisen und kann in diesem Jahr auf keinen Riesenflop zurückblicken. Neben dem Mega-Hit “Jackie Chan“ hatte Tiësto auch noch interessante Tracks wie “WOW“, “Grapevine“ oder die Vocal-Version von “BOOM“. Das Release der EP “I Like It Loud“ lässt sich im Nachhinein als etwas unnötig beurteilen, da die Songs entweder schlecht waren oder ausschließlich das Sound-Design des Kollaborationspartners widerspiegelten. Wir sind gespannt, wie Tiësto in seinem 50. Lebensjahr weitermachen wird.

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Über den Autor
Henry Einck

Mein Name ist Henry Einck und ich habe mich im Mai 2015 der Redaktion von Dance-Charts angeschlossen. In den letzten Jahren hat sich die elektronische Musik zu meiner Leidenschaft entwickelt und ist mittlerweile neben dem Sport, der Teil meines Lebens, dem ich am meisten Aufmerksamkeit schenke. Neben dem Verfassen von Musikrezensionen und Boulevard-News, ermöglicht mir Dance-Charts durch Interviews näheren Kontakt zu den DJs. Ich sammele sowohl musikalische als auch journalistische Erfahrungen, die mich bei dem Berufswunsch des Journalisten weiterbringen könnten.

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