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16
Feb
2015

Die Geschichte Aviciis

Avicii - Vom House DJ zum Popgigant

Wie wird man ein Star? Wie wird man der Star? Avicii könnte diese Fragen wohl beantworten, der schwedische DJ und Produzent ist einer der beliebtesten und erfolgreichsten elektronischen Musiker der heutigen Zeit. Mehrere Nummer Eins Hits ebneten ihm den Weg ganz nach oben, heute gibt er Solo Shows und spielt auf allen großen Festivals dieses Planeten. Er arbeitetet mit Künstlern wie Aloe Blacc und Madonna zusammen und wirbt für Marken wie Ralph Lauren. Doch wie kam es zu dem Erfolg des Künstlers, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die EDM Szene so ist wie sie heute ist? In diesem Artikel werden wir die Karriere des 25-jährigen von diversen Blickwinkeln beleuchten und so hoffentlich das Geheimnis seines Werdeganges entdecken.

 

Avicii

Avicii heute

Fast 19 Millionen Likes auf Facebook, mit „The Nights“ sitzt er noch in den Top 20 der Single Charts, „The Days“, die Kollaboration mit Robbie Williams ist immerhin noch in den Top 100. Avicii ist in den Köpfen der Menschen, die Momentaufnahme beweist, er ist einer der größten Popstars der letzten Jahre. Und das obwohl er im letzten Jahr in Folge einer Operation eine große Anzahl an Shows absagen musste (wir berichteten). Doch das hindert ihn nicht daran, am laufenden Band Musik zu produzieren.

Eine Kreation mit Wyclef Jean, einem haitianischen Hip Hopper, mit dem Titel „Divine Sorrow“ war Teil von Coca Colas Spendenkampagne vor Weihnachten die in Kooperation mit der Anti-Aids Organisation (RED.) rund einen Euro für jeden verkauften Download des Titels spendete. All das ist Teil des Avicii Universums von heute, doch um zu verstehen, wie es dazu kam muss man ganz an den Anfang zurück.

 

Die ersten Schritte des schwedischen Superstars

In Zeiten in denen sich quasi in jeder Sekunde ein junger Musikfan entscheidet DJ zu werden gehen die Künstlernamen langsam zur Neige, es gibt viele komische gar abstruse Namenserfindungen, Avicii gehört nicht dazu. Als Tim Bergling sich vor über acht Jahren für dieses Pseudonym entschied, führte ein Zufall dazu, das er die zwei markanten „i“s hat, die heute so viele Nachahmer finden. Ursprünglich wollte er ich „Avici“ nach der Aviciitiefsten Hölle des Buddhismus nennen, doch das Musiknetzwerk Myspace hatte bereits ein Mitglied mit diesem Namen registriert, sodass Bergling kurzerhand den letzten Buchstaben verdoppelte. In seinen frühen Jahren trat er auch noch unter den Namen Tim Berg, Jovicii und Tom Hangs in Erscheinung, letzterer ist tatsächlich an den Schauspieler Tom Hanks angelehnt.

Nur wenige Monate nachdem er angefangen hatte mit Fruity Loops Studio zu produzieren, nahm Bergling an Pete Tongs Fast Trax Wettbewerb teil. Diesen konnte er haushoch gewinnen, sodass noch in 2008 sein erster Song „Manman“ auf Tongs Bedroom Belam Label erschien. Sogar Laidback Luke, neben den ehemaligen Swedish House Mafia Mitgliedern und Daft Punk einer der Inspirationen für den jungen Tim, zeigte seine Anerkennung. In Folge dieses Erfolges bekam er diverse Angebote von Agenturen und Labels, schließlich unterzeichnete er bei At Night Management, was bis heute wohl eine der wichtigsten Entscheidungen seinen Lebens war.

 

Der Manager Ash Pournouri als Multitalent

Hinter dem Erfolg von Avicii steht in erster Linie ein Mann und das ist nicht Tim Bergling selbst. Nein, sein Manager seit den frühen Tagen, Ash Pournouri hat wie kein anderer alles dafür getan den jungen Schweden an die Spitze des Popbusiness zu bringen. In seiner Zeit als Club Promoter in Stockholm entdeckt er den gerade 18 gewordenen Tim online, wenig später ist dieser bei At Night Management, der bisher sehr kleinen Agentur von Ash unter Vertrag. Von da an sollte sich das Leben auch für den Master in Jura vollkommen ändern, wie kaum ein anderer Manager im Musikbusiness erkennt er das Potenzial des Internets, nutzt Hypes voll aus und versteht es mit Spotify gewinnbringend zu arbeiten.

 

Die Durchschnittskarriere am Anfang

Sehr provokativ ausgedrückt entwickelt sich Bergling in den ersten Jahren unter At Night zu einem soliden Mitglied der House DJ Szene. Frühe Songs wie „Alcoholic“ erhielten Support von einigen echten Szenegrößen wie Tiesto, Roger Sanchez, Dirty South oder auch Kaskade. Als er in 2010 auf Ministry Of Sounds Records „Seek Bromance“ veröffentlicht, hat er seinen ersten echten House Klassiker erschaffen. Liebhaber des Genres vergöttern noch immer eine der Ersten echten Progressive House Hymnen.

Bereits wenig später wurde er deutlich grooviger, „My Feelings For You“ mit Sebastien Drums erreicht als Coversong die Single Charts in diversen Ländern weltweit. Einen großen Disput erreichte er mit „Fade Into Darkness“, das Instrumental, welches unter dem Titel „Penguin“ kursierte, wurde von Leona Lewis in ihrem Song „Collide“ verwendet ohne Bergling zu erwähnen. Dieser erreichte mit einer Anklage, das er im Namen des Releases erwähnt wurde. Seine eigene Vocal Version mit Gesang von Andreas Moe erreichte ebenfalls diverse Charts und zählt in der schnelllebigen EDM Welt von heute wohl auch bereits als Klassiker.

 

Vom Erfolg eines Songs

Es bedarf keiner Hexerei um herauszufinden, welche Veröffentlichung Aviciis Karriere auf díe nächste Stufe hob. Mit „Levels“ erreichte er Ende 2011 einen Megahit der unzählige Male Platin bekam und alleine in Deutschland über ein Jahr in den Single Charts war. Der Titel, der ein Sample eines alten Liedes von Etta James namens „Something's Got a Hold on Me“ verwendet, wurde sogar von Flo Rida gecovert, welcher mit „Good Feeling“ ebenfalls einen weltweiten Hit hatte. Bereits fast ein Jahr vor Release debütierte Avicii den Song in seinem Essential Mix bei Pete Tong auf BBC Radio 1. Mit Vocals dann performte er ihn das erste Mal auf dem Ultra Music Festival 2011 in Miami. Der Tapestop-Effekt, der in „Levels“ sehr prägnant zum Einsatz kommt, wurde schließlich für eine Weile in nahezu jedem House Track benutzt, was sogar zu Hasstiraden empörter Fans führte. Um den diversen neuen Mainstream Fans zu zeigen, wie vielseitig er eigentlich ist, veröffentlichte Avicii ein Youtube Video, welches Zuschauer anregte sich doch mal die diversen anderen Songs des Künstlers anzuhören.

 

 

Der A-List DJ

Hardwell und Skrillex haben „Levels“ geremixt, spätestens jetzt ist klar wo Avicii wirklich steht. Der Schwede hat es 2012 geschafft und ist zu einem der Namen auf der A-List geworden, keins der internationalen Festivals kann mehr ohne ihn auskommen. Er kletterte auf Platz drei der DJ Mag Top 100 DJs in 2012 und war Headliner für das Tomorrowland, das Ultra Music Festival und Coachella. Seine nächsten Veröffentlichungen „Silhouettes“ und „I Could Be The One“, welches mit Nicky Romero entstand, werden zu Megahits die in keiner Setlist fehlen dürfen. Forbes sagt, er hätte in 2012 sieben Millionen US Dollar Einkommen gehabt, damit war er auf Platz 10 der Electronic Cash Kings Liste, die erst in dem Jahr debütierte.

 

Einen Schritt weiter

Natürlich war das alles für Avicii erst der Anfang, der Produzent wollte sich weiter austoben, für 2013 plante er großes. Kurz nach einem kontrovers diskutierten Set auf dem Ultra Music Festival in Miami veröffentlichte er einen Promo Mix, der erste Songs des bald erscheinenden Albums enthielt. Es zeigte sich ein neuer Avicii, keine großen Progressive House Hymnen, sondern poppiger, leichter Stoff mit genialen Vocals präsentieren den neuen Stil. Sein Album „True“ ist ein voller Erfolg, steigt in diverse Alben Charts weltweit ein. Noch größer aber ist der Hype um den SommerhitWake Me Up“ und dessen Follow Up Single „Hey Brother“. Beide Songs erreichen Platz Eins der Single Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 

Die Welt eines Popstars

Seine eigene Nacht in einem der Clubs von Ibiza zu haben, dem Ushuaia, oder auf den Roten Teppichen diverser Awards wie den Grammys oder den MTV VMAs sind nur zwei der vielen Vorzüge die ein Popstar genießt. Vergangenes Jahr gönnte sich Tim Bergling eine Luxus Villa für über 15 Millionen US Dollar direkt in den Hollywood Hills, exklusive Kleidung dürfte er durch seine Partnerschaft mit dem Luxuslabel Ralph Lauren mehr als genug haben. Auch ansonsten scheinen seine Werbedeals äußerst lukrativ zu sein, aktuell zum Beispiel das Alcatel One Touch Smartphone. Für Fans gibt es bereits ein eigenes Smartphone Spiel und seit geraumer Zeit Aviciibesitzt er ein eigenes Label namens „Le7els“, welches mittlerweile jedoch in „PRMD“ umbenannt wurde. Forbes sieht ihn als einen der einflussreichsten jungen Musiker und packte ihn kurzerhand in die 30 Under 30 Liste der einflussreichsten Menschen unter 30 Jahren.

 

Was die Zukunft für Avicii bringt

Doch was erreicht ist, ist ihm wohl noch nicht genug. Nachdem er Showtechnisch Ende 2014 etwas zurückfahren musste um sich vollständig auszukurieren hat Avicii mehr als genug Zeit gehabt um jede Menge neuer Hits zu komponieren. Er selbst meint er hätte bereits über 80 neue Produktionen zusammen, von denen er bald die besten heraussuchen wird um ein neues Album zu veröffentlichen. Dieses neue Album soll Gerüchten nach „Stories“ heißen und erneut phänomenale Gastmusiker mitbringen. Bereits ende diesen Monats geht es für den Schweden wieder auf Tour, zuerst nach Australien, dann zum Ultra Music Festival um schließlich eine neue Residency im XS Nightclub in Las Vegas anzufangen. Vermutlich wird es in der zweiten Jahreshälfte dann das neue Album und eine nächste Solotour geben, für Fans die solange nicht warten können kommt er jedoch auch zum Big City Beats World Club Dome nach Frankfurt am Main am 5. Juni. 

Bilder: Universal

 



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