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Musikalischer Jahresrückblick

KSHMR: Das waren seine Tracks in 2016

(Geschätzte Lesezeit: 6 - 12 Minuten)
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KSHMR – Dhoom (Mai)

Mit „Dhoom“ folgt nun die bombastischste Produktion auf dem EP-Album. Aufgrund einer gewissen, nicht zu leugnenden Ähnlichkeit des Track smit Hardwells Meisterwerk „Eclipse“ wurde diese Nummer im Vorfeld vielfach als Kollaboration KSHMRs mit dem Niederländer oder gar als Remix zu „Eclipse“ betitelt. Doch von einer Ähnlichkeit der Klangfarbe und Melodie abgesehen ist „Dhoom“ dann doch etwas völlig anderes. Gesunder Bigroom-Sound mit nahöstlichen Anleihen, die teils in den Turk-Pop abdriften, trifft auf ausgeflippte Sounds und interessante Rhythmik. Dieser Track schlägt auf jeder EDM-Stage ein wie eine Bombe! Eine Nummer, die zeigt, dass die Big Kick im richtigen Einsatz sowohl qualitativ hochwertige Produktionen hervorbringen  als auch Massen zu Toben bringen kann! Die wohl beste Produktion auf dem EP-Album.


KSHMR & Headhunterz - Dharma (Juni)

Nachdem bereits Headhunterz' Kollaboration „Kundalini“ mit dem Polen Skytech für seine langersehnte Co-Produktion mit KSHMR gehalten worden war, erschien zwei Monate später endlich „Dharma“. Man hört recht deutlich beide Produzenten heraus: Zu Headhunterz' Hardstyle-Sounds gesellt sich KSHMRs weithin bekanntes Gespür für östliche Klänge und Harmonien. Insgesamt folgt der Progressive-House-Track einem sehr klar strukturierten Aufbau und überzeugt unter anderem auch durch den sinnvollen Einsatz indischer Vocals in der Break und Vocal-Chops im Drop. Selbiger schlägt ziemlich gut ein und trägt Merkmale beider Künstler in sich, besonders Headhuterz' Hardstyle-Lead ist klar erkennbar. Nach „Kashmir“ und „Jammu“ wieder eine sehr hochklassige Produktion mit indischen Anleihen unter KSHMRs Beteiligung.


KSHMR & Tigerlily – Invisible Children (September)

Im September erschien in relativ kurzer Folge auf die erste Ankündigung der Nummer via Facbook KSHMRs Kollaboration „Invisible Children“ mit der australischen DJane Tigerlily. Was anfangs wie ein dreister Kopierversuch der Produzenten aussah, entpuppte sich letztendlich als ein klassischer Fall von „Parallelentwicklung“. Der eher unbekanntere Produzent Jango hatte nämlich bereits einige Monate zuvor einen doch recht ähnlich klingenden Track veröffentlicht. Letztendlich klärte sich das ganze so auf, dass beide ein Vocal-Sample aus demselben Soundpack „Indian Voices 2“ benutzt und ihre Inspiration aus dem Track „Mumbai“ von JDG bezogen hatten. Insgesamt ist „Invisible Children“ wohl KSHMRs bester Track in diesem Jahr. Er vermag durch Anleihen aus der Psytrance und die kunstvolle Verwebung mit klassischem Bigroom zu überzeugen. Trotz der Kopiervorwürfe ein dickes „Thumbs Up!“ für diesen Track! Bemerkenswert wäre noch der VIP-Mix, den es hier wie üblich als Gratisbeigabe zu jedem Beatport-Kauf gab, allerdings leider ziemlich lieblos wirkt.


KSHMR & Will Sparks – Voices (September)

Kurz nach „Invisible Children“ gab es eine etwas eigenartige Kombination aus Melbourne Bounce und atmosphärischer, indisch angehauchter elektronischer Musik auf die Ohren. Die Kollaboration „Voices“ von KSHMR mit dem Melbourne-Bounce-Meister Will Sparks ist etwas, was man nicht alle Tage hört, andererseits fragt sich aber auch, ob man das alle Tage hören möchte. Die Nummer hat abermals etwas, was manche als „Atmosphäre“ identifizieren mögen, aber stellt sich dann doch leider etwas saft- und kraftlos dar. Daran ändern auch die interessanten Bässe im Drop und die östlichen Vocal-Chops nur wenig. Als Free Download via Spinnin' Premium konnte man die Single gut und gern mitnehmen, aber als offizielles Release hätte sie sich nicht gelohnt. Klassischer Fall von „Geschmackssache“!


KSHMR & Bassjackers feat. Sidnie Tipton – Extreme (Oktober)

KSHMRs jeweils zweite Kollaboration mit den Bassjackers und der Sängerin Sidnie Tipton war ein Versuch, auf der derzeit so beliebten „EDM-Trap-Welle“ zu reiten, für die sich Acts wie Major Lazer oder The Chainsmokers verantwortlich zeigen. Letztere waren wohl auch das Vorbild für „Extreme“, das strukturell doch starke Anleihen aus den letzten Singles der Chainsmokers zeigt. Aber nur weil es wie Chainsmokers aussieht, muss nicht auch Chainsmokers drin sein, so auch hier: Die quäkigen Drop-Sounds vermögen kaum zu überzeugen und auch der Rest des Lieds ist eher ein Abklatsch der erfolgreichen Chainsmokers-Songs. EDM-Trap und fernöstliche Atmosphäre funktionieren eben nicht unbedingt allzu gut – und im Mainstream sowieso gleich dreimal nicht! Unguter Versuch von KSHMR und den Bassjackers, auf den Hypetrain des Jahres aufzuspringen. 


KSHMR & B3nte & Badjack – The Spook Returns (Oktober)

Pünktlich zu Halloween warf KSHMR sein Follow-Up zu „The Spook“ von letztem Jahr auf den Markt. Abermals handelt es sich um eine Kollaboration mit dem schwedischen Youngster B3nte und diesmal anstelle der Basskillers mit dem Produzenten Badjack, die einfach die typischen Halloween-Sounds miteinander vereint und durch ebenso mächtige wie eingängige Melodien zu überzeugen weiß. Eine Psytrance-Bassline und gruselige Vocal-Chops im Drop runden das Haloween-Spektakel kräftig ab. Diese Nummer dürfte wohl viele Clubs an Halloween heimgesucht haben. Dankenswerterweise stellten die Produzenten den Song auch noch zum kostenlosen Download zur Verfügung, was uns allen die Sache nochmals versüßt hat. Einfach eine schöne Nummer, die man immer wieder hören kann!


Radiohead – Creep (KSHMR Cover) (November)

Mit „Creep“ kam im November gleich ein weiterer kostenloser Download hinterher. Hierbei handelt es sich um ein Cover des gleichnamigen Radiohead-Songs im Gewand des aktuell so beliebten EDM-Traps. Allzu viele Worte lassen sich zu dieser Nummer nicht verlieren – es wurden einfach alle Klischees bedient, die diese Musik eben so hat. Future-Bass-Flächensounds, Vocal-Chops,  Trap-Rhythmus und die üblichen Spielereien im Drop lassen ein etwas farbloses Stück Musik entstehen, von dem wir nicht unbedingt mehr brauchen – ganz in Ordnung, aber nur gerade so den Klick wert, um es als Free Download mitzunehmen. Ob das Radiohead so gut gefallen hat, ist reine Spekulationssache. Apropos Spekulatius, auf geht’s in den Dezember!


KSHMR & Marnik – Mandala (Dezember)

Das finale Kapitel des Jahres 2016 beschließt KSHMR wie schon im Vorjahr mit einer Kollaboration mit Marnik, die auch wieder die offizielle Hymne des Sunburn-Festivals in Goa sein wird. Im vergangenen Jahr verhunzten die Produzenten in letzter Sekunde ihr eigentliches Meisterwerk „Bazaar“ durch einige Last-Minute-Fehler im Mixing – also lasst uns beten, das es in diesem Jahr nicht wieder so wird. Apropos wieder... das Soundbild in „Mandala“ gestaltet sich doch sehr ähnlich wie das von „Bazaar“, insbesondere die Bassline und die Leadsounds im Drop. Zwar hören wir eine völlig andere Melodie, doch das Setting allgemein ähnelt dem Vorgänger sehr stark. Nichtsdestoweniger kann man konstatieren, dass es sich auch bei Mandala um einen sehr starken Bigroom-Track handelt. Wenn es sowas in den vergangenen Jahren häufiger gegeben hätte, stünde das Genre jetzt wohl nicht vor dem Exitus.

 

Fazit: Insgesamt erlebte KSHMR ein durchaus gemischtes Jahr 2016. Highlights waren sicherlich „Dharma“, „Dhoom“, „Invisible Children“, „Touch“, „The Spook Returns“ und „Mandala“, während einer der Tiefpunkte wohl sein Cover zu Radioheads „Creep“ und auch sein Remix zu R3habs und Ciaras „Get Up“ waren. So geht ein turbulentes Jahr aus der Sicht des Produzenten zu Ende, in dem er seinen Stil durchaus weiterentwickeln konnte, an anderer Stelle aber auch Rückschritte verbuchen musste.

 

Sonstiges

Die Tracks „Sleepwalk“, „Dhoom“, „Jungle Whistle“, „Dadima“, „Wildcard (VIP Mix)“ und „Hymn Of Reflection“ stammen aus dem EP-Album „The Lion Across The Field“, dem außerdem noch diverse Zwischenspiele angehörten, in denen Passagen aus Niles Hollowell-Dhars gleichnamigem Kinderbuch vorgetragen wurden.

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Über den Autor
Maximilian Wild

Ich bin Jurastudent und bereite mich derzeit auf mein Staatsexamen vor. Meine Interessenschwerpunkte liegen im Bereich des geistigen Eigentums, das sich mit meinem ausgeprägten Interesse für Musik trifft. Für Dance-Charts.de verfasse ich hauptsächlich Nachrichten, Kommentare und Kolumnen, die sich mit aktuellen Entwicklungen der Szene befassen. Ich favorisiere kein Genre besonders, sodass sich in meinen Playlisten bunte Mischungen aus Tech House, Hardstyle und EDM finden. Mein absoluter Lieblingsact ist allerdings das deutsche House-Duo Claptone.

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