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Jahresrückblick 2019

Armin Van Buuren - Das waren seine Tracks 2019

(Geschätzte Lesezeit: 5 - 9 Minuten)

Armin Van BuurenDJ und Produzent Armin Van Buuren.

Nächstes Jahr feiert er sein 25-jähriges Bühnenjubiläum, und bis jetzt sieht es nicht danach aus, als sei Armin Van Buuren müde geworden: Neben zahlreichen Single-Releases erschien mit “Balance“ ein ganzes Doppelalbum. Nebenbei wurde das erste Album seines Side-Projekts Gaia veröffentlicht. Wir haben für euch mal einen kompakten Überblick über die Veröffentlichungen des Niederländers in diesem Jahr zusammengestellt.


Dimitri Vegas & Like Mike, Armin van Buuren & W&W - Repeat After Me (Januar)

Gleich zu Beginn des Jahres erschien am 111. Januar eine Kollab, die es schon im Namedropping in sich hat: Mit den belgischen und niederländischen DJ-Kollegen von Dimitri Vegas & Like Mike sowie W & W erschien der Festival-Banger “Repeat After Me“. Bereits in der Vergangenheit veröffentlichten die DJ’s in unterschiedlichen Konstellationen gemeinsame Tracks. Und daher erzeugte der Song bei den Fans gemischte Gefühle, da er in seiner musikalischen Struktur wie ein Mash-Up aus  “If It Ain’t Dutch“ und “You Are“ wirkt. Feiertauglich ist der Bigroom-Track mit Trance-Anleihen auf jeden Fall und konnte bislang mehr als 33 Mio. Spotify-Plays und 20 Mio. YouTube-Klicks erreichen. Das Musikvideo gibt die Atmosphäre des Songs mit Live-Ausschnitten von Festivals bestens wieder.



Armin Van Buuren feat. BonnieMcKee – Lonely For You (Februar)

Zum Valentinstag zeigte Armin seine romantische Seite: Mit den gefühlvollen Vocals der kalifornischen Singer-Songwriterin Bonnie McKee wurde die melancholische Stimmung von “Lonely For You“ bestens unterstrichen. Die Herzschmerz-Nummer kommt mit einem für den DJ ungewohnten Drum ’n‘ Bass-Beat daher, der zusammen mit einem reduzierten und poppigen Arrangement, in dem Piano-Sounds im Vordergrund stehen, eine feine Kombination erzeugt. Mit rund einer Mio. Klicks war trotz gelungenen Musikvideo mit Tanz-Choreographien im Fokus leider kein größerer Erfolg gegönnt.



Above & Beyond vs. Armin Van Buuren – Show Me Love (März)

Es war eigentlich längst an der Zeit, dass die britisch-finnischen Trancepioniere Above & Beyond mit dem “King Of Trance“ gemeinsam Sache machen. Ein Metronom bestimmt den Rhythmus des Tracks, bis abwechselnd die tragenden Elemente des Songs zum Vorschein kommen, die starke Hookline sowie der knarzende Bass im ersten Drop. Dann ertönen gefühlvolle Klaviersounds, die kurz darauf von dem Vocoder-Sample, feinsten Trance-Synths und atmosphärischen Flächen abgelöst werden, um den detailverliebten finalen Drop einzuläuten. Mehr als 7,5 Mio. Spotify-Streams konnte “Show Me Love“ bislang erreichen.



Armin Van Buuren – Turn It Up (März)

Ein Follow-Up zu ”Blah Blah”? Das war ja zu erwarten. Nachdem Armins vielleicht größter Hit, der mit seinem kinderhaften Sprechgesang international durch die Decke ging, dachte man sich: Was einmal funktioniert, funktioniert sicher auch beim zweiten Mal und schuf einen Nachfolger, der sich strikt an die Vorlage im Psy-Trance-Sound hält. Den ersten Erfolg (200 Mio. Spotify-Streams) konnte man damit nicht toppen, aber 22 Mio. auf Spotify und 28 Mio. YouTube-Klicks können sich sehen lassen. Auch wenn man die Charts verfehlte, gehört die Nummer zu den Festival-Tracks 2019.



Armin Van Buuren X Lucas & Steve feat. Josh Cumbee – Don’t Give Up On Me (März)

Der amerikanische Singer-Songwriter Josh Cumbee, der bei “Sunny Days“ bereits als Sänger mitwirkte, und das niederländische DJ-Duo Lucas & Steve veröffentlichten gemeinsam mit Armin Ende März die Single “Don’t Give Up On Me“. Die eingängige Commercial House-Nummer ist dem Stil von Lucas & Steve zuzuordnen. Mit über 6 Mio. Spotify-Plays war der Song kein Dauerbrenner, trotz einem sehenswerten Musikvideo, in dem die DJ’s  selbst in die Rennautos steigen.



Armin Van Buuren feat. Garibay – Phone Down (April)

Nach wie vor gibt es bei Armin Van Buuren solche Tracks, welche sich eher für die Strandbar zum Chillen eignen als zum Abfeiern. Da reiht sich “Phone Down“ in diese Kategorie bestens ein neben Songs wie “I Need You“ oder “Sunny Days“. Die dahin plätschernde House-Nummer bleibt in allen Belangen ziemlich farblos. Daher sind die 8 Mio. Spotify-Plays durchaus respektabel.



Armin Van Buuren & Luke Bond feat.
Karra – Revolution (Juni)

Nach den letzten poppigen Releases wurde es mal wieder Zeit für eine festivaltaugliche Nummer: Gemeinsam mit dem britischen DJ Luke Bond konnte “Revolution“ mit variierenden Drops, einer starken symphonischen Hookline und dem feinfühligen Gesang von Karra überzeugen. Im Arrangement kombiniert Armin die Stärken seiner Bigroom- und Trance-Songs. Mit gut 6 Mio. Spotify-Plays bleibt “Revolution“ ein Geheimtipp.



Marco Borsato & Armin Van Buuren & Davina Michelle – Hoe Het Danst (Juni)

Eine Europop-Nummer mit Trance-Einschlag und einheimischen Vocals, eigentlich wie geschaffen für den Eurovision Song Contest! Richtig gelesen, Armin Van Buuren produzierte ein Duett für die beiden niederländischen Sänger Marco Borsato und Davina Michelle, welches durch einen starken Aufbau überzeugt: Während die Topline-Komposition im ersten Teil fast nur durch Klavierklänge unterstützt wird, baut sich Dancefloor-Stimmung in der zweiten Strophe auf, bis nach dem Refrain Trance-Fanfaren das Arrangement voll entfalten. “Hoe Het Danst“ schaffte es sowohl in Holland als auch in Belgien auf Platz 1 der Single-Charts. Mit 14 Mio. Klicks auf YouTube und 54 Mio. Spotify-Plays wundert es doch sehr, dass der Track nicht zur Tracklist von “Balance“ gehört.



GAIA – Moons Of Jupiter (Juni)

Gemeinsam mit Benno de Goji, der seit vielen Jahren Armins musikalischer Produktionspartner ist, veröffentlicht Armin seit einigen Jahren unter dem Namen GAIA unregelmäßig Tracks, die durch ihre Symbiose aus klassischen und zeitgemäßen Trance-Elementen bestechen. Das erste Album “Moons Of Jupiter“ geht hierbei einen anderen Weg und experimentiert in der ersten Albumhälfte mit Ambient-Sounds, ehe es erst ab der Mitte des Longplayers zum Großteil in Richtung Uplifting Trance tendiert. Und trotzdem wirkt das Album wie aus einem Guss. Zum Genießen! Offizieller Mini Mix:



Armin Van Buuren Presents Rising Star feat.
Alexandra Badoi – Cosmos (Juli)

Auch sein zweites Nebenprojekt Rising Star sollte in diesem Jahr wieder einen Release erfahren: Zusammen mit der rumänischen Sängerin Alexandra Badoi, die schon mit etlichen EDM-Künstlern zusammen arbeitete, entstand mit “Cosmos“ eine echte Perle, die durch treibende Trance-Synths und einer schwermütigen Komposition begeistern kann – in rumänischer Sprache mit engelsgleichem Gesang durch die Sängerin intoniert.



Armin Van Buuren & Avian Gays feat. Jordan Shaw – Something Real (August)

Mit den aufstrebenden Künstlern Avian Gays und Jordan Shaw erschien “Something Real“ als eine klassische EDM-Nummer, welche neben den Clubs auch gut im Radio funktionieren würde. Der Song erinnert im Aufbau - zwischen Trance und Pop angesiedelt - und in der Komposition leicht an “This Is What It Feels Like“, auch wenn er mit 15 Mio. Spotify-Streams nicht genauso erfolgreich war.



Armin Van Buuren feat. Ne-Yo – Unlove You (Oktober)

Mit dem R&B-Künstler Ne-Yo hat Armin ungewöhnlicherweise einen prominenten Gastsänger für “Unlove You“ ins Boot geholt. Sein leidenschaftlicher Gesang gibt der eingängigen Dance Pop-Nummer das gewisse Etwas. Die Bläsereinsätze im Refrain und der kurze, clubtaugliche Drop setzen noch eins drauf. Nach zweieinhalb Minuten ist mit einem gefühlvollen Piano-Outro schon wieder Schluss. Bisher hat der Track 5 Mio. Spotify-Streams geholt, da ist sicher noch mehr drin.



Armin Van Buuren – Balance (Oktober)

Nach “Embrace“ sollten vier Jahre vergehen, ehe “Balance“ mit sage und schreibe 28 Tracks erschien. Bereits die Wochen zuvor veröffentlichte Armin Van Buuren Song für Song häppchenweise. Die Tracklist beinhaltet zudem einen Großteil der Singles, die im letzten Jahr erschien sind. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen, denn die Qualitätskurve ist hier sehr steil, von klassischen Trance- und Hardstyle-Nummern bis hin zu belanglosem Spotify-Pop und fragwürdigen Club-Nummern. Einige Albumtracks kommen nicht zum Höhepunkt und nichts gegen Vielfalt, aber ein rundes Gesamtbild fehlt, was Armins frühere Alben auszeichnete. Zudem sind alle Songs ausschließlich in Radio-Länge vorhanden, was den kommerziellen Charakter von “ Balance“  verstärkt. (Offizieller Album Mini Mix):



Armin Van Buuren – Let The Music Guide You [ASOT 950 Anthem] (November)

Wie üblich gibt es auch für die neue Season seiner “A State Of Trance“-Radioshow eine neue Hymne: “Let The Music Guide You (ASOT 950 Anthem)” ist ein würdiger Nachfolger der letzten Themes. Musikalisch hat man hier und da ein wenig modifiziert, ist dem Rezept einer symphonischen Festival-Nummer treu geblieben, die sich durch ihre griffige Trance-Sounds und dem rhythmischen Sprachgesang auszeichnet.



Fazit

2019 war ein unglaublich produktives Jahr für Armin Van Buuren. Zwei Album-Releases und Single-Veröffentlichungen im zweistelligen Bereich sprechen für sich. Hier müsste was für jeden Fan dabei sein, egal, ob man sich schon lange oder erst seit kurzem als solcher bezeichnen kann. Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn im kommenden Jahr Qualität vor Quantität geht, denn bei so vielen Releases ist das Risiko natürlich höher, sich mit durchschnittlichen Songs zufrieden zu geben. Die musikalischen Ausflüge gehen mal mehr, mal weniger gut, da einige der Tracks farblos dahinplätschern. Die genannten Punkte machen dem “Balance“-Album letztendlich musikalisch leider einen Strich durch die Rechnung, welches sich nicht mit seinen Vorgängern messen kann. Entschädigt wird man dafür mit dem eindrucksvollen GAIA-Longplayer-Debüt. Einen großen Hit landete Armin lediglich in Belgien und Niederlande mit “Hoe Het Danst“. Man muss aber hierbei sagen, dass es für elektronische Musik auch derzeit schwierig ist, in den Hitlisten zu landen. Trotz der aufgeführten Kritik freuen wir uns gespannt auch im kommenden Jahr darauf, was Armin Van Buuren musikalisch bieten wird!

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Über den Autor
Manuel Probst

Sie war schon immer meine größte Leidenschaft: Jammen an der Orgel/ Keyboard, an eigenen Songs und Mixes rumtüfteln, Reviews von aktuellen Releases – die Musik bietet mir neben dem Genuss im Zuhören genügend Raum zur kreativen Entfaltung. Jedes einzelne Genre hat etwas zu bieten, ob EDM, Pop, Rock oder andere Stilrichtungen: Ich setze meinem persönlichen Geschmack dabei keine Grenzen. Als freier Autor von Dance-Charts.de macht es mir große Freude, Neuigkeiten aus dem Musik-Business vorzustellen.

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