Dance Charts 2017

Das Portal für Musik-News, Charts und DJ-Promotion

 

Jahresrückblick 2019

R3HAB - Das waren seine Tracks 2019

(Geschätzte Lesezeit: 6 - 11 Minuten)

R3HABProduzent und DJ R3HAB.

Fadid El Ghoul alias R3HAB gehört seit geraumer Zeit zu den fleißigsten Produzenten dieser Welt. Das bewies er in diesem Jahr ein weiteres Mal und veröffentlichte so zehn eigene originale Singles, eine Song-EP, ein Edit, eine Remix-EP und eine kaum noch zählbare Anzahl an Remixen. Dadurch bekam man eigentlich wöchentlich neue Musik vom Niederländer mit marokkanischen Wurzeln geboten. Von den Remixen und der Remix-EP wollen wir in diesem Artikel absehen, da das sonst eindeutig den Rahmen sprengen würde. Doch seine eigenen Singles (inklusive Edits) und seine Song-EP wollen wir euch im Folgenden vorstellen, um R3HABs Jahr Revue passieren zu lassen.


Radio Silence EP – R3HAB & Jocelyn Alice (Januar)

Das Arbeitsjahr 2019 begann für R3HAB bereits in der zweiten Januar Woche. Denn am 11. Januar erschien seine “Radio Silence EP“, die mit dem gleichnamigen Original-Song “Radio Silence“ und fünf zusätzlichen Remixen von unter anderem Ryan Riback und King Arthur ausgestattet ist. Für den Original-Track kollaborierte der Niederländer mit der aus Kanada stammenden Sängerin Jocelyn Alice. Beim Track handelt es sich um eine ruhige Dance-Pop-Nummer mit großem Ohrwurmcharakter. Der Track ist klar an den Mainstream gerichtet und konnte dort mittelmäßig performen. Seit dem Release sammelte der Original-Track weit über elf Millionen Streams auf Spotify. Die Remixe gehen sowohl musikalisch als auch vom Erfolg her in komplett verschiedene Richtungen. Der Ryan-Riback-Remix ist der einzige, der in dieselbe musikalische Richtung wie das Original geht und überzeugt im Drop mit Vocal-Chops, die dem Titel damit sofort einen anderen Charme geben. Alle anderen Mixe sind für die Clubs und Festivals gemacht, gehen genretechnisch jedoch alle in verschiedene Richtungen. Wenn man die Remixe am Erfolg misst, stechen natürlich der Ryan-Riback- und der King Arthur-Remix hervor. Sie konnten jeweils weit über eine Millionen Streams generieren, was an der vergleichsweise großen Fangemeinde der beiden liegen dürfte. Von den anderen drei Remixen ist der Matthew-Hill-Remix mit fast 150 Tausend Streams der erfolgreichste. Der kurze Zeit später erschienene Mix von Sem Vox kann erfolgstechnisch mit den Remixen von King Arthur und Ryan Riback eindeutig mithalten. Auch sein Progressive-House-Mix hat weit über eine Millionen Streams auf Spotify zu verzeichnen. Alles in allem kann man von einer recht erfolgreichen Song-EP sprechen, die voller Abwechslungsreichtum nur so trotzt.



BAD! – R3HAB (Januar)

Nur eine Woche später erschien R3HABs erstes Single-Release. Bei diesem handelt es sich um ein Cover zum gleichnamigen Lied vom verstorbenen Rapper XXXTENTACION. Die Nummer kombiniert die Hip-Hop-Vocals vom verstorbenen US-Amerikaner mit R3HABs Handschrift. R3HAB paart in der Produktion eine federnde Bassline und ein lebhaftes Instrumental mit Rap und downtempo Melodien (Dynoro lässt grüßen). R3HABs Konzept ein Cover zur Hit-Single des verstorbenen Ami-Rappers zumachen ging voll auf. Der Track war Anfang des Jahres immer mal wieder irgendwo zu hören und kaum einer sollte komplett um das Release herumgekommen sein. Auf Spotify wurde der Titel über 30 Millionen Mal gestreamt und auch auf YouTube war der Titel mit über zwölf Millionen Aufrufen ein großer Erfolg.



This How We Party – R3HAB & Icona Pop (Februar)

Nach seinem XXXRENTACION-Cover wagte er sich an eine Kollaboration mit dem schwedischen Duo Icona Pop. Der Song, der am 7. Februar auf Universal Music erschien, kann durch ein großes Ohrwurmpotential und klasse Sounds begeistern. Die Stimmen der beiden Teile des Duos harmonieren perfekt miteinander und sind perfekt auf das Instrumental angepasst. Der Drop bewegt sich zwischen Future Pop und Future House und hatte damit riesiges Potential sowohl in den Charts als auch in den Clubs durchzustarten. Ein weiterer Faktor für das große Erfolgspotential sind natürlich auch die beiden Namen der Acts. Das Potential wurde jedoch nicht ganz ausgeschöpft. Für eine Chartplatzierung reichte es in eigentlich keinem der chartrelevanten Länder und auch in den Clubs entwickelte sich der Track zu keinem Riesenhit. Trotz dessen kann man durch den Erfolg auf den Streamingplattformen (21,5 Millionen Streams auf Spotify und 12 Millionen Aufrufe auf YouTube) von einer recht erfolgreichen Nummer des Niederländers sprechen.



Out Of My Mind (R3HAB Edit) – Skytech (März)

Nach einigen Remixen schloss sich dann die Veröffentlichung von “Out Of My Mind“ an. Der Track wurde ursprünglich von Skytech produziert und wird als R3HAB-Edit verkauft, da R3HAB einige Verbesserungen am Titel seines „Schützlings“ getätigt haben soll. “Out Of My Mind“ besticht durch die namensgebende Hook, die von einer roboterartigen Stimme gesungen wird und kann zeitgleich durch mitreißende Melodien und eine festivaltaugliche Bassline begeistern. Der Electro-House-Track wurde auf Spotify ca. 1,3 Millionen Mal gestreamt und generierte auf YouTube weit über eine halbe Millionen Clicks.



All Around The World (La La La) – R3HAB & A Touch Of Class (Mai)

Im Mai kam es dann zum Release seines anhand der Spotify-Streams gemessenen größten Hits “All Around The World (La La La)“. Fadid El Ghoul, wie R3HAB mit bürgerlichem Namen heißt, konnte mit seinem Cover zum Welthit aus dem Jahr 2000 nicht nur in Deutschland (Platz 29) bis nach ganz oben in die Single-Charts klettern. Auch in seiner Heimat den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Frankreich und vielen weiteren Ländern performte das Cover perfekt. Den ganz Sommer über mischte er die Radios mit seinem erfrischenden EDM-Mix auf. Die Single hat ihn nun auch endgültig im Mainstream bekannt gemacht, doch auch abseits der Radios auf jeglichen Festivals und Clubs war der Titel in den verschiedensten Versionen regelmäßig zu hören. Auf Spotify und YouTube zusammen sammelte alleine das originale Cover fast 200 Millionen Streams. Man kann also von einem ziemlich großen oder dem neben “Lullaby“ wohl größten Hit des Star-DJs sprechen. Doch während “Lullaby“ ganz klar an die Festivals und Clubs gerichtet war, konnte sein aktueller Welthit durch den Ohrwurm des Originals und erfrischende EDM-Klänge vor allem im Mainstream begeistern.



Don’t Give Up On Me – Andy Grammer & R3HAB (April)

Nach seinem Hit-Cover folgte im April die Veröffentlichung von “Don’t Give Up On Me“. Bei der Nummer für die er mit Andy Grammer zusammenarbeitete handelt es sich um den Titelsong zum Film “Five Feet Apart“. Gleichzeitig ist “Don’t Give Up On Me“ ein Cover zu Andy Grammers größtem Hit, der auf denselben Namen hört. Im Prinzip handelt es sich beim Cover um eine elektronische und modernere Version des Originals. Die Vocals blieben eigentlich größtenteils gleich, aber das Instrumental wurde von R3hab völlig überarbeitet. Dennoch bleibt das Lied absolut radiotauglich. Die Future-Pop-Nummer bekam jedoch nie die größte Aufmerksamkeit, wodurch die Single seit dem Release lediglich 12 Millionen Streams auf Spotify und ca. 600 Tausend Aufrufe auf YouTube generieren konnte.



Don’t Give Up On Me Now – R3HAB & Julie Bergan (Mai)

Zumindest vom Namen her ist das nächste Release des Niederländers dem vorherigen verdammt ähnlich gewesen. Denn nach “Don’t Give Up On Me“ folgte im Mai “Don’t Give Up On Me Now“. Auch musikalisch schlagen die beiden Lieder ähnliche Töne an. Beide sind absolut radiotauglich gestaltet und verbinden futuristische Elemente mit poppigen Klängen. Doch bei genauerem Hinhören gibt es klare Unterschiede. In “Don’t Give Up On Me Now“ werden die powervollen, weiblichen Vocals von einem gitarrenlastigen Dance-Pop-Gewand, sanften Dance-Beats und Hand-Claps getragen. Im Drop erklingen die für R3HAB typischen futuristischen Sounds. Für das Stück arbeitete der Star-DJ mit marokkanischen Wurzeln übrigens mit der norwegischen Star-Sängerin Julie Bergan zusammen, die für die Vocals zuständig war. Die Kollaboration scheint auch gut angekommen zu sein. Insgesamt 19 Millionen Mal wurde das Lied alleine auf Spotify gehört und auch das Musikvideo konnte mit 2,2 Millionen Streams einen kleineren Erfolg feiern.



Alive – R3HAB & Vini Vici feat.
PANGEA & DEGO (August)

Während der beiden Sommermonate Juni und Juli legte der Star-Produzent erstmals eine Pause ein. In dieser Zeit erschien keine Single vom jungen DJ. Die Fans mussten sich mit einigen Remixen zufrieden geben. Anfang August beendete er seine knapp zweimonatige Single-Release-Pause. Am zweiten August erschien nämlich “Alive“ gemeinsam mit dem Psytrance-Duo Vini Vici. Ebenfalls an der Komposition beteiligt waren das Duo PANGEA und Produzent DEGO. Die Nummer, die sommerlicher Psytrance auszeichnet, entwickelte sich zu einem kleineren Spätsommerhit in der EDM-Szene. Vor allem auf YouTube performte das Lied extrem gut und sammelt dort innerhalb der letzten vier Monate knapp 10 Millionen Views. Auch auf Spotify hat die Komposition knapp 10 Millionen Streams zu verzeichnen.



Exhale – R3HAB & Ella Vos (Oktober)

Als nächsten stand die Veröffentlichung von “Exhale“ an, die im Oktober getätigt wurde. Auch für diese Produktion hat er sich mit Ella Vos wieder eine erfolgreiche Sängerin ins Studio geholt. “Exhale“ schlägt eher ruhigere Klänge an und spiegelt nicht die typische R3HAB-Handschrift wieder. Im Drop wird mit einer weiblichen Stimme gespielt. Die Nummer zählt mit knapp über fünf Millionen Streams auf Spotify und Hunderttausend Aufrufen auf YouTube zu den erfolgstechnisch schwächsten Songs von R3HAB in diesem Jahr.



All Comes Back To You – R3HAB (Oktober)

Ebenfalls im Oktober veröffentlicht wurde R3HABs Solo-Single “All Comes Back To You“. Durch das Lied soll eine Message verbreitet werden, mit der die Nummer auch sofort startet. Die Message lautet, dass alles, was wir tun, zu uns zurückkommt, weshalb mehr Positivität verbreitet werden soll. Diese Message wird von einer hellen, hochgepitchten Stimme gesungen. Begleitet wird diese von einem fröhlichen Instrumental. R3hab hat es mit dem Lied geschafft eine ohrwurmlastige Single mit Message zu produzieren, die auch bei seinen Fans gut ankam. Das Lied hat nämlich 8,5 Millionen Streams auf Spotify und 1,6 Millionen Aufrufe auf das Musikvideo auf YouTube zu verzeichnen.



Flames – R3HAB, ZAYN & Jungleboi (November)

Nachdem er im Oktober zwei Singles veröffentlicht hatte, schloss sich im November mit “Flames“ eine Star-Kollaboration an. Denn für Flames hatte R3HAB sich mit niemand geringerem als dem ehemaligen One-Direction-Member ZAYN und dem britischen Produzenten Jungleboi zusammengetan. Aus der Kollaboration entstand eine epische Pop-Nummer mit Charakter. R3HAB und Jungleboi haben alles daran gesetzt die R&B-lastige Stimme ZAYNs bestens zur Geltung kommen zu lassen. Das Instrumental ist ziemlich abwechslungsreich gestaltet worden und sorgt für die eben benannte epische Stimmung. Der Erfolg ist dem Titel auch nicht abzusprechen, das bestätigen auch die Zahlen: 3,6 Millionen Aufrufe auf YouTube und knapp 15 Millionen Streams auf Spotify innerhalb eines Monats sprechen für sich.



I Luv U – Sofia Carson & R3HAB (Dezember)

Mit seiner Beteiligung an “I Luv U“ beendete R3HAB vermutlich nicht nur dieses Jahr, sondern sein gesamtes musikalisches Jahrzehnt. Die Nummer ist klar an den Mainstream gerichtet und kann vor allem durch den Gesang Carsons begeistern. Doch auch die Arbeit R3HABs ist zu würdigen. Vor allem im Refrain hat er klasse Arbeit geleistet. Die markanten Synth, die sowohl im Refrain als auch im Drop zu hören sind, sorgen für die Innovation in der Single. Schon jetzt wurde der Titel sowohl auf Spotify als auch auf YouTube mehrere Millionen Mal gehört.



Fazit

R3HAB hat dieses Jahrzehnt würdig zu Ende gebracht! In den letzten beiden Jahren war er besonders fleißig. Auch wenn er im DJ-Mag-Voting der erfolgreichsten DJs der Welt von einem starken zwölften Platz auf einen immer noch starken vierzehnten Platz gefallen ist, kann man von einem extrem erfolgreichen Abschluss dieses Jahrzehnts für R3HAB sprechen. Durch seinen Hit “All Around The World (La La La)“ hat er nun auch im Mainstream Fuß gefasst. Seinen Stil hat er in diesem Jahr nicht extrem weiterentwickelt. Dennoch konnte er mit vielen Kollaborationen mit Stars aus den verschiedensten Musikrichtungen wie ZAYN, Icona Pop oder auch Vini Vici und Jungleboi überraschen. Zudem scheint 2019 für ihn das Jahr der Cover gewesen zu sein, denn mit “BAD!“ und “All Around The World (La La La)“ waren gleich zwei seiner Cover extrem erfolgreich. Auch seinem Ruf als einer der fleißigsten DJs der EDM-Szene, den er spätestens im letzten Jahr bekam, wurde er mit kaum noch zählbaren Veröffentlichungen gerecht. Ganz nebenbei zog er auch seinem extrem anstrengenden und verrückten Tourneeplan durch. Wir sind gespannt ob wir uns auch im nächsten Jahr wieder auf so viel Musik des Star-Acts freuen können. Doch vielleicht sollte R3HAB versuchen eher die Qualität seiner Songs anzuheben, anstatt weiter in solchen Massen zu produzieren. Doch so oder so freuen wir uns auf das nächste musikalische Jahr des Niederländers.

Schreibe hier deinen Kommentar...
Abbrechen
Loading comment... The comment will be refreshed after 00:00.

Sei der Erste, der hier einen Kommentar schreibt.

Über den Autor
Jannik Pesenacker

Mein Name ist Jannik Pesenacker und ich bin im August 2018 der Dance-Charts Redaktion beigetreten. Die Musik hat sich neben dem Fußball zu einer meiner größten Leidenschaften entwickelt. Dance-Charts ermöglicht mir, mein Interesse für die Musik auszuleben und lässt mich gleichzeitig den Beruf des Journalisten näher kennenlernen.

Featured Track
DANCE-CHARTS Top 100 auf Spotify