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Ansammlung von alten IDs als Tomorrowland-Album

Dimitri Vegas & Like Mike - Tomorrowland 2018

(Geschätzte Lesezeit: 3 - 6 Minuten)

Dimitri Vegas & Like Mike – Tomorrowland 2018 (EP)Die "Tomorrowland 2018 (EP)" von Dimitri Vegas & Like Mike.

Die belgischen Brüder Dimitri Vegas & Like Mike gelten als die Identifikationsfiguren des legendären Tomorrowland-Festivals. Sie arbeiten mit dem gleichen Management zusammen und sind schon seit Jahren im Line-Up des Mega-Events vertreten. In diesem Jahr kombinieren sie ihre Verbundenheit zum Tomorrowland mit ihrer Musik und veröffentlichten ein Mini-Album, das auf das Festival zugeschnitten ist und die Mainstage-Musik ideal verkörpert. Die Dimitri-Vegas-&-Like-Mike-Fans dürfen sich freuen: Auf der neuen EP “Tomorrowland 2018“ sind gleich acht IDs enthalten, auf welche die Fans teilweise schon Jahre warten. Man mag dieses Release als Werbung für das aktuell laufende DJ-Mag-Voting oder doch als nettes Geschenk an die treuen Unterstützer des Duos verstehen, aber die Kollaborationen, die diese EP mit sich bringt, klingen zunächst einmal vielversprechend. Wir haben uns mit dem Extended Player genauer befasst. 


Unity [mit Hardwell]

Der erste Track hat es direkt mal in sich. Die EP wird durch die Kollaboration mit Hardwell eingeleitet. Über Jahre hatten die Brüder mit dem Niederländer kein gutes Verhältnis, doch nun scheinen sie sich versöhnt zu haben. Beim alljährlichen “Bringing The Madness“-Event von DV & LM wurde im letzten Jahr überraschend Hardwell auf die Bühne geholt und die gemeinsame Single erstmals performt. Nach einem halben Jahr in den Sets der beiden Acts vertreten, folgt nun das Release über die EP. Der Track ist qualitativ nicht besonders hochwertig und lässt sich schon fast als 08/15-Bigroom-Gedudel beschreiben, aber die Jungs halten, was sie versprechen: Der Track ist eine echte Festival-Hymne.


Here We Go (Hey Boy, Hey Girl) (mit Nicky Romero)

Auf die Hardwell-Kollaboration folgt eine Zusammenarbeit mit Nicky Romero. Auch hier haben wir es mit einer Premiere zutun. Es ist die erste Collab mit dem niederländischen Progressive-House-Liebhaber. Verfolgt man den Ursprung von “Here We Go (Hey Boy, Hey Girl)“, geht man bis in den Spätsommer 2017 zurück. Beim Creamfields-Festival 2017 feierte der Track Premiere und wurde daraufhin auf großen Events wie dem AMF oder UMF gespielt. Der Song ist eine Neuauflage des 1999er-Songs “Hey Boy, Hey Girl“ von The Chemical Brothers und geht in eine ähnliche Richtung wie “Unity“. Der Bigroom-Sound überwiegt hier, sodass der Song auch für Festivals vorgesehen sein soll.


Opa (mit KSHMR)

Wir machen fleißig weiter mit Kollaborationen der belgischen Brüder. Der nächste Collab-Partner ist KSHMR. Der gemeinsame Song “Opa“ wurde beim Tomorrowland 2016 zum ersten Mal gespielt und gehört zu den am meisten erwarteten IDs von Dimitri Vegas & Like Mike. Weshalb das Release der Zusammenarbeit erst jetzt festgelegt wurde, bleibt fraglich. Die Nummer ist eigentlich eine echt starke Bigroom-Produktion, die sogar einige neuartige Elemente des nahezu ausgestorbenen Genres aufweist. Bedauerlicherweise wurde der Track mittlerweile bereits so oft gespielt, dass die Luft der Nummer langsam raus ist. “Opa“ basiert auf griechischen Musik-Klängen und schafft es, die Sounds gelungen in den Bigroom-Bereich zu übertragen.


Arcade Mammoth (mit W&W und Moguai)

An vierter Stelle der Tracklist befindet sich kein neuer Track. Viel mehr handelt es sich um eine Art Mashup aus zwei erfolgreichen Songs von Dimitri Vegas & Like Mike. Auf der einen Seite haben wir “Arcade“ mit W&W. Der Song erschien 2016 und verzeichnete seither 23 Millionen Streams auf Spotify. Auf der anderen Seite gibt es noch “Mammoth“ (2013) mit Moguai. Diese Nummer hat schon Kult-Status erreicht und sammelte 32 Millionen Streams auf Spotify. Dimitri Vegas & Like Mike haben die beiden Festival-Tracks vereint und als zusammengesetzte Nummer veröffentlicht. Warum man diese beide Track vereinen sollte, bleibt uns weiterhin ein Rätsel. Dieses Mashup wäre für ein Festival in Ordnung gewesen, aber eine Veröffentlichung ist definitiv nicht nötig.


All I Need (mit Gucci Mane) (VIP Mix)

Dimitri Vegas & Like Mike veröffentlichen ein paar Monate nach der Veröffentlichung eines erfolgreichen Tracks gerne auch mal einen VIP Mix. Dieses Mal haben sie sich ihren Mainstream-Song “All I Need“ mit Rapper Gucci Mane geschnappt und zusammen mit ihren Produzenten-Kollegen Bassjackers eine clubtaugliche Version des Dance-Pop-Tracks produziert. Der VIP Mix von “All I Need“ geht in den Trap-Bereich und zeigt mal eine andere Seit vom belgischen DJ-Duo. Für alle Trap-Fans kann dieser Mix ein wahrer Genuss sein. Der typische Dimitri-Vegas-&-Like-Mike-Sound ist das zwar nicht, aber wir finden es lobenswert, auch mal etwas Neues zu versuchen.


The Jungle (mit Bassjackers)

Dimitri Vegas & Like Mike haben sich gleich ein weiteres Mal mit den niederländischen Kollegen von den Bassjackers ins Studio gesetzt und neben dem VIP Mix zu “All I Need“ eine gemeinsame Single produziert. Die Premiere des Songs liegt schon weiter in der Vergangenheit zurück. Am 03. Juni 2017 wurde die ID zum ersten Mal beim BigCityBeats World Club Dome in Frankfurt gespielt. Das Vocal-Sample von “Welcome To The Jungle” ist ausschlaggebend für den Titel des Songs. Produktionstechnisch klingt die Nummer sehr unsauber, wobei man bedenken sollte, dass die Break-Parts sehr stark an “Viking Clap“ angelehnt sind - zwei Jahre zu spät. Im Drop geht es dann wieder in den Trap-Bereich. Die Trap-Liebhaber kommen bei dieser EP zweifellos auf ihre Kosten.


When I Grow Up (mit Wiz Khalifa) (VIP Mix)

Die siebte Track-Nummer kann man mit der Fünften dieser EP recht gut vergleichen. Wieder haben wir es mit einer Mainstream-Single von Dimitri Vegas & Like Mike zutun, die in einem neuen VIP Mix verpackt wurde. Dabei handelt es sich dieses Mal um die aktuelle Single “When I Grow Up“ mit dem Rapper Wiz Khalifa, die eine Auffrischung von Hardstyle-Produzent Brennan Heart erhalten hat. Der Niederländer verwandelt die Pop-Nummer in eine tolle Hardstyle-Hymne mit viel Power. An einigen Stellen passt das Original nicht in den Hardstyle-Bereich, doch letztlich zählt die musikalische Ebene und diese erreicht beim vorliegenden VIP Mix ein großartiges Level. „Hardstyle goes back!”


Crowd Control (mit Steve Aoki) (3 Are Legend Remix)

Zum Abschluss melden sich Dimitri Vegas & Like Mike noch einmal mit ihrem beliebten Side-Projekt 3 Are Legend zurück. Seit mehreren Jahren produzieren und legen die Belgier zusammen mit ihrem Freund Steve Aoki als 3 Are Legend auf. Seit dem 20. Mai ist ein “Crowd Control“ von 3 Are Legend Teil der Steve-Aoki-Sets und wird nun offiziell veröffentlicht. Der Original-Track ist ein beliebter Festival-Track, der durch das „left, right, left, right“-Vocal auf den Festivals jede Crowd verzaubert. Im Drop steht ein typischer Bigroom-Festival-Sound zum Springen. Das Trio hat den Drop jetzt noch einmal überarbeitet und daraus eine Psy-Trance-Version gemacht. Dieser Remix wäre echt nicht nötig gewesen, denn das Original sollte eine gewisse Einzigartigkeit behalten.

 

Fazit: Die neue “Tomorrowland 2018“-EP von Dimitri Vegas & Like Mike ist eine vielfältige Auswahl aus alten und neuen unveröffentlichten Tracks, die in den Sets des belgischen Duos gespielt wurden. Die Musikauswahl hat keine besonders hohe Qualität inne, doch als kleines Präsent an die treuen Fans, die so lange auf manche IDs gewartet haben, ist diese EP toll. Dazu kommt noch, dass die Auswahl nicht so einseitig ist und beispielsweise nur den Bigroom-Bereich abdeckt, sondern auch noch Trap, Hardstyle und Psy-Trance umfasst. Für alle Fans der belgischen Brüder ist dieses Mini-Album interessant, jedoch sollten sich die Freunde von qualitativ hochwertiger elektronischer Musik lieber fernhalten.

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Über den Autor
Henry Einck

Mein Name ist Henry Einck und ich habe mich im Mai 2015 der Redaktion von Dance-Charts angeschlossen. In den letzten Jahren hat sich die elektronische Musik zu meiner Leidenschaft entwickelt und ist mittlerweile neben dem Sport, der Teil meines Lebens, dem ich am meisten Aufmerksamkeit schenke. Neben dem Verfassen von Musikrezensionen und Boulevard-News, ermöglicht mir Dance-Charts durch Interviews näheren Kontakt zu den DJs. Ich sammele sowohl musikalische als auch journalistische Erfahrungen, die mich bei dem Berufswunsch des Journalisten weiterbringen könnten.

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