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Seine Songs in 2020

Jahresrückblick 2020: Kygo

(Geschätzte Lesezeit: 5 - 10 Minuten)

KygoRückblick auf die Songs von Kygo in 2020.

Heute wollen wir uns in unserer Rückblickreihe das musikalische Jahr von Kyrre Gørvell-Dahll näher anschauen. Den meisten sollte Gørvell-Dahll unter seinem Alias Kygo bekannt sein, unter dem er Ende 2014/Anfang 2015 erstmals zu weltweiter Aufmerksamkeit gelangte. Der norwegische Produzent konnte sich damals mit seiner Single “Firestone“ weltweit extrem hoch in den Charts platzieren. In Deutschland reichte es sogar für Platz 3 in den offiziellen Single-Charts. In den folgenden Jahren festigte er seinen Platz in der Dance-Pop-Szene mit Tracks wie “Stole the Show“ oder auch “It Ain’t Me“. Seine Wurzeln, die im Tropical House liegen, hat er auch in 2020 noch nicht vergessen, stilistisch hat sich der DJ jedoch natürlich dennoch weiterentwickelt. Das beweisen auch seine diesjährigen Releases: Acht Singles und sein drittes Studioalbum standen nämlich auf der Liste seiner Veröffentlichungen. Im Folgenden wollen wir euch die Releases, die in diesem Jahr zu seiner erfolgreichen Vita hinzugestoßen sind, genauer vorstellen.

Featured Track

Forever Yours (Avicii Tribute) - Kygo, Avicii & Sandro Cavazza (Januar)

Kygos musikalisches Jahr 2020 begann im Januar mit einem extrem emotionalen Song. Am 24. Januar stand nämlich das Release von “Forever Yours“ an. Bei der Single handelt es sich um eine Avicii-Tribute-Single. Die Nummer wurde ursprünglich 2016 vom schwedischen Star-Produzenten Avicii produziert. Nach dessen Selbstmord in 2018 setzte sich sein Freund Kygo an eine Aufarbeitung/die Vollendung der Single. In der jetzigen Version zum ersten Mal gespielt wurde der Deep-House-Track im Dezember 2019 beim Avicii-Tribute-Konzert in Stockholm. Anfang des Jahres wurde er dann veröffentlicht. Die Vocals wurden von Sänger Sandro Cavazza mit dem Avicii zu Lebzeiten etliche Songs aufnahm übernommen. Musikalisch handelt es sich bei der Nummer wie bereits erwähnt um ruhigen Deep House. Es sind klare Züge von Aviciis Handschrift zu erkennen, aber auch Kygos Signatursound kommt nicht zu kurz. Im Drop/Refrain ist ein beruhigendes, markantes Saxophon zu hören. Anschließend folgen für Kygo typische Vocal Chops. Seit Anfang des Jahres wurde die Produktion über 81 Millionen Mal alleine auf Spotify gestreamt.


Like It Is - Kygo, Zara Larsson & Tyga (März)

Im März folgte dann die erste Single-Auskopplung des Jahres aus seinem dritten Studioalbum “Golden Hour“, dessen Release einige Monate später erfolgen sollte. Die Nummer, die am 27. März erschien, hört auf den Namen “Like It Is“ und stellt eine Kollaboration vom norwegischen Star-DJ mit der schwedischen Pop-Sängerin Zara Larsson und dem US-Rapper Tyga dar. Im Track setzten die drei ihre geballte Hitpower in Form eines entspannten Dance-Pop-Tracks mit typischen Kygo-Vibes ein. Die Single zählt auf Einprägsamkeit in Strophen und Refrain und versucht einen Ohrwurm zu erzeugen und das gelingt auch! Der Refrain besteht aus der Topline und einigen Vocal Chops, die vor allem in Folge des sanften Drops zu hören sind. Im zweiten Part ist dann auch Rapper Tyga zu hören, dessen Rap-Parts perfekt mit dem ruhigen Instrumental harmonieren. Abschließend kann man festhalten, dass es sich bei der Produktion um eine mehr als solide Kygo-Nummer handelt. Auch der Erfolg spricht für die Nummer, denn seit dem Release wurde das Lied alleine auf Spotify knapp 150 Millionen Mal gehört.


I’ll Wait - Kygo & Sasha Sloan (April)

Der nächste Track in Kygos diesjähriger Diskografie ist “I’ll Wait“ mit der US-amerikanischen Sängerin Sasha Sloan. Die in Los Angeles, Kalifornien ansässige Sängerin konnte nach ihrem Debüt 2017 erstmals 2018 zu weltweiter Aufmerksamkeit gelangen, nachdem sie ihren Track “Older“ releast hatte. Für “I’ll Wait“ hat Kygo sich die ruhige, entspannende Stimme der 25-Jährigen geliehen. Musikalisch handelt es sich bei dem Track um einen eher ruhigen Song aus der Diskografie des Norwegers. Kygo hat sein Instrumental nämlich dem ruhigen, tendenziell eher langsamen Gesang von Sloan angepasst, sodass aus der Zusammenarbeit auch ein ruhiger Dance-Pop-Song entstanden ist. Trotz dessen ist die typische Kygo Handschrift im Song klar zu hören. In den Strophen hält sich das Instrumental klar zurück, um dann im Refrain, in dem auch weitere Instrumente wie ein Piano hinzustoßen, seinen vollen Glanz zu entfalten. Erfolgstechnisch kann die Single zwar nicht ganz mit den ersten Releases des Jahres mithalten, aber nichtsdestotrotz sprechen eine Top-100-Platzierung in den deutschen Single-Charts sowie knapp über 90 Millionen Streams auf Spotify für sich.


Freedom - Kygo feat. Zak Abel (April)

Zwei Wochen später schloss sich dann sofort die nächste Nummer an. Der Gute-Laune-Soundtrack “Freedom“ wurde zu diesem Zeitpunkt nämlich veröffentlicht. Für den Song hatte sich Kygo den Briten Zak Abel, der unter anderem auch schon die Vocals in Songs von Future-House-Ikone Don Diablo und von Produzent Duke Dumont übernommen hat, ins Studio geholt. Musikalisch handelt es sich bei dem Track um fröhlichen, radiotauglichen Tropical House. Die Vocals von Abel harmonieren erstklassig mit dem Instrumental des norwegischen Star-Produzenten. Dieser hat sich für den Song, der inhaltlich wie bereits der Titel verrät von der lange gesuchten Freiheit im Leben berichtet, ins Zeug gelegt und einen erstklassigen Happy-Vibe-Kygo-Track erstellt. Die griffigen Piano-Lines und die für den Norweger typischen Vocal Chops entfalten sich zwar erst im Drop voll, aber sind auch schon zuvor präsent. Zudem scheint der Erfolg den beiden Musikern ebenfalls Recht zu geben. Knapp 95 Millionen Leute hörten den Song seit April alleine auf Spotify.


Lose Somebody - Kygo & OneRepublic (Mai)

Am 15. Mai wurde dann der Album-Release-Countdown mit der Kracherkollaboration “Lose Somebody“ spätestens eingeleitet. Für die Nummer hat sich Kygo nämlich mit niemand Geringerem als den Jungs von OneRepublic zusammengetan, die unter anderem für ihren Welthit “Counting Stars“ bekannt sind. Die Nummer ist deutlich gefühlvoller als die durchschnittlichen Tracks vom norwegischen Star-DJ und geht dem Hörer bereits beim ersten Hören nahe. Der einfühlsame Gesang Tedders schließt sich sofort an das kurze Piano-Intro an und wird von einem pianolastigen Instrumental begleitet. Auch tropische Akzente kommen durch eine hohe Begleitstimme, die sich durch den gesamten Track zieht hervorgerufen. Die eingängige Topline machte die Single auf alle Fälle zu einem Frühsommerhitanwärter. Diesem Anspruch lief die Kollaboration zwar etwas hinterher, aber erfolgstechnisch lief es dennoch nicht schlecht: Top-50-Platzierungen in den deutschen und US-amerikanischen Single-Charts und 215 Millionen Spotify-Streams sind eine Hausnummer!


The Truth - Kygo & Valerie Broussard (Mai)

Eine Woche vor Album-Release und eine Woche in Anschluss an die Veröffentlichung von “Lose Somebody“ erschien “The Truth“. Das Lied stellt eine Zusammenarbeit zwischen Kygo und der Newcomerin Valerie Broussard, mit der der norwegische Musikproduzent bereits für den Titel “Think About You“ zusammenarbeitete dar. Bei der Nummer handelt es sich überraschenderweise wohl um einen, wenn nicht den größten Flop des Jahres von Kygo. Mit „nur“ 31 Millionen Streams auf Spotify und kaum Chartplatzierungen ist die Nummer weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine eigentlich einwandfreie Produktion des Star-DJs, der sich abseits des Refrains und des Drops extrem zurückgehalten hat. Auch Broussard hat starken Gesang abgeliefert, weshalb der Misserfolg nur schwer zu erklären ist. Trotz dessen können wir euch empfehlen in das Stück hineinzuhören, falls ihr es im Laufe des Jahres verpasst haben solltet.


Album: Golden Hour (Mai)

Dann war es so weit! Am 29. Mai erschien Kygos drittes Studioalbum “Golden Hour“, dessen Titel er bewusst als Message eines Neubeginns gewählt hat. Insgesamt achtzehn Titel waren auf dem Album zu hören. Laut eigenen Angaben begann Gørvell-Dahll bereits 2018 mit der Arbeit am Album. Auf dem Album waren unter anderem auch einige der hochtalentierten Newcomer zu hören, die er für sein eigenes Sony-Label und die dazugehörige Management-Firma Palm Tree Records gewinnen konnte. Zu diesen gehören unter anderem Valerie Broussard mit der kurz vor Album-Release die Single-Auskopplung “The Truth“ releast hatte sowie Petey, Nick Furlong und Dreamlab. Neben diesen ganzen Talenten sind jedoch auch einige erfahrene Musiker wie OneRepublic auf dem Album zu hören. Zudem gibt es auf dem Album nicht nur altbekannte Hits des Star-Produzenten wie “Higher Love“ mit Whitney Houston, sondern auch den ein oder anderen neuen Track zu hören. Bei der Produktion hätte Kygo mit seinen Mitstreitern versucht Genreunabhängigkeit zu gewinnen und somit für ein vielfältiges Album zu sorgen und das gelang ihm auch. Im Album hat er nämlich Hip-Hop mit EDM und Pop sowie Uptempo-Tracks mit ruhigen Singles kombiniert. Trotz dieser gravierenden Unterschiede ist ein klarer roter Faden in der Tracklist zu erkennen und die Handschrift der Signatursound des Norwegers zieht sich durch das gesamte Album. Auf dem Musikmarkt ist das Album vollkommen eingeschlagen! In Deutschland reichte es zwar nur für einen im Vergleich extrem schlechten 42. Platz, aber in den USA kletterte der Titel bis auf Platz 18 und im Vereinigten Königreich scheiterte die Nummer nur knapp an der Top 5. Besonders erfolgreich war das Album natürlich in Kygos Heimat Norwegen. Dort führte das Album sogar zeitweise die Album-Charts an. Für alle Fans ruhiger EDM-Tunes, die noch nicht in Kygos 2020er Album hineingehört haben, ist anhören ein klares Muss.


What’s Love Got to Do with It - Kygo & Tina Turner (Juli)

Knapp zwei Monate später erfolgte dann die Veröffentlichung der nächsten Nummer. Kygo legte nämlich Tina Turners 1980er-Welthit “What Love Gott o Do with It“ neu auf. Aus dem 80er-Jahre-Pop-/R&B-Hit machte Kygo einen entspannten Dance-Pop-Song mit Tropical-House-Vibes. Das dreieinhalbminütige Cover kann sich durch ein erfrischendes, modernes Instrumental, das die einprägsamen Vocals Turners, die wir eigentlich alle auswendig kennen sollten, begleitet, auszeichnen. Neben dem Ohrwurmcharakter, machen der typische Sound des DJs, der sich in diesem Fall durch seichte Gitarren-Akkorde und ein griffiges Piano zeigt und die Kombination dieses mit 80er-Sounds zu einem starken Sommertrack. Doch trotz der beiden extrem bekannten Künstler und dem Hitpotential des Klassikers blieb der Mix erfolgstechnisch weitestgehend hinter den Erwartungen zurück, auch wenn starke 90 Millionen Streams in fünf Monaten auf dem Konto des Tracks stehen.


Hot Stuff - Kygo & Donna Summer (September)

Abgeschlossen wurde Kygos musikalisches Jahr 2020 durch eine weitere Neuauflage eines Klassikers. Im September nahm sich die EDM-Größe nämlich den Hit der bereits verstorbenen Sängerin Donna Summer vor. Diese kann sich ebenfalls durch typische Kygo-Klänge auszeichnen. Während Kygo bei anderen Neuauflagen von Tina Turner und Whitney Houston die Original-Vocals einem neuen Instrumental beifügte, hat er bei “Hot Stuff“ auf ein anderes Pferd gesetzt: In vielen Passagen ist das originale Arrangement im ursprünglichen Tempo deutlich herauszuhören, da es nur durch einige zeitgemäße Element ergänzt wurde. Auch die Struktur und die Dauer des Titels wurden auf das Jahr 2020 angepasst. In Anschluss an den Refrain erfolgt dann aber doch in typischer Kygo-Manier ein entspannter Vocal-Chops-Drop. Anschließend erklingt dann die originale Hook, die den Song auffrischt. Bis dato zählt der Mix knapp 25 Millionen Streams nach knapp drei Monaten, was auch für Kygo kein Flop darstellen dürfte.

 

Fazit: Gørvell-Dahll alias Kygo kann trotz Corona auf ein musikalisch erfolgreiches Jahr 2020 zurückblicken. Acht Singles und ein Album sind in diesem Jahr zu seiner durch Hits gespickte Diskografie hinzugestoßen. Der ganz große Welthit wie “Higher Love“, “Firestone“ oder “It Ain’t Me“ war in diesem Jahr zwar nicht dabei, aber dafür konnten alle diesjährigen Singles des Norwegers in den Radios, Charts und auf jeglichen Streamingplattformen gut performen. Die Fans des norwegischen Produzenten hätten vermutlich nicht so viele neue Veröffentlichungen ohne Corona erwartet. Auch ein Album-Release Kygos in 2020 wäre ohne Corona zwar nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlicher gewesen. Abschließend bleibt uns nur noch Kygo zu einem musikalisch abwechslungsreichen, erfolgreichen und überraschungsreichen Jahr 2020 zu gratulieren. Weiter so! 

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Über den Autor
Jannik Pesenacker

Mein Name ist Jannik Pesenacker und ich bin im August 2018 der Dance-Charts Redaktion beigetreten. Die Musik hat sich neben dem Fußball zu einer meiner größten Leidenschaften entwickelt. Dance-Charts ermöglicht mir, mein Interesse für die Musik auszuleben und lässt mich gleichzeitig den Beruf des Journalisten näher kennenlernen.

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