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Was Deutschland im EDM-Bereich zu bieten hat

TOP 10: Deutschlands bedeutendste Mainstage-DJs

(Geschätzte Lesezeit: 10 - 19 Minuten)

TOP 10: Deutschlands bedeutendste Mainstage-DJs

Der Berufsstand des DJs wird – ohne jeden Zweifel – aktuell international von keinem Land so dominiert wie von den Niederlanden – im Besonderen der Stadt Breda. Von den Top-10-DJs laut DJ Mag stammt die Hälfte aus den Niederlanden, von den Top-5 gar vier. Noch beeindruckender liest sich die Bilanz der Stadt Breda: Tiësto, Hardwell, Dannic, Dyro, R3hab... die Liste illustrer Namen ist lang. Obwohl Deutschland in den vergangenen Jahren mit Top-Leuten wie Paul Van Dyk oder Zedd prominent vertreten war und diese DJs noch immer oder schon zur Weltspitze zählen, hat man als deutscher EDM-Fan eigentlich nicht das Gefühl, dass besonders viele deutsche DJs die Mainstages der Festivals auf dieser Welt heimsuchen. Daher folgt nun unser Ranking „TOP 10: Deutschlands beste Mainstage-DJs“.


Zur Top 10 Liste an sich

Bevor wir beginnen, möchte ich noch ein paar allgemeine Hinweise vorausschicken. Das Ranking entstand in einer repräsentativen internen Abstimmung der Autoren von dance-charts.de. Damit handelt es sich mit Sicherheit nicht um ein reines Beliebtheitsranking (dann stünde unser lieber le Shuuk nämlich ganz oben), ebensowenig wie um eine Rangfolge der jeweils vorhandenen oder eben nicht vorhandenen Skills (sonst stünde da Eskei83 auf Platz 1). Wir haben versucht, allgemeines Standing, Mainstream-Tauglichkeit und die Frequenz des Bespielens von Mainstages mit in unser Ranking aufzunehmen und die nachstehenden DJs dahingehend zu ordnen.

Zur Definition eines Mainstage-DJs ist folgendes zu sagen: Um in unserem Ranking aufzutauchen, muss ein DJ regelmäßig auf den Mainstages der großen Festivals wie beispielsweise des Ultra Music Festivals und dessen mannigfaltigen Ausprägungen, Tomorrowland, -world, -whatever, dem EDC oder auch deutschen/österreichischen Festivals wie dem Electric Love Festival, dem Open Beatz oder im World Club Dome (alle einschließlich, aber längst nicht ausschließlich). Reine Club-DJs (egal, wie cool ihre Residency ist) oder auch gut geskillte Leute, die regelmäßig an Wettbewerben wie RedBull Thre3style oder ähnlichen teilnehmen, können wir hier leider nicht berücksichtigen, die werden aber auch entsprechend gewürdigt werden (in Form eines anderen Rankings). Und nun viel Spaß mit unseren Top 10: Deutschlands beste Mainstage DJs. 


Platz 10: Sven Väth

Platz 10 unseres Rankings belegt der Oberhausener Techno-DJ und -Produzent Sven Väth. Der hessische DJ ist bereits seit den 1980er-Jahren als DJ aktiv und fing als Disco-/Funk-DJ in einem damaligen Szeneclub im Frankfurter Flughafen „Fraport“ an. Besonderes Aufsehen erregte er dabei durch seine Tanzeinlagen und die Angewohnheit, zu jedem seiner Gigs ausgefallene Verkleidungen zu tragen. Über Acid-Produktionen kam Väth dann zu Beginn der 90er-Jahre pünktlich zum Beginn der Techno-Welle zum Techno. Seitdem hatte er Residencies in verschiedenen angesagten Clubs und mehrere Touren rund um die Welt. Dabei spielte er stets auf den Mainstages der jeweils stattfindenden Festivals.

Seit Mitte der 2000er war Väth auch Clubbesitzer. Mit dem Cocoon Club wollte er neue Maßstäbe in Sachen Interieur, Soundanlage und Lineups setzen. Dies ist ihm zumindest teilweise gelungen, sodass der Club von diversen Zeitschriften teils auch mehrfach zum besten deutschen Techno-Club gewählt wurde. Allerdings sind Großraum-Discos leider immer mehr im Abstieg begriffen, sodass der Cocoon Club 2012 Insolvenz anmelden und seine Türen schließen musste. Seine Vita liest sich insgesamt mehr als beeindruckend. So stehen für Sven Väth insgesamt sechs Einträge in den DJ-Mag-Listen von 2001 bis 2006 zu Buche, dabei erreichte er seine Höchstplatzierung 2005 mit dem 23. Platz. Dazu kommen unzählige Auszeichnungen von „Groove“ und „Residentadvisor“ als bester Produzent oder bester DJ.

Seit diesem Jahr ist er zudem Träger der renommierten Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main, die an besonders verdiente kulturell aktive Persönlichkeiten vergeben wird. Dank seiner frühren Erfolge hat er es noch in unsere Liste geschafft, wobei seine glorreichsten Zeiten wohl schon seit einem knappen Jahrzehnt vergangen sind. Dennoch legt er noch immer auf Mainstages auf, wie beispielsweise auf der Mayday oder dem Time Warp. Zudem ist Sven Väth mit Sicherheit einer der einflussreichsten und erfolgreichsten deutschen (Mainstage-)DJs überhaupt und somit verdient in unserem Ranking zu finden.



Platz 9: ATB

Punkt-/Stimmengleich mit Sven Väth, aufgrund seines etwas aktuelleren Wirkens aber einen Tick höher eingestuft steht auf Platz 9 unseres Rankings der Freiburger Trance-Produzent und DJ ATB, bürgerlich André Tanneberger. ATB ist ebenfalls schon länger in der Szene etabliert und seit den 90er-Jahren im EDM-Business etabliert. Weltberühmt wurde Tanneberger im Jahr 1998 mit seiner Single „9 PM (Till I Come)“, die sich unter anderem in Großbritannien die Pole-Position der Charts sichern konnte. Sein inzwischen neuntes Studioalbum „Contact“ erschien im vergangenen Jahr und konnte wie die meisten der übrigen acht hohe Chartpositionen im deutschsprachigen Raum erreichen.

Der Musikproduzent, dessen Stil im Bereich zwischen Dream House und Trance einzuordnen ist, ist für seine differnzierten Produktionen bekannt, die in seiner Anfangszeit als Produzent meist durch besonders hervorgehobene Gitarrenklänge gekennzeichnet wurden. ATB wurde vielfach für seine Arbeit ausgezeichnet, wobei er seit 2005 dauerhaft in der jährlich vom DJ Mag ausgelobten Rangliste Top 100 DJs zu finden ist. Diverse Top-20-Platzierungen und eine top-10-Platzierung in seinem Ranglistendebütjahr 2005 demonstrieren seinen hohen Stellenwert für die Szene. In den vergangenen Jahren gingen seine Wahlresultate etwas zurück, eine Manifestation des Rückzugs von Trance aus dem Mainstream-Bereich.

Da seine Erfolge aktueller sind als Väths und er noch immer als Mainstage-Headliner auf großen Festivals wie dem World Club Dome oder der Winterworld auftritt, haben wir ihn in unserem Ranking höher eingestuft. Zudem ist er der um Längen erfolgreichere Musikproduzent, was das Erreichen des Goldstatus für seine Single „Distant Earth“ im Jahr 2011 in nur zwei Wochen demonstriert. Somit haben wir unseren Platz 9. Fehlen nur noch acht.

 



Platz 8: MOGUAI

Unseren Platz 8 der besten deutschen Mainstage-DJs belegt der Marler „MOGUAI“. Der gebürtige Nordrhein-Westfale hat wahrscheinlich schon jede bedeutende Mainstage dieser Welt bespielt und somit alles erlebt, was ein DJ erlebt haben muss, um in dieses Ranking aufgenommen zu werden. MOGUAI, bürgerlich André Tegeler, hat bislang drei Studioalben, unzählige Tracks und Remixe sowie drei Samplepacks veröffentlicht und auch ein paar Chartplatzierungen erreicht. Er ist seit der Mitte der 90er-Jahre in der Szene aktiv und tritt häufig als Remixer auf. Insebsondere bekannt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit 2Raumwohnung. Zudem stand er im vergangenen Jahrzehnt bei renommierten Labels unter Vertrag.

Gemeinsam mit Sven Väth und Paul Van Dyk gilt er als einer der Begründer der EDM-Szene in Deutschland und zählt zu den ersten „Techno-DJs“. Seit 2009 stand er bei deadmau5' Label mau5trap unter Vertrag und konnte dort diverse erfolgreiche Produktionen platzieren. Er gewann mehrfach den Goldstatus in Deutschland und konnte sogar einmal Doppel-Platin für „In the Middle“ gewinnen. Aktuell steht MOGUAI bei Ultra Music und Spinnin' Records unter Vertrag, den beiden Major-Labels der EDM-Szene. Mit meheren großen Releases pro Jahr ist der Nordrhein-Westfale, der ursprünglich ausgebildeter Metzger und studierter Jurist ist, noch immer einer der Big Players. Besonders an seinen Liveshows ist seit einigen Jahren, dass er das Auflegen mit Live-Elementen kombiniert, also live auf der Bühne auf Basis seiner Produktionen neue Musik schafft.

Damit kommen wir eigentlich nicht um ihn herum, wenn es darum geht, ein Ranking deutscher Top-DJs zu schreiben. Aktuelle Auftritte auf großen Festivals wie Tomorrowland, dem EDC Las Vegas oder der Nature One verdeutlichen seinen absoluten Superstar-Status. Sein bisher bedeutendster Auftritt dürfte die Abschlussveranstaltung der Love Parade gewesen sein, bei der er vor etwa 750.000 Menschen spielte. 



Platz 7: Deniz Koyu

Platz 7 unseres Rankings belegt der Essener DJ und Produzent Deniz Koyu, bürgerlich heißt er praktischerweise genauso. Man merkt's, wir kommen langsam in die höheren Regionen der Facebook-Likes, Koyu kann beinahe eine Million von diesen fiesen kleinen Dingern auf sich vereinen. Er bewegt sich in dem Bereich zwischen Electro House und Progressive House, wobei seine Produktionen immer etwas besonderes sind (ja, nehmt euch ein Beispiel daran, VINAI-Brüder!).

Er kam durch sein Klavierspiel zur Musik und wurde besessen von der Musikproduktion, was man auch an seinen Tracks merkt. „Follow You“, „Lift“ oder zuletzt auch „Sonic“ – alles große Festival-Tracks auf bekannten Labels wie Flamingo Rcords, Spinnin' oder Nicky Romeros Protocol Recordings. Seine erfolgreichen Tracks brachten ihn binnen Kurzem (ja, erst 2010 hat er begonnen, wirklich professionell Musik zu machen) auf Events der Superlative wie das kegendäre Tomorrowland in Belgien sowie dessen US-amerikanischen Ableger TomorrowWorld. Schnall waren auch die Veranstalter der Electric Zoos und des Electric Daisy Carnivals von seinen Fähigkeiten überzeugt, sodass er dann auch noch Creamfields, das Ultra Music Festival in Miami und Kroatien, verschiedene Sensations, Mysteryland und, und und bespielen durfte.

Man sieht, der Mann hat Erfahrung. Ein Eintrag im Top-100-Ranking des DJ Mag blieb Koyu noch nicht beschert, aber bei seinem kometenhaften Aufstieg ist das sicherlich auch nur eine Frage der Zeit. Aufgrund seiner Klasse als Produzent und der großen Festivals, die er bespielen durfte, sowie seiner knappen Million Facebook-Likes haben wir Deniz Koyu etwas wichtiger eingestuft als MOGUAI. Zwar kann er sich nicht wirklich mit den folgenden Exemplaren aus unserer Menagerie der Mainstage-DJs vergleichen – dazu fehlt ihm noch die internationale Reputation, nicht einmal Wikipedia kennt ihn – aber zumindest auf Platz 7 können wir ihn setzen. Wir nähern uns den Superstar-DJs!



Platz 6: Thomas Gold

Unseren 6. Rang im Ranking von Deutschlands bedeutendsten Mainstage-DJs nimmt der ebenfalls aus Essen stammende DJ Thomas Gold ein. Wie er sich selbst beschreibt – den Gold-Standard – und wie er seine wöchentliche Radio-Show nennt – Fanfare – sagt eigentlich schon fast alles! Über eine Million Facebook-Likes hat er inzwischen gesammelt. Er fing 2004 damit an, elektronische Musik zu produzieren und hatte seinen ersten Durchbruch in der nationalen Dance-Szene im Jahr 2006. Seitdem hatte er Releases auf Labels wie Toolroom Records, Phazing, Spinnin’ Records und Size Records, wobei er mit großen Künstlern wie Fatboy Slim, Axwell und Dirty South arbeitete.

Auch Hardwell hat ein Auge auf ihn gerichtet und lässt ihn regelmäßig Tracks via Revealed Recordings veröffentlichen. Sein Durchbruch erfolgte wohl mit seinem Remix zu Adeles „Set Fire to the Rain“, der auf YouTube über 15 Millionen aufrufe erhielt. Die Gold-Wortspiele hören natürlich nicht auf. Man könnte sein Gespür für gute Musik mit dem goldenen Händchen des Midas vergleichen, wenn man sich seinen ikonischen melodischen Sound anhört.  Diverse Nummer-1-Platzierungen auf Beatport belegen das wohl ganz gut. „The Golden German“, wie er sich gelegentlich selbst nennt, hat natürlich auch schon die Festivals dieser Welt bespielt. Zu Buche stehen da  beispielsweise: Das Ultra Music Festival, der Electric Daisy Carnival, Coachella, Mysteryland, Sensation White und Tomorrowland. Das Besondere an seinen Shows ist das Live-Element, das er immer weiter entwickelt.

Begonnen hat es mit seiner zusätzlichen Stimme von Percussion, die er selbst live in sein Set einpflegt, aber eigenen Angaben zufolge war das noch nicht das Ende der Entwicklung. Auch tourt er rund um die Welt, sodass er allein in den kommenden Wochen von Las Vegas über Ibiza und Amsterdam bis hin zu Tokyo die gesamte Welt bereist. Im Jahr 2012 konnte er seine bislang einzige DJMag-Platzierung erreichen und wurde auf den 82. Platz gewählt – womit er immerhin vor Mike Candys, Nero und Bob Sinclair lag. Da wir wissen, dass das noch lange nicht das Ende der Entwicklung war, sind wir geneigt, ihm den 6. Platz zuzuerkennen. Achtung, jetzt kommt die Prominenz. 



Platz 5: Paul Kalkbrenner

Die Top 5 beginnen mit dem Leipziger Techno- und Minimal-Dj Paul Kalkbrenner, der oftmals  in Kombination mit seinem Bruder, Fritz Kalkbrenner, seines Zeichens ebenfalls Techno-Produzent und -DJ, auftritt. Bekanntheit erlangte Kalkbrenner wohl vor allem durch seinen Track „Sky And Sand“, dem chilligsten, was das Chillige zu bieten hat, einem Track, der zwar nur Platz 29 der Deutschen Single-Charts erreichte, sich jedoch sagenhafte 129 Wochen in selbigen halten konnte. Insgesamt veröffentlichte Kalkbrenner sechs Studioalben, davon zwei Filmsoundtracks. Mit seinem letzten, im August erschienenen Album „7“ konnte er nicht nur denselben Platz, sondern sogar die Nummer-1-Platzierung im Alben-Chart erreichen.

Insgesamt hat er alle seine sechs Alben in den deutschen Charts untergebracht und drei von ihnen sogar in die Top-10 geführt. In dem Film „Berlin Calling“, zu dem er den Soundtrack produzierte, spielte er sogar selbst mit. Der gebürtige Leipziger und in Berlin aufgewachsene Kalkbrenner verfügt über eine musiktheoretische Ausbildung sowie Kenntnisse der Instrumentalmusik, was seine Produktionen natürlich stark erleichterte. Seit 2010 besitzt er ein eigenes Label namens Paul Kalkbrenner Musik, nachdem er sich aus seinem früheren Plattenvertrag bei BPitch Control herausgekauft hatte. Er wurde dreimal für den Echo-Preis nominiert, konnte ihn jedoch nie gewinnen.

2,4 Millionen Facebook-Fans sprechen eine eindeutige Sprache betreffend seiner Bekanntheit und Reputation. Besonders markant sind seine Liveauftritte, in denen er nicht nur seine Tracks abspielt, sondern auch diverse Live-Elemente einbaut. Als eines der Gesichter der deutschen elektronischen Musikszene im Ausland – im Gespräch mit italienischen DJs fällt sein Name meist zuerst – besteht eigentlich kein Zweifel daran, dass Paul Kalkbrenner sich seinen Platz in den Top 5 redlich verdient hat. Höher geht es aber nicht, weil da noch vier Leute folgen, die es mindestens genauso verdient haben.



Platz 4: Paul Van Dyk

Unser Platz 4 ist ein sehr Sympathischer. Der in Ost-Berlin geborene Trance-DJ Paul Van Dyk (Bürgerlich: Matthias Paul) sollte eigentlich jedem ein Begriff sein, der sich etwas mit moderner Musik beschäftigt. Schließlich können nur wenige behaupten, von 1,5 Millionen Menschen aufgelegt zu haben. Er begann seine Karriere im Jahr 1991 als Resident im Potsdamer Club „Turbine“, nachdem er eine Lehre als Nachrichtentechniker absolviert hatte. Dazu kam er, nachdem er selbstproduzierte Mixtapes an dutzende Clubs im Großraum Berlin verschickt hatte. Im Laufe der Jahre nahm er eine Evolution vom damals wichtigen Rave bis hin zum wohl emotionalsten elektronischen Genre, nämlich Trance. Von seinen sechs Studioalben landeten fünf in den deutschen Albencharts, Remixe für Künstler wie Justin Timberlake oder U2 gaben ihr Übriges. 

Wichtig ist Van Dyk aber nicht nur wegen seiner Produktionen, vor allem seine Liveshows sind sehens- und hörenswert. Dazu hat er ein spezielles Setup mit Keyboards, CDJs, Laptop und Controllern entwickelt, das es ihm erlaubt, jeden Auftritt einzigartig zu gestalten; es entsteht quasi bei jeder Show ein komplett neuer, mehrstündiger Track, der sich stetig verändert und aus Kernelementen seiner früheren Produktionen besteht. Die Zahl seiner Preise und Auszeichnungen ist unüberschaubar, wurde er doch mehrfach zum Best International DJ gekürt und ist als einziger deutscher Act seit Gründung der Wahl seit 1997 dauerhaft in der Top-100-Liste des DJ-Mag vertreten. Dabei sprangen auch zwei Nummer-1-Platzierungen 2005 und 2006 für ihn heraus. Über seine Auftritte brauchen wir nicht allzuviele Worte zu verlieren, wichtig zu wissen ist hier nur, dass er weltweit tourt und das schon seit Jahren bis Jahrzehnten.

Er hatte das Vergnügen mit diversen Tomorrowlands, Ultras, EDCs, und was die Festivalbranche noch so an Superlativen zu bieten hat. Erwähnenswert ist auch sein soziales Engagement. Er setzt sich für Kinder in Not ein und spendet einen nicht unerheblichen Teil seiner Gagen für soziale Projekte. Auch sein politisches Engagement ist beachtenswert, denkwürdig sein Auftritt bei Markus Lanz, als er in einer Runde abgezockter Politiker und Finanziere als einziger auf die richtigen Problematiken im bezug auf die Griechenland-Krise zu sprechen kam. Manch einer wird fragen „nur Platz 4?“, was durchaus berechtigt sein mag. Diese Platzierung folgt lediglich auch Van Dyks fehlender Relevanz für den Meinstream, der in den Top 3 in seiner geballten Macht vertreten ist.

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Platz 3: Tujamo

Wer hier „Who?“ fragt, der ist an der richtigen Adresse. Der aus Detmold stammende DJ und Producer Tujamo – bürgerlich Matthias Richter – zeichnet sich vor allem durch seine absolut feierbaren Tracks aus. Seitdem er 17 jahre alt ist und 2007 einen DJ-Wettbewerb gewann, ist er Residet-DJ im Club Index in Schüttdorf. Durch seine Arbeit als DJ rutschte er auch in die Produzenten-Szene hinein und begann, Bigroom-House zu produzieren. Seit 2014 hat ihn offenbar ein Tätigkeitsschub erfasst, in den vergangenen zwei Jahren stehen für ihn acht großartige Releases zu Buche, darunter Kollaborationen mit Szeneriesen wie Dimitri Vegas & Like Mike, Laidback Luke, Danny Avila und Steve Aoki. Sein größter Hit dürfte wohl das zu Beginn angesprochene Lied „Who!“ sein, sowie dessen Vocal-Version „Dr Who!“ mit dem Vocal-Artist Sneakbo.

Zwar kann man ihm nur etwa 700.000 Facebook-Likes attestieren, jedoch ist diese eher niedrige Zahl sowie seine fehlende Platzierung im DJ-Mag wohl der Geschwindigkeit seines Aufstieges geschuldet, vor der Bigroom-Welle 2013 war er noch weitestgehend unbekannt. Tujamos Stil ist unverkenntbar und haftet all seinen Produktionen und Kollaborationen an. Er nutzt Bigroom-Drums mit dem typischen verzerrten Bass und unterlegt sie in seinen Drops mit einem trompetenähnlichen Nexus-Synthesizer  und einer groovy Bassstimme sowie Vocal-Cuts. Seine Produktionen klingen daher mehr als nur fett und genießen eigentlich Playtime in jedem vernünftigen Clubset in Großraumclubs.

Er durfte Festival-Mainstages in Europa, Asien und Amerika bespielen und in einigen der bedeutendsten Clubs der Welt auflegen. Von ihm ist noch mehr zu erwarten, und da er eigentlich mit jeder Single auf Platz 1 der Beatport-Charts landet und ein absoluter Senkrechtstarter ist, erkennen wir ihm hiermit den Bronzerang zu. 



Platz 2: Zedd

Silber geht an den DJ, der nicht hören möchte, dass er einer ist. Zedd selbst bevorzugt die Bezeichnung „Künstler“, offenbar scheint ihm „EDM-Star“ oder „DJ“ zu negativ belegt zu sein. Der russlanddeutsche gebürtige Saratower, der mit bürgerlichem Namen Anton Zaslavaski heißt, ist Mainstream pur. Das rührt wohl auch daher, dass er zwischen 2014 und Mai diesen jahres eine Beziehung mit der US-amerikanischen Popsängerin selena Gomez führte, die er auch produziert. Seine größten Solo-Charterfolge dürften „Clarity“ und „I Want You To Know“ sein.

Dank seiner Mentoren, Lady Gaga (ob man psychologische Beratung von dieser Kanarienvögelin braucht, sei dahingestellt) und Skrillex, mit dem er über Myspace in Kontakt kam und seitdem bei dessen Label unter Vertrag steht, ist Zedd wohl einer der gefragtesten DJs und Komponisten weltweit. 6 Millionen Likes auf Facebook sprechen da eine eindeutige Sprache. Zuletzt war er auf großer Asien-Tour mit Lady Gaga und tourt nun mit Madeon und Dillon Francis. Sein Stil ist schwer einzuordnen, beweigt sich wabernderweise zwischen Dubstep und Mainstream-House, wobei er immer auf starke Vocalisten wie Matthew Koma, Foxes oder Florence And The Machine zurückgreift. Als Komponist ist er für Justin Bieber, Lady Gaga, Selena Gomez, Ellie Goulding und Nicki Minaj tätig.

In den vergangenen Wahlen des DJ-Mag schaffte der Kaiserslauterner es mehrfach in die Top-30, zuletzt sprang Platz 22 für ihn heraus. Vor Kurzem brach er den Rekord für den größten Clubgig, indem er für seinen Auftritt im XS-Club in Las Vegas vor 11.323 Menschen spielte. Aufgrund seines erhöhten Glamour-Status, weniger wegen seiner Mainstage-Bekanntheit liegt Zedd auf unserem Silberrang. 



Platz 1: Robin Schulz

*Fanfarenstöße* nun unser Platz 1: *schnarch* … was, er ist einen Ton weitergekommen? Party! Robin Schulz! Der Osnabrücker DJ dieses Namens ist wohl aktuell der begehrteste deutsche DJ überhaupt, was daran liegt, dass er Musik produziert, die im Trend der Zeit liegt: Vocal Deep House. Das „Deep“ in dieser Genre-Bezeichnung scheint Schulz wörtlich zu nehmen, es ist bei ihm meist so deep, dass Morpheus' Arme einen nahezu in den Schlaf rütteln wollen. Keine Abwechslung im Rhythmus, stets dieselbe Bassline, dieselbe Percussion, wie immer, hauptsache chillig ist es. Seine Sets stehen in dem Ruf, sogar Bros auf Meth in den Schlaf wiegen zu können.

Selten gab es ein derart wirksames Valium für die Ohren – wenn man von Rainer Calmunds Besuchen im Aktuellen Sportstudio absieht. Grundsätzlich entstehen seine Tracks, indem er eine Vorlage nutzt, die seinen immer gleichen Bass untergelegt bekommt und anschließend veröffentlicht wird.  Er ist eigentlich erst seit letztem Jahr wirklich erfolgreich und hat sich zu dem Geheimtipp schlechthin in der internationalen Dance-Szene gemausert. Sein erstes Album „Prayer“ war weltweit erfolgreich, sein zweites, „Sugar“ erschien vergangene Woche. Tracks wie „Sugar“, „Waves“ oder „Prayer in C“ sowei „Sun Goes Down“ zerschmetterten Charts in diversen Ländern. Abgesehen von Felix Jaehn möglicherweise dürfte er der deutsche EDM-Künstler mit der weltweit größten mainstream-Reputation sein.

13 Mal Goldstatus und 37 Mal Platin sprechen eine eindeutige Sprache. Frei nach dem Motto „Erst Osnabrück und dann die Welt“ tourte Schulz in diesem Jahr einmal um den Globus zuletzt spielte er beispielsweise in den USA und Japan. Bevor der Autor dieses Artikels von Schulz' Performance nun vollends im Schlaf versinkt, noch rasch ein kleiner Sonderpreis:



Sonderpreis: Le Shuuk

Wir haben uns entschieden, noch einen Sonderpreis für einen weiteren DJ made in Germany zu vergeben. Le Shuuk aka Chris Stritzel stammt aus Stuttgar und bespielt unter anderem Deutschlands wichtigste Clubs – also das Bootshaus und den Neuraum. Auch auf dem Ultra Europe und dem Lake-Festival sowie dem Open Beatz war er als Mainstage-DJ zugegen. Sein Stil ist schwer einzuordnen, sorgt aber regelmäßig für Eskalation, zumal er meist Elemente verschiedener Stile einbaut – gern auch Hardstyle, um die Crowd aufzuwecken.

Damit schafft er es regelmäßig, seine Gäste entweder zu vertreiben oder die größtmögliche Eskalation zu erzielen. Der Hashtag #EinhornArmeeDesGrauens, den er als Running Gag unter jedem seiner Posts auf Facebook nutzt, gilt unter seinen Fans schon als legendär. Mach einer wird sich fragen, ob Thomas Gold etwa einen Doppelgänger hat, aber nein, hier handelt es sich wirklich um Le Shuuk. Wahrscheinlich Deutschlands kreativster und „In-da-Face-Bitch!“-igster DJ – daher verleihen wir einen Sonderpreis.

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    Peter · Vor 1 Jahren
    Wir wissen doch alle das zedd 3738282 mal mehr Erfolg hat als „DJ“ Robin Schulz
Über den Autor
Maximilian Wild

Ich bin Jurastudent und bereite mich derzeit auf mein Staatsexamen vor. Meine Interessenschwerpunkte liegen im Bereich des geistigen Eigentums, das sich mit meinem ausgeprägten Interesse für Musik trifft. Für Dance-Charts.de verfasse ich hauptsächlich Nachrichten, Kommentare und Kolumnen, die sich mit aktuellen Entwicklungen der Szene befassen. Ich favorisiere kein Genre besonders, sodass sich in meinen Playlisten bunte Mischungen aus Tech House, Hardstyle und EDM finden. Mein absoluter Lieblingsact ist allerdings das deutsche House-Duo Claptone.

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