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Rückblick: Das Ultra Music Festival 2018

Ultra Music Festival 2018Ultra Music Festival 2018.

Normalerweise blicken wir ja nur nach vorn, meistens sogar recht erfolgreich, wie unsere jüngste gelungene Prophezeiung eindrucksvoll belegt hat. Heute genehmigen wir uns allerdings ausnahmsweise auch einen Blick zurück, einen Blick auf die drei ereignisreichen Tage des Ultra Music Festivals 2018, der inzwischen schon zwanzigsten Auflage des Festivals. Wie jedes Jahr werfen wir auch dieses Mal einen nicht immer ganz ernst gemeinten Blick auf die Hochs und Tiefs, die Wins und Fails, den Geist und die Geistlosigkeit dieses alljährlichen Schaulaufens der internationalen Musikindustrie.

Swedish House who?

Wer sind eigentlich diese drei kaum erkennbaren Strichmännchen, die das Ultra Music Festival am Sonntagabend abschließen durften? Irgendetwas mit „Swedish“ ist da hängen geblieben. Immerhin haben sie sich zu Beginn ihrer Show vorgestellt, so gehört sich das! Ob die wohl was mit IKEA zu tun haben? Müssen echt gute Newcomer sein, diese Schweden, schließlich haben sich die Zuschauerzahlen im Livestream zwischen 3:55 und 4:00 deutscher Zeit wohl mehr als verdoppelt. Spaß beiseite. DIE REUNION IST GESCHEHEN! Wuhu, Party, willkommen an Bord des Hypetrains!

Und vor allem: Endlich keine billigen Aprilscherze über eine baldige Reunion der Swedish House Mafia mehr! Wen dieses Closing-Set nicht emotional mitgenommen hat, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren – selbst bei Hardwell gab es kein Halten mehr, ebenso wie wohl bei der Bildregie, die während des gesamten Sets genau eine Kameraeinstellung zeigten. Fünf schier endlose Jahre ließen die drei Schweden ihre Fans zappeln und nun ist die Trennung endlich Geschichte – „We are Swedish House Mafia for life“, kann es schönere Worte in den Ohren eines echten Fans geben?


Justin Bieber Nippon Edition – Vol. 4

Nicht zum ersten, nicht zum zweiten und auch nicht zum dritten, sondern sogar schon zum vierten Mal in Folge wartete das Ultra Music Festival mit Justin Bieber auf! Gut, zwar nicht mit dem echten, der wäre dann doch wohl zu teuer, aber zumindest die billige Kopie aus Fernost durfte auch 2018 nicht fehlen. Mit KSUKE, dem Laptop-DJ aus dem Land der Kirschblüten, eröffnete das UMF auch in diesem Jahr seinen Livestream. Ganz so verstrahlt, wie man es seit 2011 erwarten dürfte, kam Justin Biebers Manga-Ausgabe zwar nicht herüber, aber zumindest war sein „Liveset“ genauso prerecorded wie eh und je. Einer der ulkigsten Vögel des Festivals ohne Frage.

KSUKEKSUKE


Fischer’s Boner?

Letztere Aussage müssen wir dann doch revidieren. KSUKE ist zwar fraglos ein ulkiger Vogel, aber sein Platz an der Sonne wird ihm dann doch von zwei ungleich größeren Ulknudeln streitig gemacht. Das New Yorker Duo Fisherspooner wartete relativ zeitgleich mit Hardwells umstrittenem Mainstage-Set auf mit seiner Electroclash-Show auf der Livestage auf. Ganze fünf Minuten Streamzeit bekamen die US-Amerikaner zwischen den Altmeistern Armin van Buuren und Hardwell – fünf äußerst verstörende Minuten. Mit nichts als Lendenschürzen oder viel zu knapp geratener, goldener Unterwäsche bekleidet glich die Darbietung der New Yorker eher einem billigen Striptease mit nicht minder verstörender Hintergrundmusik – de facto Punkrock mit stark vertretenen elektronischen Elementen.

Da den Livestream-Zuschauern nur fünf Minuten zugemutet wurden, war der Auftritt zumindest kein völliger Griff ins Klo, wenngleich auf der Bühne dann doch der ein oder andere Griff in die entsprechenden Körperteile ging. Die Überschrift dieses Absatzes sagt da wohl mehr als tausend Worte. Aber, so müssen wir eben auch zugeben, für genau diese Diversität steht das Ultra Music Festival. Seien es Die Antwoord (die sich getreu dem großen Philosophen Douglas Adams eigentlich in „42“ umbenennen müssten) oder eben Fischerspooner: Auch solche seltsamen Vögel braucht das Festival. Und hey, vor allem für die Singles unter den Zuschauerinnen dürften die leicht bekleideten Tänzer ein gefundenes Fressen gewesen sein.

Die 90er sind zurück

Entgegen landläufiger, von unzähligen Radiosendern geprägter Ansichten handelt es sich bei den 90ern nicht um ein musikalisches Genre, sondern um ein Sammelbecken kultiger Musik. Und tatsächlich war dieses Ultra Music Festival deutlich neunziger als die vergangenen 18 Jahre. 90s-Remixe überall! Wie uns bereits der Spotify-Chef Michael Krause im Interview bestätigte, sind die 90er in diesem Jahr wieder auf dem Vormarsch wie noch nie. Von den Backstreet Boys über Coolio bis hin zu Dr. Dre – an dieser Front war so ziemlich alles vertreten.


Steve Aoki braucht Gesellschaft

Was in den vergangenen Jahren Tiësto mit seinen unzähligen Livesängern und Afrojack mit seiner Rapper-Crew waren, das maßte sich in diesem Jahr Steve Aoki, der Konditormeister der EDM-Szene an. Mit Quintino, Lauren Jauregui, Daddy Yankee, Elvis Crespo, Play-N-Skillz, Laidback Luke, Bok Nero und Desiigner auf der Stage (zwischenzeitlich drei (!) davon gleichzeitig) dürfte Aoki in diesem Jahr den Rekord der meisten Gastauftritte aufgestellt haben. Ein Wunder war es fast, dass die auf der Bühne versammelten Rapper nicht die gesamte Veranstaltung crashten und erst einmal ein Rap-Battle aufzogen – wenngleich das wohl ungleich unterhaltsamer gewesen wäre. Fraglich, ob das einem DJ-Set so zuträglich ist, andauernde Unterbrechungen für „Live“-Performances einzubauen, aber das sei jedem selbst überlassen. Insgesamt konnte man gegen Aokis Set aber recht wenig sagen, er spielte eine explosive Mischung aus Bigroom, sehr schnellem Bigroom, Trap, Hip-Hop und anderem.


Bigroom braucht kein Mensch

Auf die Gefahr hin, einen Sturm der Entrüstung zu provozieren, aber wer Tracks mit Vocals wie „Hands up, hands up high high, cause Bigroom never dies“ spielt, der hat selbst ohne Jogginghose die Kontrolle über sein Leben verloren. Ja, diese Punchline gab es in diesem Artikel schon einmal, aber angesichts des doch sehr repititiven, musikalisch anspruchslosen Livesets der Szenelegende Hardwell erlauben wir uns das als Stilmittel. 20 Minuten voller ewig gleicher Bigroom-B-Releases, gefolgt von 40 weiteren Minuten, in denen es dann zumindest zeitweise etwas variabler wurde. Wir beglückwünschen die Zuschauer zu ihrem Stehvermögen, obwohl es teils so wirkte, als hätte sich manch einer von ihnen lieber zu Boden gesetzt wie einst während deadmau5 Auftritt beim World Club Dome im vergangenen Jahr. Immerhin scheint das andauernde Armgewedel während seiner Auftritte zumindest Hardwells Oberarmmuskulatur zuträglich gewesen zu sein.  Dass die Zuschauer im Gegensatz zu Armin van Buurens gewohnt epischem Set kaum eine Reaktion auf Hardwells teils unhörbares Geballere zeigten, war nur bestens nachvollziehbar. Über Geschmack lässt sich freilich streiten, Fakt ist jedoch, dass Hardwell im vergangenen Jahr bestens vorgemacht hat, wie man Bigroom in ein musikalisch anspruchsvolleres, dynamisches Set inkorporiert. Heute gibt es leider kein Foto für dich, Robbert!


Ein Satz mit „X“ – war wohl nix?

Das dachte man vor dem Start des Festivals und womöglich auch in den ersten Stunden über das Mainstage-Design. Etwas eindimensional, geradezu platt mutete der riesige Quader, der in diesem Jahr die Mainstage bildete doch an. Im Zentrum des Ganzen stand ein überdimensioniertes, leuchtendes „X“. Diese Gedanken konnte dann allerspätestens Armin van Buuren völlig verdrängen. Der Clou der Mainstage war nämlich die Tatsache, dass es sich bei ihr um eine überdimensionierte LED-Wand handelte. Unscheinbar aber unheimlich effektiv! Wer nach drei Tagen Festival immer noch kein Epileptiker war, ist wohl zu beglückwünschen. Unfassbar gute Mainstage, die dem Anlass des 20. Festival-Geburtstages mehr als gerecht wurde.

Ultra Music Festival 2018 Tag 1 Highlights


Peinliche Fragen

Und auch in diesem Jahr blieb den Livestream-Zuschauern der Gipfel der Cringeworthiness nicht erspart, dieses Mal in Form eines peinlichen Quiz, dem sich zwei sichtlich überforderte Festivalbesucherinnen stellen mussten. Gut, wann das UMF erstmals an zwei Wochenenden stattfand und wohin es erstmals in Asien expandierte muss man nun wirklich nicht wissen. Aber wenn der Moderator schon als Hilfestellung „5 years ago“ anbietet und dann „2015“ als Antwort genannt wird, ist entweder Alkohol im Spiel oder die beiden Damen waren einfach noch nie gut in Mathe. Wirklich witzig wurde es dann, als nach dem DJ gefragt wurde, der sowohl beim allerersten Ultra Music Festival vor 20 Jahren als auch beim aktuellen aufgelegt habe. Genau, die korrekte Antwort lautet ohne Frage „Martin Garrix“! Wait, what?! Selbst der Moderator konnte seine Belustigung kaum verbergen. Denn wie jeder weiß, hat Martin Garrix bereits an seinem zweiten Geburtstag auf dem UMF aufgelegt – nicht. Die zweite Antwort „Steve Aoki“ war zumindest schon einmal etwas naheliegender, aber auch mit elf Jahren legt man üblicherweise nicht auf dem UMF auf.

Diese Sets konnte man getrost verpassen

Wie schon gesagt verpasste man nichts, wenn man bei Hardwells Set die ersten 20 Minuten verschlief, danach wurde es zwar besser, aber mehr als „ausreichend“ war es dann doch nicht. Zumindest, das muss man ihm in der heutigen Zeit zugutehalten, spielte er live, denn wie eigentlich jedes Mal schaffte er es auch in diesem Jahr, einen seiner Übergänge völlig danebenzusetzen – was ihn dann doch menschlich und dadurch sympathisch wirken lässt. Überraschend waren die Sets des Freitags allgemein auf einem sehr niedrigen Niveau, denn auch Hardwells Nachfolger DJ Snake und Axwell Λ Ingrosso vermochten alles andere als zu überzeugen. DJ Snake spielte exakt dasselbe Set wie im Vorjahr, sogar mit denselben Übergängen, und Axwell Λ Ingrosso taten es ihm gleich – statt eines bewegenden Sets voller neuer ID-Tracks feuerten sie ihr Standard-Set der vergangenen Monate ab. Natürlich machten sie das am Sonntag wieder mehr als gut. Wie üblich zeigte David Guetta, dass „Übergang“ ein Fremdwort für ihn darstellt, wozu auch, es geht ja schließlich auch ohne. Für den größten Fail des Wochenendes sorgte ein Mitglied des Trios Cheat Codes, die ohnehin ein eher langweiliges Set spielten. Bei ihrem letzten Track berührte er versehentlich den Cue-Button des laufenden Players und stoppte so den Track. Wirklich peinlich waren seine anschließenden Bemühungen, den Fehler zu überspielen. Seht selbst. Ärgerlich waren auch die diversen Tonausfälle der Lautsprecher auf der linken Seite der Mainstage am Freitag – unter anderem bei Oliver Heldens und Steve Aoki. Zeitweise fing das Publikum sogar zu buhen an.


Diese Sets muss man gesehen haben

SWEDISH HOUSE MAFIA! No more words needed. Musikalisch on fleek und von Anfang bis Ende Emotion pur – obwohl das Set von acht Jahre alten Tracks geprägt war, wird es wohl dennoch als ein Meilenstein in die Musikgeschichte eingehen, als der Tag, an dem sich die Swedish House Mafia wieder vereinte. Gewohnt großartig waren auch Armin van Buurens Auftritte. Slander und NGHTMRE holten  unterdessen den Dubstep aus seiner selbst geschaufelten Gruft zurück und feuerten unter dem Namen Gud Vibrations ein Set ab, das ihrem selbstgewählten Namen mehr als gerecht wurde. Als echte Überraschung ist auch Kungs zu verbuchen, der auf der Mainstage ein perfektes Warmup-Set voll mit Future House, Bass House, Brasilian Bass und Pop-Einflüssen spielte – weiter so! Zu Carl Cox Resistance-Closing muss man wohl kaum noch etwas sagen – der kugelrunde „Techno-Opa“ weiß einfach, wie man eine gute Party schmeißt. Eric Prydz zeigte eine gewohnt starke Performance. Und die Überraschung schlechthin war wohl KSHMR. Anstelle seiner gewohnten, wunderschön aufgebauten, wenngleich auch prerecordeten Sets mit Erzähleinlagen und klassisch instrumentierter Überleitungen feuerte er bei seinem Mainstage-Debüt in Miami wie angekündigt etwas völlig anderes ab. Von Hardtrap über Bigroom und Psytrance bis Hardstyle spielte er einen Crowdpleaser nach dem anderen und zeigte so, wie man es richtig macht. Hardwell, von diesem KSHMR kannst du dir mehr als nur eine Scheibe abschneiden!


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    Steff · Vor 25 Tagen
    Sorry.. aber selten so einen Persönlichen und zugleich schlechten Artikel gelesen.. der Maximilian darf gern sein Kommentar abgeben, aber dann doch BITTE den Artikel mit Kommentar o.Ä versehen...
  • This commment is unpublished.
    Steven · Vor 25 Tagen
    Maximilian Wild ....ganz klar bist du auch nicht oder??? Kritik ist gut und schön, aber das was du so schreibst is Panne!
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    XdJ2 · Vor 25 Tagen
    Also jetzt reicht es ja wohl oder,
    Wie ihr hier gegen Hardwell schießt ist die absolute Härte!!!!
    Schlechte Übergänge und schlechter Freitag
    schlechte 20 Minuten ... ich glaub ich spinne.
    Gebt euch hardwell umf17 und umf18 und dann überlegt der Autor nochmal bitte!!!


    Und bei Snake habt ihr Anscheind auch nicht zugehört ...
    klar war einiges aus 2017 dabei. Aber bei Snake geht es mehr um Auftritt und Show.
    Dennoch war es ein guter Trip in seinen 60min.


    Hauptsache SHM feiern wie die Hölle... mit Titeln die Hunde alt sind und nur bisschen gepitcht...ohhh man eh. Why,


    das guetta und afrojack so ziemlich 60% gleiche Sache machen erwähnt keiner.
    da wird kein Wort verloren. Das war dieses Jahr mehr als deutlich, wie sie sich die Titel zu schieben.

    hört bitte auf hardwell so runter zu schreiben. Mehr neutral wäre schon ganz nice!

    Ja jeder hat einen anderen Geschmack!

    Trotzdem mainstage top dieses Jahr:

    hardwell
    Armin
    afrojack
    jauz war ok
    heldens
    snake

    Over and out

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Über den Autor
Maximilian Wild

Ich bin Jurastudent und bereite mich derzeit auf mein Staatsexamen vor. Meine Interessenschwerpunkte liegen im Bereich des geistigen Eigentums, as sich mit meinem ausgeprägten Interesse für Musik trifft. Für Dance-Chars.de verfasse ich hauptsächlich Nachrichten, Kommentare und Kolumnen, die sich mit aktuellen Entwicklungen der Szene befassen. Ich favorisiere kein Genre besonders sodass sich in meinen Playlisten bunte Mischungen aus Tech House, Hardstyle und EDM finden. Mein absoluter Lieblingsact ist allerdings das deutsche House-Duo Claptone.

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