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Übersicht: Das sind die Labels der EDM-Stars [Teil 1]

(Geschätzte Lesezeit: 10 - 20 Minuten)

Übersicht: Das sind die Labels der EDM-Stars [Teil 1]STMPD RCRDS - Das Label von Martin Garrix.

Früher haben sich die Releases in der EDM-Szene auf einige wenige Labels aufgeteilt. Vor allem das niederländische Label Spinnin’ Records war für hochwertige EDM-Veröffentlichungen mit Hitpotenzial bekannt und hatte quasi jeden namhaften DJ unter Vertrag. Im Laufe der Zeit ist jedoch der ein oder andere DJ schneller gewachsen als das zugehörige Label, weshalb viele Produzenten auf die Idee kamen, ihr eigenes Label zu gründen. Zu ihren Anfangszeiten handelte es sich bei vielen dieser Labels noch um Sublabels, aber mittlerweile sind immer mehr Labels unabhängig geworden. Bei einer solchen Vielzahl an Labels kann man als Fan den Überblick schnell verlieren, deshalb haben wir euch eine Übersicht der Labels der Star-DJs erstellt. Wir erzählen euch die Entstehungsgeschichte, informieren euch über die größten Releases und listen die wichtigsten Artists auf. In unserem ersten Teil sind EDM-Stars wie Martin Garrix, Don Diablo und Afrojack dabei.


Martin Garrix: STMPD RCRDS

Wir beginnen mit dem Label der ehemaligen Nummer 1 des jährlichen DJ-Mag-Rankings. Martin Garrix war die ersten Jahre seiner Karriere bei Spinnin‘ Records unter Vertrag. Dort schaffte er mit “Animals“ in jungem Alter seinen Durchbruch. Doch im Jahr 2015 krachte es zwischen dem Label und ihm. Garrix trennte sich von Spinnin‘ und dem zugehörigen Management MusicAllStars und leitete einen komplizierten Rechtsstreit ein, den wir an dieser Stelle nicht weiter ausführen wollen. Weil er sich kein neues Label suchen wollte, beschloss der “Animals“-Interpret, ein eigenes Label ohne die Unterstützung eines großen Labels zu gründen. Der Schritt war zwar gewagt, doch stellte sich als klug heraus.

Im März 2016 ging das Label unter dem Namen „STMPD RCRDS“ an den Start. Der Name spielt auf die Briefmarken-Firma seines Vaters an (Englisch: stamp -> Briefmarke). Wie es in der Szene üblich ist, kam das erste Release vom Labelboss höchstpersönlich. Zusammen mit den Sängern John Martin und Michel Zitron veröffentlichte er am 11. März 2016 die Progressive-House-Hymne “Now That I’ve Found You“, die zu einem vollen Erfolg heranwuchs. Damit steigerte Garrix den Hype um das neue Label, weil der Track auf der Instrumental-ID “Don’t Crack Under Pressure“ basierte, die von den Fans schon seit Jahren ersehnt wurde. Bis heute ist die Debütsingle das erfolgreichste Release auf dem gesamten Label. Im Anschluss an das Ultra Music Festival Miami wurde außerdem eine Label-Party zum Start der Plattenfirma organisiert. In den ersten vier Jahren nach der Einführung veröffentlichte das Label Musik in völlig unterschiedlichen Bereichen. Man kann aber festhalten, dass die Releases ausnahmslos in die Sets von Martin Garrix passen. Von Electro House über Progressive House bis hin zu Future Bass hört man auf STMPD RCRDS sämtliche Genres.

Artists: Blinders, Brooks, Cesqueaux, CMC$, Conro, DubVision, Dyro, Florian Picasso, GRX, Julian Jordan, Loopers, Matisse & Sadko…


Armin van Buuren: Armada Music

Das zweite Label unserer Übersicht stammt von der niederländischen Trance-Ikone Armin van Buuren und ist seit 2003 aktiv. Neben ihm sind auch Maykel Piron und David Lewis Mitbegründer von Armada Music. Seit der Gründung hat sich jedoch einiges verändert und das Label ist extrem gewachsen. Bei der Gründung vor knapp 17 Jahren brachte Star-Produzent van Buuren sofort zwei Labels mit in die Label-Familie ein, an dessen Gründung er zuvor schon beteiligt war. In Anschluss an diese Eingliederungen folgten jedoch viele weitere Eingliederungen sowie Gründungen von Sublabels. Heute zählt Armada Music 30 Sublabels, von denen einige weitere Sublabels haben. Insgesamt gibt es auf diesen über 2600 bestätigte Releases auf Armada und den Sublabels. Zu den bekanntesten Sublabels von Armada Music zählen definitiv A State of Trance und Armind, die beide von Armin van Buuren höchstpersönlich gegründet wurden.

Aber auch andere Weltstars aus der EDM-Branche haben bei Armada ihre Finger im Spiel. Das niederländische Duo W&W gründete 2012 das Sublabel Mainstage Music, das mittlerweile jedoch nicht mehr aktiv ist. Aber auch ihr neues Label Rave Culture, auf das wir gleich noch einmal genauer zu sprechen kommen, gehört zu Armada Music. Zwischenzeitlich fusionierte van Buurens Armada auch mit Paul van Dyks Label Vandit Records. Diese Zusammenarbeit endete 2013 nach drei Jahren jedoch wieder. Zu den größten Erfolgen des Labels zählt die mehrfache Auszeichnung zum Best Global Dance Label bei den International Dance Music Awards und zahlreiche gewonnene Preise eigener Künstler. Der Name des Trance- und House-Labels setzt sich übrigens aus den jeweils ersten zwei Buchstaben der drei Vornamen der Gründer zusammen: Armin, Maykel und David.

Artists: Aly & Fila, Andrew Bennett, Andy Moor, Mike Koglin, Anita Kelsey, Arnej, Cerf, Mitiska & Jaren, Chicane, Dash Berlin, Loud Luxury, W&W


Tiësto: Musical Freedom Records

Ein Label, das auch schon sehr lange aktiv ist, ist das niederländische Record-Label Musical Freedom. Es feiert im letzten Jahr zehnjähriges Jubiläum, nachdem der ikonische Dutch-DJ Tiësto das Label im August 2009 gründete. Zuvor hatte er sich Black Hole Recordings getrennt, weil er sich musikalisch umorientieren wollte. Mit der Labelgründung begann sozusagen ein neuer Karriereabschnitt für den Niederländer. Anstelle von Trance produzierte Tiësto seither Progressive- und Electro House. Anfangs wurde es weltweit von der PIAS Entertainment Group und in den Vereinigten Staaten von Ultra Records vertrieben. Seit dem Jahr 2014 gehört Musical Freedom Records zu PM:AM Recordings und Spinnin‘ Records. Man kann es demnach als Sublabel von Spinnin‘ Records bezeichnen.

Das erste Release auf Musical Freedom war “Maximal Crazy“ als Solo-Single von Tiësto. In den letzten zehn Jahren erschien jede House-Single des ehemaligen Trance-Produzenten auf seinem eigenen Label. Die Artists haben sich mit den Jahren extrem gewandelt. In den ersten Jahren kamen sogar unbekannte Releases von Dimitri Vegas & Like Mike auf dem Label, die damals noch Newcomer waren. Die Hochzeiten des Bigroom-Genres waren gleichzeitig die Hochzeiten von Musical Freedom. Es erfolgten Releases von bekannten Bigroom-Artists wie Bassjackers, DVBBS und Firebeatz. Man könnte unzählige Musical-Freedom-Tracks nennen, die das Festival-Genre massiv geprägt haben. Die bekanntesten Tracks waren wohl “Calabria“ im Firebeatz-Remix und “Epic“ von Sandro Silva und Quintino. Heute ist Musical Freedom primär im Electro-House-Bereich unterwegs. Kürzlich erschien beispielsweise eine Label-Compilation namens “Musical Freedom Unlimited“, die beweist wie vielseitig der Sound des Labels geworden ist.

Artists: Breathe Carolina, Magnificence, Cheyenne Giles, MOSKA, SWACQ, Toby Green, Aazar, Sikdope, Chico Rose, Bassjackers, Sevenn, Mike Williams


Hardwell: Revealed Music

Der vierte DJ in unserer Liste, der sein eigenes Label gegründet hat, ist Hardwell. Seit 2010 betreibt er sein eigenes Label Revealed Recordings, auf dem in erster Linie Progressive House sowie Electro House, insbesondere Big Room und Dirty Dutch, veröffentlicht wird. In der zweiten Folge seines Podcast erklärte Robbert van de Corput alias Hardwell woher die Idee für den Namen seines eigenen Labels stammt. Laut seiner Aussage hätte ein Freund zu ihm in Anschluss an die verzweifelte Suche nach einem Label für seine Demo gesagt, dass er der Welt offenbaren müsse, wer Hardwell ist. Auf Englisch heißt das dann, Zitat: „to reveal the world, who Hardwell is“.

Seit der Gründung vor zehn Jahren hat sich im Label jedoch einiges verändert. Dadurch, dass es meistens keine Verpflichtungen für Künstler gibt, die etwas über Revealed Music veröffentlichen, haben sich auch schon weltweitbekannte Acts wie Headhunterz, W&W und KSHMR dazu entschlossen einzelne Singles auf Revealed Recordings zu releasen. Andere Acts wie Sick Individuals, Maddix oder Kaaze standen bzw. stehen aber auch fest bei Hardwells Label unter Vertrag. Ursprünglich war es jedoch gar nicht der Plan bereits bekannten Künstlern eine Plattform zu geben, sondern viel mehr eine Art Sprungbrett für talentierte, bis dato unbekannte Musiker zu sein. Gute Beispiele hierfür sind Dannic, Dyro und Joey Dale. Insgesamt wurden von alldiesen Künstlern und vielen weiteren an die 1000 Tracks auf dem Label veröffentlicht. Einer der erfolgreichsten Songs des Labels ist definitiv Hardwells Hit “Call Me A Spaceman“, der in den letzten Jahren millionenfach gehört wurde und sich zu einem Klassiker in der EDM-Szene entwickelt hat. Seit 2018 heißt Hardwells Plattenlabel jedoch offiziell nicht mehr Revealed Recordings, sondern hört seitdem auf den Namen Revealed Music. Grund für diese Umbenennung sei laut Sebastien Lintz, dem Manager des Labels, eine Erhöhung der Funktionalität des Labels gewesen, das sich in Zukunft nicht mehr nur noch auf Songveröffentlichungen konzentrieren wolle. Im gleichen Atemzug kündigte er weitere Umbrüche für die Zukunft an, weshalb wir auf die zukünftigen Entwicklungen bei Revealed Music durchaus gespannte sein können.

Artists: ANG, Paris Blohm, Julian Calor, Dada Life, Domeno, Joey Dale, Jaggs, Kaaze, Kill the Buzz, LoaX, Loris Cimino, Maddix…


Dimitri Vegas & Like Mike: Smash The House

Erst seit einigen Jahren unabhängig ist das Label Smash The House von den belgischen Produzenten Dimitri Vegas & Like Mike. Die Brüder gründeten das Label bereits im Jahr 2010, als sie noch am Anfang ihrer Karriere standen. Mit dem Popularitätswachstum ihres Projektes wurde auch ihr Label bekannter. Ein Jahr nach der Gründung bekamen Dimitri Vegas & Like Mike ein Angebot von Spinnin‘ Records, die Smash The House zu einem Sublabel machen wollten. Die Bigroom-Liebhaber stimmten zu. Von 2011 bis 2013 war das Label Teil der Spinnin‘-Familie. Im Sommer 2013 wechselten Dimitri Vegas & Like Mike zu Armada Music und verließen Spinnin‘ damit. Dort blieben die Musiker für vier Jahre. Im Jahr 2018 machten sie sich mit Smash The House unabhängig. Eine beachtliche Entwicklung.

Musikalisch hat sich Smash The House nicht so sehr verändert, wie viele andere Labels über die letzten zehn Jahre. Die belgischen Brüder standen schon damals für Bigroom-Sound und symbolisieren das Genre noch heute. Dementsprechende Musik erscheint auf ihrem Label. Sie hatten über die Jahre die erfolgreichsten Bigroom-Produzenten der Szene zu Gast. Bis heute erscheinen alle Bigroom-Tracks von Dimitri Vegas & Like Mike auf ihrem eigenen Label. Die kommerziell angelegten Songs der Star-DJs erscheinen meist auf einem Major-Label. Die Ausnahme bildet der Track “Hey Baby“ mit Diplo, Kid Ink und Deb’s Daugther, der tatsächlich über Smash The House veröffentlicht wurde. Auch ohne ein Major-Label entwickelte sich die Single zu einem internationalen Dance-Hit. Der Moombathon-Song sticht klar aus der Diskographie des Labels heraus, ist aber das erfolgreichste Release der vergangenen zehn Jahre.

Artists: Bassjackers, Futuristic Polar Bears, Quintino, Regi, MATTN, Like Mike, Wolfpack, Yves V, Vini Vici, Sidney Samson, Thomas Newson, Sandro Silva… 


Skrillex: OWSLA

Als Nächstes wollen wir uns näher mit einem bei uns in Europa momentan nicht ganz so populärem Label auseinandersetzen. OWSLA ist das Plattenlabel von DJ und Produzent Skrillex, das er im Jahr 2011 gründete. Der Name bezieht sich auf Richard Adams Fantasieroman „Watership Down“, in dem anthropomorphe Kaninchen vor einer gleichnamigen Militärgruppe flüchten müssen. Hintergrundgedanke bei der Gründung war es ein EDM-Label zu gründen, das sich ziemlich intensiv mit seinen Künstlern auseinandersetzt, da viele Künstler unter anderem Skrillex selbst in der Vergangenheit mehr oder weniger große Probleme mit Plattenlabels hatten.

Angekündigt wurde das Label im August 2011 durch drei Teaser, die innerhalb von knapp zwei Wochen erschienen. In Anschluss an die Veröffentlichung Trailer, die sich alle um die Geschichte eines Jungen, der Stofftiere sammelt, drehen, wurde der Start des Labels offiziell bekanntgegeben. Seitdem sind etliche Songs auf OWSLA veröffentlicht worden. Unter diesen befinden sich Tracks von Stars wie Zedd, Jack Ü, Marshmello und natürlich auch Lieder aus dem Hause Skrillex. Das Debütrelease des Labels stammt von Porter Robinson und hört auf den Namen Spitfire. Bis heute konnte der Titel alleine auf Spotify an die zehn Millionen Streams generieren. Weitere Singles wie die Folgeerscheinungen von Zedd, Gesaffelstein und What So Not konnten an diesen Erfolg anknüpfen. Musikalisch deckt das EDM-Label eigentlich einen Großteil der EDM-Genres ab. Im Fokus stehen aber vor allem Dubstep, Trap und Electro House. Heute sind unter dem Label nur noch wenige Artists aktiv. Zu diesen gehören unter anderem Tomorrowland-Legende Salvatore Ganacci, Skrillex selbst und Troy Boi. Wir sind gespannt, ob das Label in Zukunft mal wieder aktiver wird und weitere große Artists mit Unterstützung von OWSLA Musik veröffentlichen.

Artists: Dog Blood, Josh Pan & Dylan Brady, Kill the Noise, KOAN Sound, Salvatore Ganacci, Skrillex, Star Slinger, Sub Focus, TC, Teddy Killerz, TroyBoi, Zedd


Oliver Heldens: Heldeep Records

Ein anderes Sublabel von Spinnin‘ Records ist Heldeep Records von Oliver Heldens. Der Future-House-Pionier feierte auf Spinnin‘ Riesenerfolge. Das Label machte ihn bekannt, weshalb er noch heute Teil der Spinnin‘ Familie ist. Im Sommer 2015 gab der Niederländer aber bekannt, dass er ein Sublabel gründen wolle, auf dem nur grooviger Future House veröffentlicht wird, der perfekt in seine Sets passt. Gleichzeitig verkündete er übrigens den Start seines Alias HI-LO, der ebenfalls auf Heldeep veröffentlicht. Der Track “Renegade Master“ war auch der erste Track auf dem gesamten Label. Das Label gibt bereits seit fünf Jahren. In der Zeit hat sich das Label soundtechnisch kaum verändert. Noch immer steht Oliver Heldens für einen frischen Future-House-Sound, der auch auf seinem Label repräsentiert wird. Es ist dabei zu einem der größten Label für Future House herangereift und hat sowohl große Future-House-Artists wie Moguai, Sagan und Daddy’s Groove als auch kleine Newcomer wie Funkin Matt, Robby East oder La Fuente unter Vertrag. Außerdem hat das Label mit „Heldeep Radio“ seinen eigenen Podcast, der vom Labelboss höchstpersönlich moderiert wird. Dort werden wöchentlich die neusten Heldeep-Tracks präsentiert. Besonders beliebt sind die EPs auf Heldeep. Alle paar Monate wird einer der besagten EPs veröffentlicht. Einen großen Überraschungshit hat das Label bisher nicht gelandet, aber die Songs von Oliver Heldens sammeln eigentlich immer eine beachtliche Anzahl an Spotify-Streams.

Artists: Vato Gonzalez, Funkin Matt, Robby East, HI-LO, Kryda, Moguai, Marc Benjamin, Firebeatz, Dannic, Sagan, Daddy’s Groove, La Fuente…


Afrojack: Wall Recordings

Wall Recordings ist das nächste Plattenlabel auf das wir in diesem Artikel näher eingehen wollen. Das Label wurde im Dezember 2007 als Sublabel von Spinnin‘ Records gegründet und hat sich mittlerweile fest in der EDM-Szene etabliert. Gründer ist niemand Geringeres als “Take Over Control“-Interpret Afrojack, der mit seinem Label zeitgleich mehrere, verschiedene Ziele verfolgt. Zum einen möchte er mit Wall Recordings jungen, unbekannten, talentierten Künstlern eine Plattform geben, um sich weiterzuentwickeln und bekannter zu werden. Zum anderen möchte er mit seinem Label und den dort veröffentlichten Songs, die typische „Club-Marke“ widerspiegeln.

Seit der Gründung hat das Label jedoch eine mehr oder weniger turbulente Geschichte hinter sich. Nachdem es in Anschluss an die Gründung vor mittlerweile 13 Jahren neun Jahre als Spinnin‘ Sublabel agierte, wechselte es 2017 zu Armada, wo es drei Jahre blieb. In diesem Jahr ist das Label wieder zurück zu Spinnin‘ Records gewechselt. In dieser gesamten Zeit waren beim niederländischen Label mit Sitz in Soest aber große Stars unter Vertrag. Sowohl die Bassjacker, David Guetta und Hardwell als auch Nicky Romero, Yves V und Steve Aoki haben bereits unter Wall Recordings veröffentlicht. Hinzu kommen viele weitere talentierte Künstler wie unter anderem Dyro, DubVision und andere. Musikalisch reichen die Releases von allen House-Genres bis Dance-Pop. Zu den größten Hits des Labels zählen vor allem viele Afrojack-Singles, aber auch Tracks anderer Künstler haben beachtliche Erfolge vorzuweisen.

Artists: Alvaro, Hinterhalt, Bassjackers, BROHUG, Chico Rose, David Guetta, Dimitri Vegas, D.O.D., DubVision, D-Wayne, Dyro, Eva Shaw… 


Don Diablo: Hexagon Records

Ebenfalls unabhängig ist Don Diablo mit seinem Label Hexagon Records geworden. Der Future-House-Produzent war nach Gründung im Jahr 2015 vier Jahre lang an Spinnin‘ Records gebunden. Im letzten Jahr wurde Hexagon zu einem eigenen Label. Gestartet als kleines Sublabel für Future House von Spinnin‘ Records ist Hexagon mit den Jahren zu einer echten Marke herangereift und gilt mittlerweile als die erste Station für qualitativ hochwertigen Future House. Das Label hat im Shop von Don Diablo sogar eigenen Merchandise integriert. Weil das Future-House-Genre jedoch so eine große musikalische Bandbreite zu bieten hat, hat Don Diablo mit seinem Team beschlossen, einige Sublabel von Hexagon zu gründen, die noch spezialisierten Future-House-Sound veröffentlichen. Das begann mit der Gründung von Generation Hex, einer Plattform für junge Future-House-Produzenten. Außerdem kam das Label FUTURE hinzu, das einen ganz besonderen Sound pflegt. In diesem Jahr haben darüber hinaus die Label-Artists JLV, King Arthur und Dropgun ihre eigenen Labels gegründet.

Musikalisch ist auf Hexagon Records alles rund um das Future-House-Genre vertreten. Die neusten Releases werden in jeder Woche in „Hexagon Radio“ präsentiert. Auf dem Hauptlabel ging kürzlich das 150. Release an den Start. Die anderen Labels gibt es erst seit ein paar Monaten. Es gibt einige Artists wie JVL, RetroVision, Mo Falk oder Raven & Kreyn, die schon seit Jahren Teil der Hexagon Family sind. Dazu komen noch Artists, die hin und wieder mal einen Track veröffentlichen wie Tom & Jame oder Danny Avila. Gerne veröffentlicht die niederländische Plattenfirma Compilations wie „Generation HEX“, von der es bisher elf Episoden gibt. Eine der erfolgreichsten Singles auf dem Label war der Song “Fine Day“ vom deutschen Produzenten Keanu Silva. Ansonsten setzen sich die Tracks von Don Diablo in der Szene nahezu immer durch.

Artists: JLV, Raven & Kreyn, Mo Falk, RetroVision, StadiumX, Asketa & Natan Chaim, Keanu Silva, Danny Avila, Matt Nash, MorganJ, Landis, Jordan Jay…


Steve Aoki: Dim Mak Records

Eines der ältesten heute noch aktiven Labels eines Star-DJs ist definitiv Dim Mak Records von Steve Aoki. Musikalisch beschränkt sich das Plattenlabel im Gegensatz zu den meisten anderen Labels dieser Liste jedoch nicht auf EDM, sondern stammt ursprünglich sogar aus der Punk-Szene. Denn Aoki gründete Dim Mak Records, dessen Name an Bruce Lees Kampfkunst Dim Mak angelehnt ist, in seiner College-Wohnung an der Universität in Santa Barbara, Kalifornien. Vor der Gründung war Aoki äußerst aktiv in der lokalen Hardcore-Punk-Szene gewesen und hatte Texte geschrieben sowie Demos und Alben zum Test durchgehört. Zeitgleich begann Aoki auch Punk- und Hardcore-Partys in seiner Wohnung zu schmeißen. Hunderte von Acts spielten dadurch bei ihm in Austausch gegen einen Schlafplatz für die Nacht. Darunter Acts wie The Rapture, Jimmy Eat World und Atom & His Package. Die dadurch entstandenen engen Beziehungen zu den Künstlern waren für die folgende Entwicklung von Dim Mak Records extrem prägend. 2001 erschien die Debüt-EP von Pretty Girls Make Graves. Nachdem die EP voll einschlug verlegte Aoki den Sitz von Dim Mak nach Los Angeles, um dort die zweite Ära des Labels einzuleiten.

In der besagten zweiten Ära wich das Label vom Hardcore-Punk ab, um sich Indie-Rock zu widmen. In Anschluss an die Unterschrift der britischen Indie-Rock-Band Bloc Party, ging Dim Mak Records eine Partnerschaft mit VICE, einem Sublabel von Atlantic Records, ein. Dadurch startete Aokis Label dann endgültig durch und markierte seine erste Zusammenarbeit mit einem Major-Label. Nachdem langsam EDM an Popularität in der Gesellschaft gewann, sprang Dim Mak Records auch auf diesen Zug auf. Steve Aoki selbst gewann durch genau diesen Stil extrem an Popularität und entwickelte sich zu dem Star, der er heute ist. Zeitgleich wurde via Dim Mak Records aber auch ein Rap-Album veröffentlicht, auf dem unter anderem John Legend vertreten war. Musikalisch erscheint seitdem auf dem Label alles Mögliche. Neben dem Plattenlabel gibt es nun seit 14 Jahren auch ein gleichnamiges Modelabel von Aoki, das in enger Verbindung zum Plattenlabel steht.

Artists: Autoerotique, Atari Teenage Riot, Bloc Party, The Bloody Beetroots, Cetana, The Deadly Syndrome, Diamond Pistols, Angger Dimas, Dimitri Vegas & Like Mike, Henry Fong, Shaun Frank, Garmiani…


Nicky Romero: Protocol Recordings

Wenn es um Progressive House geht, ist der niederländische Produzent Nicky Romero immer ganz vorne dabei. Der Musiker hat seit einigen Jahren auch ein eigenes Label, das sich jedoch nicht bloß auf Progressive House beschränkt, sondern in vielen verschiedenen Genres unterwegs ist. Es trägt den Namen Protocol Recordings und ist im Jahr 2012 auf Anhieb als eigenes Label an den Start gegangen. Seither ist Protocol fester Bestandteil der EDM-Szene und ein gutes Label für junge Produzenten, die noch keinen besonders großen Namen haben. Auf dem Label können sie den nächsten Schritt gehen. Beispiele für diese Entwicklung sind Deniz Koyu und Sultan + Shepard, die durch Releases auf Protocol an Aufmerksamkeit dazugewonnen haben. Das erfolgreichste Release auf dem Label war gleichzeitig auch die Debütsingle. Dabei handelt es sich um den Track “Like Home“ von Labelboss Nicky Romero und dem DJane-Duo NERVO. Protocol ist kein Riesenlabel wie Armada Music oder Revealed Recordings, doch definitiv eines der vielversprechendsten Labels, wenn es um innovativen und frischen Sound geht.

Artists: Deniz Koyu, Teamworx, Corey James, Thomas Gold, Futuristic Polar Bears, MR.BLACK, Marcus Santoro, Marc Benjamin, Sultan + Shepard, Maximals, Swanky Tunes, Navarra…


W&W: Rave Culture

Als Letztes wollen wir uns mit dem niederländischen Plattenlabel Rave Culture befassen. Das Label mit Sitz in Haarlem wurde am ersten Oktober 2018 vom niederländischen DJ- und Produzenten-Duo W&W gegründet und hat damit das vorherige Label des Duos abgelöst. Die beiden haben nämlich bereits 2012 als Sublabel von Armada Music Mainstage Music ins Leben gerufen. Genauso wie Mainstage Music ist auch Rave Culture für hochwertigen Big Room bekannt. Neben etablierten Künstlern wie Blasterjaxx und Armin van Buuren waren in den letzten Jahren auch talentierte, bis dato unbekannte DJs und Produzenten für Rave Culture aktiv und versuchen das Armada-Sublabel nach wie vor als Sprungbrett zu nutzen. Rave Culture ist aber nicht nur bei Songreleases aktiv, sondern stellt auch regelmäßig Künstler für Festivals zu Verfügung, die dann für Rave Culture auflegen. Seinen Sitz hat das Label von W&W in Haarlem, aber auch in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam hat das Sublabel von Armada einen Sitz. Das Debüt-Release des Labels war übrigens “Rave Culture“, der Song ist jedoch nicht überall eindeutig als Rave-Culture-Release ausgezeichnet, weshalb es ist etwas verwirrend ist. In Anschluss an das Release kamen in den letzten beiden Jahren noch einmal 30 hinzu. Wir sind gespannt wie es mit Rave Culture in den kommenden Jahren weitergeht.

Artists: Andrew Rayel, ANG, Armin van Buuren, Bass Modulators, Blasterjaxx, Chukiess & Whackboi, Dannic, D-Block & S-too-Fan, Graham Bell, Jaxx & Vega, KEVU, Le Shuuk

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Über den Autor
Henry Einck

Mein Name ist Henry Einck und ich habe mich im Mai 2015 der Redaktion von Dance-Charts angeschlossen. In den letzten Jahren hat sich die elektronische Musik zu meiner Leidenschaft entwickelt und ist mittlerweile neben dem Sport, der Teil meines Lebens, dem ich am meisten Aufmerksamkeit schenke. Neben dem Verfassen von Musikrezensionen und Boulevard-News, ermöglicht mir Dance-Charts durch Interviews näheren Kontakt zu den DJs. Ich sammele sowohl musikalische als auch journalistische Erfahrungen, die mich bei dem Berufswunsch des Journalisten weiterbringen könnten.

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